von am 25. Mai 2013

Die Polizeigewerkschaft spielt Pfeffersprayeinsatz. Foto: @telegehirn, http://twitpic.com/ct25s0

Als Reaktion auf die Forderung der Jusos nach einem Verbot für den Einsatz von Pfefferspray veranstaltete die Polizeigewerkschaft am heutigen Samstag eine Kundgebung in Neukölln, inklusive „Vorführung“. Abseits versetzte ein Polizist einem auf dem Boden liegenden Gegendemonstranten einen Faustschlag ins Gesicht.

„Die Verwendung von Pfefferspray seitens der Berliner Polizistinnen und Polizisten darf nicht verboten werden“, lautet die  (GdP) in Richtung SPD, die auf ihrem Landesparteitag auf Vorstoß der Jusos ein solches Verbot an diesem Wochenende diskutiert. „Wir wollen klar machen, dass wir Pfefferspray als Hilfsmittel für die tägliche Arbeit benötigen„, sagte Michael Purper, Landesvorsitzender der GdP, dazu der Berliner Zeitung. Um ihrer Position Ausdruck zu verleihen, fand heute vor dem Estrel-Hotel in Neukölln eine Kundgebung statt, die Polizei-Gewerkschaftler verteilten Handzettel und veranstalteten eine Livevorführung von Situationen, in denen Pfefferspray zum Einsatz kommt.

Die skurrile Vorführung wurde per Video festgehalten.

Wie im Video zu hören ist, waren auch Gegendemonstranten vor Ort,  circa 25 Menschen. Die Stimmung schien zunächst entspannt, „selbst die Polizisten und die GdPler_innen haben oft gelacht“, so @telegehirn, der vor Ort war, um via Twitter zu berichten. Trotz der augenscheinlich entspannten Lage kam es dann zu einem Zwischenfall, ebenfalls festgehalten per Video: Mehrere Polizisten versuchen, eine Demonstrantin festzunehmen. Sie wird zu Boden gedrückt, windet sich, einer der Beamten schlägt zu und trifft die Frau mit der Faust im Gesicht. 

Was war passiert? Laut Augenzeugen hatte die Frau im Video die Gegendemo bereits verlassen und die Sonnenallee überquert, als ein paar Polizisten hinterher rannten, sie festhielten und in Richtung einer Wanne abführten – hier beginnt das Video. Aus Sicht eines Augenzeugen eine völlig unnötige Gewaltanwendung:  „Das war grundlose Polizeibrutalität. Zwei ausgebildete Polizisten sind in der Lage, eine Person wie die Festgenommene ohne große Gewalt oder gar Schläge in die Wanne zu transportieren“.

Was aus der Demonstrantin wurde, ist unklar, eine telefonische Anfrage wollte die Pressestelle der Berliner Polizei hierzu nicht beantworten. Der Fall sei ihnen nicht bekannt. Eine schriftliche Anfrage wurde gestellt, ein Update zur Sachlage erfolgt an dieser Stelle, sobald wir eine Stellungnahme der Polizei erhalten.

Update (26.05.): Die Polizei hat inzwischen eine Stellungnahme veröffentlicht, unter der Überschrift „Zwei verletzte Polizisten bei Gewerkschaftsdemonstration„. Darin heißt es, die Frau habe versucht, sich der Feststellung ihrer Personalien zu entziehen. Während der Szenen, die auf dem Video zu sehen sind, kamen auch die beklagten Verletzungen zu Stande: einem Beamten habe sie in die Hand gebissen, der zweite verletzte Beamte erlitt einen Schienbeintritt. Gegen die Frau wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Widerstandes und Körperverletzung eingeleitet.

Zum wuchtigen Schlag des Polizisten in das Gesicht der Frau heißt es lediglich, sie habe einen „Schlag in Richtung des Oberkörpers“ abbekommen – gegen den Beamten wurde nun ebenfalls ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet.

Alle Fotos von @telegehirn

 

5 Kommentare:

  • G.W. sagt:

    Die armen Bullen , ich an ihrer Stelle hätte die Knarre gezogen um die übermächtige gewaltbereite Frau ausser gefecht zu setzen , Sie hat schliesslich Leib und Leben der schwachen Männlein gefährdet, die in der Unterzahl und bestimmt auch Behindert sind…… tztztztzt

  • Friedel sagt:

    Jaha, wenn sie natürlich versucht hat, sich der Feststellung ihrer Personalien zu widersetzen! Da ist Gewalt in Ausnahmefällen natürlich angebracht. Ich bin nur froh, dass gegen den Polizisten nun ermittelt wird, dann wird sich das sicherlich alles klären.

  • strange sagt:

    Darin heißt es, die Frau habe versucht, sich der Feststellung ihrer Personalien zu entziehen. Während der Szenen, die auf dem Video zu sehen sind, kamen auch die beklagten Verletzungen zu Stande: einem Beamten habe sie in die Hand gebissen, der zweite verletzte Beamte erlitt einen Schienbeintritt. <– beides eindeutig zu sehen…

  • maik s sagt:

    mal eben die adresse von dem [gekürzt. Bitte vermeiden Sie Beleidigungen. Die Redaktion]

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