Neuköllner Kunstpreis 2018 – das sind die Nominierten #1

Blick in ein Neuköllner Atelier (Foto: Jens Ferchland).

Nach dem großen Erfolg 2017 haben Künstler und Künstlerinnen, deren Atelier in Neukölln ist, auch in diesem Jahr wieder die Chance auf den Neuköllner Kunstpreis. Aus rund 90 Bewerbungen wählte eine Jury vorab zehn Kunstschaffende aus. Wir stellen euch die Nominierten vor.   (mehr …)

Trotz steigender Mieten ist Neukölln nach wie vor ein begehrter Ort für die Kunst- und Kreativszene. Besonders im Norden des Bezirks gibt es eine Vielzahl von Ateliers, die manchmal prominent als Ladenlokal einsehbar sind, sich weitaus öfter allerdings in den oberen Häuseretagen oder in Hinterhöfen verstecken. Der Neuköllner Kunstpreis und die Neuköllner Produktionen, die erstmals 2017 vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V. in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur des Bezirksamts ins Leben gerufen wurden, bieten den hier ansässigen Kunstschaffenden die Möglichkeit ihre Arbeiten und auch ihre Ateliers einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Am 20. und 21. Januar 2018, jeweils von 12 bis 17 Uhr, öffnen rund 70 Produktionsstätten ihre Türen. Besucher können sich ihre Route individuell zusammenstellen – eine Übersichtskarte über alle teilnehmen Ateliers kann hier heruntergeladen werden. Am 20. Januar wird außerdem der Neuköllner Kunstpreis im Heimathafen Neukölln verliehen. Dotiert ist die Auszeichnung mit 3.500 Euro für den 1. Preis, 1.000 Euro für den 2. Preis und 500 Euro für den 3. Preis.  Die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft vergibt zudem noch einen Sonderpreis. Zur siebenköpfigen unabhängigen Fachjury gehören u.a. Andreas Fiedler (KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst), Rainer Traube (Leiter Kulturredaktion Deutsche Welle), Dorothee Bienert (Fachbereich Kultur) und Dr. Martin Steffens (Kulturnetzwerk Neukölln e.V.). Sie haben vorab acht Künstlerinnen und zwei Künstler in die engere Auswahl für den Kunstpreis 2018 gewählt und ihnen damit eine Präsentation in einer Gruppenausstellung in der Galerie im Saalbau ermöglicht. Hier sind fünf der Nominierten im Kurzüberblick. (Teil 2 folgt am 16.01.)

Doro Zinn – Fotografien

Foto: Tanja Schnitzler

Doro Zinn (Jahrgang 1987) hat an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin studiert. Die gebürtige Münchnerin porträtierte eineinhalb Jahre lang junge Menschen, deren (Groß-)Eltern nach Deutschland immigriert sind – ein Teil der Serie wurde in der „taz“ veröffentlicht. Weitere Arbeiten von ihr, die vor allem Porträts umfassen, sind in der „Berliner Woche“, der „Tischlereizeitung“ (Deutsche Oper), und der „Siegessäule“ erschienen.

Regina Weiss – Installationen/Performance/Fotografien

Foto: Tanja Schnitzler

Die 1975 in Nürnberg geborene Künstlerin studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sie setzt sich u.a. mit Kunst im öffentlichen Raum und mit Erinnerungskultur auseinander. In einer Bilderserie befasste sie sich z.B. mit DDR-Gedenkstätten, in denen die Arbeiterbewegung oder der Antifaschismus thematisiert werden.

Almyra Weigel – Objekte/Installationen

Foto: Tanja Schnitzler

Die ursprünglich aus Litauen stammende Künstlerin (Jahrgang 1964) hat an der Kunstakademie in Vilnius studiert und ist Dozentin für Textilkunst. In ihrer neuesten Arbeit beschäftigt sie sich mit dem Medium Zeitung. In großformatigen Installationen lotet sie Möglichkeiten und Grenzen der Zeitungsstruktur aus. Für das Kunst-Festival 48-Stunden-Neukölln im Jahre 2016 entwickelte sie zusammen mit dem litauischen Tanztheater AURA eine opulente Performance, in der die Tänzer und Tänzerinnen in Zeitungskostüme schlüpften.

Peter Hock – Zeichnungen

Foto: Tanja Schnitzler

Der gebürtige Heidelberger (Jahrgang 1962) studierte Bildende Kunst an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Für seine großformatigen Zeichnungen in  Schwarzweiß benutzt er ausschließlich Reißkohle, die aus Ruß, Kohle und Ton zusammengesetzt ist. Seine Arbeiten sind detailverliebt und entziehen sich gleichzeitig jeglicher Gegenständlichkeit. Hock schätzt das Uneindeutige und fordert mit seinen mysteriösen Traumgebilden die Fantasiekraft der Betrachtenden heraus.

Claudia von Funcke – Skulpturen/Installationen/Fotografien

Foto: Tanja Schnitzler

Claudia von Funcke (Jahrgang 1966) studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Das künstlerische Werk der gebürtigen Kielerin umfasst Lichtinstallationen, Skulpturen und Fotografien. Auffällig ist ihre Liebe für geometrische Formen, die sie immer wieder neu kombiniert und so im Raum ausrichtet, dass gewohnte Wahrnehmungsmuster in Frage gestellt werden.

Der Neuköllner Kunstpreis wird am 20. Januar 2018 im Heimathafen Neukölln verleihen. Einlass ist ab 19 Uhr. Die Arbeiten der Nominierten  werden in einer Gruppenausstellung noch bis zum 18. März in der Galerie im Saalbau zu sehen sein.

Im Rahmen der Neuköllner Produktionen öffnen Neuköllner Ateliers am 20. und am 21. Januar jeweils zwischen 12 und 17 Uhr ihre Türen. Parallel haben 18 Neuköllner Kunsträume geöffnet. Führungen finden an beiden Tagen jeweils um 14 Uhr statt.

Neukoellner.net ist Medienpartner des Neuköllner Kunstpreises und der Neuköllner Produktionen.

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