von am 17. Juni 2012

KÖ-10 & DON-12: Einsichten in die Orte des Schaffens, die Kunstinteressierten normalerweise verwehrt bleiben. Zwei Werkstätten als Beispiel für sehr persönliche Programmpunkte des Festivals.

KÖ-10: „Kann ich Ihnen etwas anbieten? Ein Glas Wasser, Tee, Kaffee?“ Im Atelier Rainer Betz geht es gastfreundlich bis familiär zu. Rainer Betz und seine Frau empfangen den Festivalbesucher herzlich und laden zuerst einmal zu einem Kaffeekränzchen ins Wohnzimmer. Sein Atelier hat Rainer Betz in der Karl-Marx-Straße schon seit Jahrzehnten, nur wird es womöglich die letzte Teilnahme bei 48 Stunden Neukölln sein – die Mieten steigen, die Kosten für den Umbau der Karl-Marx-Straße werde von den Vermietern auf die Mieter umgelegt. Und der Weg von Gropiusstadt, dem Wohnort der beiden, sei auch nicht der näheste. „Da vergessen Sie ihre Brille und sind den halben Tag unterwegs.“

"Operation Lindwurm" von Rainer Betz

Die Wände der Wohung sind voll behängt mit den Werken aus den verschiedensten Schaffensperioden des Malers: zwischen aktuelleren Aquarellen von der Toskana und fantastisch-surrealistischen Motiven aus den 90ern, wie „Operation Lindwurm“, das sich auf den gleichnamigen Transport von US-amerikanischen Kampfstoffen quer durch Deutschland bezieht. Sie habe versucht, möglichst alles unterzubringen, meint die Frau des Künstlers. Zum Abschied wird noch um einen Eintrag in das Gästebuch gebeten und ein Stück Kuchen für den Weg angeboten.

"Spiegelung" aus Bardiglio Marmor von Simon P. Schrieber

DON-12: Im Hinterhof der Schönstedtstraße 13 gibt es gleich ein ganzes Haus voller Ateliers, zwölf an der Zahl, zu betrachten. Im Atelierhaus Schön13 sind die Arbeitsprozesse noch direkter sichtbar, in der Werkstadt des Skulpteurs und Architeken Simon P. Schrieber macht der omnipräsente Feinstaub die Atmosphäre perfekt und im Atelier von Arno Brojak und Julia Brodauf geben all die Pinsel, Farben und sonstige Gerätschaften, im Vergleich zu den Arbeiten nicht minder kunstvoll hindrapiert, eine gute Ahnung vom Arbeitsalltag der Künstler.

Ein direkteren und persönlicheren Eindruck vom Schaffen eines Künstlers, die im Allgemeinen für Rückfragen selbst zur Verfügung stehen, bekommt man selten.

KÖ-10: Atelier Rainer Betz, Karl-Marx-Staße 208, Quergebäude 1. OG, Sa & So 13:00 – 19:00

DON-12: Schönstedtstr. 13, Hinterhaus, Aterlierhaus Schön13, Sa 15:00 – 24:00, So 15:00 – 19:00

 Und hier noch ein kleines Schmankerl aus dem Hause Betz von 2005:

 

Ein Kommentar:

  • Elisabeth/Lurchi Volk sagt:

    Hallo Rainer, bist Du auch Toni ?
    Erinnerst Du Dich noch an unsere Lehrzeit ?
    Vielleicht bin ich ja auch falsch aufgelaufen, sonst melde Dich ja mal.
    Gruss Lurchi

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