von am 23. November 2015

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Lieber Pegidist / liebe Pegidistin,

ist es ihnen in den letzten Wochen in ihrer muckeligen Dresdner Landeshauptstadt zu öde geworden? Fühlen sie sich leer, wenn sie jeden Montagabend Lutz Bachmann die immer gleichbleibenden Phrasen von vorletzter Woche dreschen hören? Jeden Montag dieselben Parolen, dieselben Flaggen und die immer gleiche Spazierroute. Sind ihre Kinder auch enttäuscht, wenn sie jeden Montagabend immer so mürrisch gestimmt heimkehren?

Das muss nicht sein! neukoellner.net bietet ihnen jetzt das einmalige Angebot, ihr eigenes Feindbild von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Überwinden sie ihre Ängste und sorgen sie sich nicht mehr über ihre Sorgen! Schmoren sie nicht weiter im eigenen Saft, machen sie sich frei, seien sie wild – fahren sie nach Neukölln!

Der Untergang des Abendlandes ruft und verführt ihre Sinne mit den Duft frisch zubereiteter Falafel, den lieblichen Klängen von bis zum Anschlag aufgedrehter Autoradios und diesem Gefühl von Freiheit, das man verspürt, wenn man mit 30.000 anderen Touristen an einem Sonntagmorgen das Tempelhofer Feld betritt. Wandeln sie im wahrscheinlich schönsten Turbo-Gentrifizierungs-Bezirk Deutschlands, dem Schillerkiez, und besuchen sie unsere Medienwerkstatt, um die staatlich gelenkte und indoktrinierte Berichterstattung eines Onlinemagazins hautnah mitzuerleben. Wandeln sie stundenlang stockbesoffen über die Weserstraße und verlieren sie sich in urigen Kneipen, die Namen tragen wie: „Zur Traube“ oder „Zum Tönnchen“ und stellen sie im Glanze ihres Deliriums fest: eigentlich ist hier alles wie zu Hause.

Kehren sie zurück in ihre traute Heimat. Das Herz weit geöffnet und mit der unerschütterlichen Erkenntnis im Gepäck, dass es schöner ist, die braune Scheiße unterm Schuh zu haben, als im Kopf.

Wie wir bereits bei FluxFM verkündet haben, rufen wir alle Dresdner auf, unser Angebot der völkerverständigenden Bildungsreise anzunehmen.

„Wir wollen auf jeden Fall herzlich dazu aufrufen, dass alle Dresdnerinnen und Dresdner, die Menschen bei sich im Bekanntenkreis haben, von denen sie das Gefühl haben, dass die auch öfters mal den Neukölln-Vergleich rausholen und nicht so ganz wissen, wie es in Neukölln eigentlich aussieht, dass sie die dann einfach mal in den Bus setzten sollen. Fernbusticket kaufen, es ist nicht weit, das sind 2 ½ Stunden. Sollen sie einfach mal hierher fahren und sich mal anschauen, wie das ganze ist. Sie können sich auch gerne melden, wir zeigen denen ein paar Orte und machen ein bisschen Bildungsreise und schauen uns unseren Bezirk an.“

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

 

 

9 Kommentare:

  • Iris Rohde sagt:

    Sehr geehrter Herr Lehning,

    Ihre Einladung an Pegida hat mich sehr überrascht. Ohne Pegida nahe zu stehen, frage ich mich schon, was ein solcher Beitrag soll. Glauben Sie wirklich, dass Neukölln ein gelungener Ort der Integration ist? Das ist er mit Sicherheit nicht. Leider ist Neukölln nur ein Synonym für gescheiterte Integration. Fast jede deutsche Großstadt der alten Bundesländer muss auf solche Viertel blicken, wo Parallelgesellschaften mehr und mehr ihre eigene Ordnung aufbauen, wo überdurchschnittlich viele Menschen wohnen, die zwar das Grundgesetz kennen, denen aber dennoch althergebrachte Familientraditionen wichtiger sind.

    Offensichtlich scheinen Sie dies gut zu finden und unterstützen es auch. Ich beglückwünsche Sie zu so falsch verstandener Toleranz. Wohin zu weite Toleranz vor allem in religiösen Fragen führt, welche Schäden ein falsch verstandener Liberalismus verursacht und welche Folgen zu häufiges Wegschauen hat, sahen wir vor kurzem in Paris.

    Mit freundlichen Grüßen
    Iris Rohde

  • Daniel M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Lehning

    Ich habe 9 Jahre in Berlin gelebt und leider das Gegenteil ihrer Darstellung wahrgenommen. Insofern erstaunt mich ihre Behauptung zu einer gelungenen Integration, zumal selbst Stadtteilbürgermeister dies mittlerweile öffentlich anzweifeln.
    Unabhängig davon finde ich ihr Video und das permanente Fingerzeigen absolut daneben. Was unterscheidet sie eigentlich noch von dem, was sie kritisieren?
    Sie haben eine Meinung, Pegida hat halt ihre. Aber wenn sie denken, dass sie die besseren Argumente haben oder ihre Meinung die bessere ist, brauchen sie dann das Niveau der Unterschicht ?
    Des weiteren sollten sie vielleicht auch einmal in Betracht ziehen und entsprechend klar definieren, dass sie sich an Pegida-Teilnehmer wenden.
    Sie reden pauschal von Dresdnern und „Bildungsreisen“… Nur zur ihrer Info: Sachsen und explizite Dresden stehen seit Jahren an der Spitze im Bildungsvergleich, was man leider von Berlin nicht sagen kann.
    Pegida-Teilnehmer kommen zu einem großen Teil aus Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt, selbst Niedersachen ist stark vertreten.
    Ihre Ansprache hat etwas zynisches und als normaler Dresdner darf man sich schon fast beleidigt fühlen, insofern schießt ihre vielleicht gut gemeinte Aktion über das Ziel hinaus.

    Wie gesagt, für mich als Nicht-Pegida-Fan und normal denkenden Bürger stellt sich ihr Beitrag ins Abseits, da sie im Grunde das gleiche Niveau annehmen. Leider sieht man das immer öfter bei Gegendemos , was der Grund dafür ist nicht hinzugehen. Links ist genauso wie rechts, nur das sie denken auf der richtigen Seite zu stehen….

    Vielleicht werben sie irgend wann einmal auf einer Basis, wo man wirklich Lust bekommt sich mal wieder in Berlin umzuschauen….so wie sie es hier taten, jedenfalls nicht.

    MfG

    Daniel M.

  • Hagen sagt:

    Peinlicher Artikel eines Möchtegern-Autors der ehemals den verwirrten Grünen angehörte.
    Findet es schick wenn er mit einer Zigarette in seiner Kauleiste abgelichtet wird, fühlt sich dann als Mini-Ausgabe eines James Dean.

  • Diana Baur sagt:

    Ich finde die Idee wunderbar. Ja, die Integration in Neuköln, Kreuzberg und Wedding ist nicht immer ideal verlaufen. Aber wo ist sie das schon? Aber bei aller Kritik und Vorbehalten… in diesen Bezirken wird eines deutlich: Diese Menschen sind, egal wo sie herkommen und warum sie hier sind; unsere Nachbarn und geben uns die Chance uns weiterzuentwickeln und auch mal den Mund aufzumachen und für uns einzustehen. Eben ganz normale, verrückte, nervige und wunderbare Berliner.

  • Elisabeth sagt:

    Ok, Sarkasmus und Ironie scheinen nicht jedem geläufig. Schwarzer Humor schon lange nicht. Jeder der sich über Neukölln aufregt, hat es noch niemals besucht/bewohnt. Ich war dort, es ist nicht anders als Ffm. Es ist schön. Bunt. Ereignisreich. Spannend. Nur Idioten suchen das Negative in beidem.

  • Torben Lehning sagt:

    Liebe Ines Rohde,

    auch ich bin der Meinung, dass es in Deutschland zunehmend vom Grundgesetz befreite Gebiete gibt. No go areas sind das! Es gibt Gebiete, in denen Menschen die eigene Familientradition und deren „Schutz“ mehr wert sind als das Grundgesetz. Es gibt sogar westdeutsche Bundesländer, in denen sich die Regierung offen dafür ausspricht, über das Grundgesetz hinwegzusehen, siehe Bayerns Forderung einer „Obergrenze für Flüchtlinge“. Na Mensch, und die Leute wählen den auch noch!

    Des Weiteren fällt es mir sehr schwer, ihre Argumentation in puncto „Wegschauen“ nachzuvollziehen. Fordert die Einladung des Artikels nicht vielmehr zum Hinsehen auf? Toleranz muss man nicht falsch verstehen, um zu erkennen dass ein Bezirk mehr ist, als die selbstdarstellerischen Äußerungen eines 67-Jährigen Mannes.

    Und ja Probleme sollte man nicht wegdiskutieren und Probleme gibt es, hier wie auch in Dresden. Daher sollte man sich wohl einfach besser kennenlernen. Was meinst du, Ines?

    Mit freundlichen Grüßen

    Torben Lehning

    Lieber Daniel M.,

    Dass man nicht alle Dresdner ansprechen sollte, wenn man Pegidisten ansprechen will, stimmt natürlich absolut. Wir wollen nur die Pegidisten ansprechen. Doch es ist natürlich immer schwierig die Pegidisten anzusprechen, wenn sie sich selbst nicht als solche einstufen ;).

    MfG

    Torben L.

    Hallo Hagen,

    ich sitze gerade auf einem Hausdach, Kippe in der Kauleiste und denke an dich.
    Oh, Hagen, was würden die Grünen dazu sagen? „In and Out of Love!“

    Bis bald

    Dein James

  • Thomas sagt:

    Hallo, also ich bin Dresdner, fühle mich nur teilweise angesprochen und schon gar nicht angepisst wie so mancher andere. Ich finde die Idee ganz gut und vielleicht sollten auch wir „Nicht-Pegidisten“ mal zu Ihnen kommen, um uns zu vergewissern, dass es vll. doch nicht wie so oft behauptet ist … Meistens kennen die Pegidioten nämlich jemanden, der jemanden kennt, der gehört hat, dass – und dann kommen kübelweise Lügen, die sich aber über Facebook und andere Medien (sogenannte „Lügenmedien“) als Tatsachen in Windeseile verbreiten … viele davon wurden bereits an mich herangetragen und hielten keiner Überprüfung stand. An dieser Überprüfung ist der gemeine Pegidist aber nicht interessiert – daher wird wohl keiner zu Ihnen kommen, schade. Mit freundlichen Grüßen, Thomas

  • Mathias sagt:

    Schöner Artikel, wenn ich aber einige der Kommentare lese, kriege ich Bauchschmerzen.

    Um das mal klar zu machen: Neukölln ist in meiner Wahrnehmung (und ich wohne hier…) ein ganz normaler Berliner Bezirk mit einer ethnisch gut gemischten Einwohnerstuktur – SO WHAT?!
    Ich empfinde das als Bereicherung und wohne unter anderem deshalb in Neukölln, weil ich die von den Einwanderern geschaffene Infrastruktur (türkische Supermärkte, Spätis usw.) nicht verzichten möchte und genau sowas doch auch zu einer Weltmetropole gehört, die Berlin immer gern vorgibt zu sein.

    Neukölln rules, bitches 🙂

  • Petr 28 sagt:

    Was mir und meinem Umfeld nicht gefällt, ist das ständige Wilkommensgeschrei der Staatsmedien, zu denen ich fast die gesamte Presse mit zähle. Eine kritische Diskussion wird überhaupt nicht mehr zugelassen. Merkelhörig und mit vorrauseilendem Gehorsam scheint mir seit Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit Stillsteh-Deutschland überhaupt nicht mehr erwünscht. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht wurde zur Maxime. Dabei fordern viele Politiker die Menschen doch immer zu einer zahlreichen Mitarbeit auf. Alles nur Worthülsen. Die Flüchtlingsflut tut unserem Land nicht gut. PEGIDA und die AfD sind die Antwort auf die Einheitspresse und die Sprachlosigkeit der meisten Politiker auf die drängenden Probleme unseres Landes.

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