von am 9. September 2016

wochenschau_36-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Text: Katharina Pencz & Cara Wuchold

Rechtes Neukölln? Die Wahl des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlung am 18. September rückt immer näher und die Spekulationen über mögliche Wahlausgänge nehmen stetig zu. Die Berliner Zeitung schrieb in einem knappen Portrait die Neuköllner Gegebenheiten auf: von Zugezogenen, den arabischen Geschäften in der Sonnenallee und der Hermannstraße bis zum Milieuschutz. Betitelt wurde das ganze mit „Neukölln hat ein großes rechtes Potenzial“, denn der NPD fehlten bei der letzten Wahl „nur 44 Stimmen für ein BVV-Mandat“.

Sicherlich gibt es auch in Neukölln Menschen, die sich recht(spopulistisch)en Parteien zugeneigt sehen – wir sind ja nicht naiv. Aber bei der Überschrift hätte man dann zu diesem wichtigen Thema doch etwas mehr erwartet. Anscheinend zieht jetzt nur noch Clickbait! Die AfD-Neukölln hat übrigens zuletzt im Juni was auf ihrer Website gepostet und auf Facebook passiert seit März nichts mehr. So kann’s auch gern bleiben.

Kampf um Friedel54. Schon lange kämpfen die Bewohner der Friedelstraße 54 um ihre Hausgemeinschaft und den Kiezladen (wir berichteten). Jetzt wurde das Haus anscheinend von der österreichischen Immobilienfirma Citec Immo Invest GmbH weiterkauft und die neuen Eigentümer – Pinehill S.à.r.l. mit Sitz in Luxemburg – haben ihre neuen Mieter gleich mal mit einer Räumungsklage für den Kiezladen begrüßt. Da will jemand ganz hart vorgehen. Der Kampf um die Räumungsklage könnte tatsächlich der entscheidende werden, weshalb die Friedel54 viel Solidarität gebrauchen kann! So viel zum Wahlkampfthema No. 1: Milieuschutz beziehungsweise Schutz vor Verdrängung…

Verkehrter Schutz für Bäume.

Mentoring für Geflüchtete. Neu ist das Mentoring-Projekt Hürdenspringer vom Unionshilfswerk in Neukölln nicht – seit 2009 unterstützt das Projekt Nord-Neuköllner Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beim Berufseinstieg. Was jedoch ganz frisch ist, ist ein Mentoring-Projekt, das Geflüchtete im Alter von 18 bis 35 Jahren bei der beruflichen Eingliederung unterstützt. Dafür wird einem geflüchteten Menschen ein Berufs-Mentor an die Seite gestellt. Die ersten Schulungen der Mentoren haben diese Woche begonnen.

Raus I. Am Freitag, den 9. September lädt die Griessmühle zum Friday Fest: mit Comedy, Cabaret, Live Music, Poetry, Street Food und Livemusik von Rob Longstaff – inklusive Baumhäusern, offenem Lagerfeuer und Sonnenuntergang am Fluss. Biergarten ab 18 Uhr, die Show beginnt um 20 Uhr, Tickets 6 Euro.

Raus II. Am Samstag, den 10. September, battlen im Sameheads die DJs Guy Dermosessian (Kalakuta Soul Records) vs. DJ Nomad (Vulcandance) bei der Afrodisco. Los geht’s um 23 Uhr, Tickets 5 Euro. Apropos Battle: neukoellner.net wollte ein Interview mit dem Rapper Karate Andi. Der wollte aber nicht. Da dachten wir: „Wir battlen um ein Interview“!

Raus III. Ebenfalls am Samstag, den 10. September, gibt es ein großes Finale im Heimathafen Neukölln. Als Abschluss des „RIXPOP Musikfestivals“ präsentiert der Fujiama Nightclub eine Musikschau mit einer wilden Mischung an Acts: Jazz trifft da auf Varieté, Hiphop und Beatbox. Akrobatik auf temporeichen Streetdance. Dazu gibt’s talentierte Newcomer und Live-Performances u.v.a. mit dem Grammy-nominierten Pianisten Joel Holmes mit Musikern von The Green House Expansion featuring Mariam Sawires (Kairo/Berlin). Ab 20:30 Uhr, Tickets 20-5 Euro.

Raus IV. Der Samstag präsentiert sich facettenreich, denn ab 20 Uhr feiert auch Kolophonium EP Release Party im Schrippe Hawaii! Es ist die erste EP der Band mit ihrem Mix aus Industrial-Psych, Folk und Krautrock.

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