von am 17. Juni 2012

PAS-06, FLU-34, DON-16: Eine Gebetsbox, ein blaues Wunder und ein Baum voller Wünsche – rund um den Platz der Stadt Hof wird darüber nachgedacht, was in Neukölln fehlt.

PAS-06: TU-Studenten haben in einem Forschungsprojekt gefragt, was die Neuköllner in der Karl-Marx-Straße vermissen. Das Ergebnis: Sie wünschen sich einen Ort der Stille, was wirklich kein Wunder ist angesichts des täglichen Trubels auf der belebten Einkaufsstraße. Die Lösung ist nun eine so genannte “Gebetsbox” auf dem Platz der Stadt Hof, die allen Gestressten, unabhängig von der Konfession einen Rückzugsplatz bietet. Eine provisorische Konstruktion bestehend aus Europaletten, Plastikplane, Second Hand-Regalen und einem Rollo, die sich aber erstaunlicherweise wirklich gut für einen Moment der Entspannung eignet.

In Sichtweite der Gebetsbox befindet sich die „Wagenburg“, die von mehreren Künstlern bespielt wird. Wolfgang Leonhardt ist gerade dabei seine “Mobile Volks-Galerie” aufzubauen. Die ersten Exponate des ebenfalls aus Brettern gezimmerten Schaukastens sind eine tickende Fußballuhr (siehe Video) und eine dreidimensionale Papierweltraumbasis. Das fanden wir schon sehr gelungen und empfehlen einen Besuch.

Wenige Schritte weiter empfängt Gunhild Kreuzer ihre Besucher in einem Wohnwagen. Hier ist alles blau, vom Boden bis zur Decke. Einige azurblaue Requisiten liegen bereit, die sogleich in Kreuzers Erzähl-Performance zum Einsatz kommen. “das blaue vom Himmel” ist eine Geschichte über Mieterhöhung und Verdrängung, aber nicht platt und bierernst, sondern komisch und mit satirischem Blick auf die Realität.

Anlass für die Erzählung sei nicht die eigene Erfahrung gewesen, sondern ein Artikel in einer Mieterzeitschrift, wie Kreuzer nach der Aktion in ihrem Kunstanhänger verrät. „Einer Mieterin wurde das Fenster zugemauert, damit ihre Wohnung ungemütlich wird und sie endlich auszieht“, so die Künstlerin. Da Wohnraum auch in Neukölln immer heißer umkämpft wird, habe sie sich entschlossen, diese Geschichte für 48 Stunden Neukölln aufzugreifen.

FLU-34: Eine Möglichkeit, der eigenen Unzufriedenheit mit dem Status Quo Luft zu verschaffen, befindet sich ebenfalls auf der Karl-Marx-Straße. Ein Baum an der Ecke zur Neckarstraße dient als Plattform für Wünsche: Einfach auf den bunten Schildchen notieren und daran befestigen.


DON-16: Wer noch einen Schritt weiter gehen und den öffentlichen Raum nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten möchte, für den haben die TU-Studenten Huang Yu, Liu Qian und Haura Zahid „Erste Hilfe Kits“ entworfen. Diese kann man am Sonntag vor dem Rathaus bis 18 Uhr ausleihen. Sie enthalten Vorschläge, wie man Räume temporär besetzen kann.

 

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