von am 13. Dezember 2012

Teilnehmer von links nach rechts: Christoph Twickel, Ivo Bozic, Roger Behrens, Kris Maschewski

Am Montag fand im Laidak eine Veranstaltung der Hipster-Antifa Neukölln statt. Thema sollte die Frage nach utopischen Möglichkeiten urbanen Lebens sein. Daraus wurde jedoch eher nichts: eine Veranstaltungskritik.

Nachdem es bereits letzte Woche einen von der Hipster-Antifa Neukölln organisierten Vortrag im Laidak gab, folgte am Montagabend Teil zwei der Veranstaltungsreihe. Unter dem Titel „Aufgeteilte (T)Räume“ waren dieses Mal der Journalist Christoph Twickel, der Philosoph und Sozialwissenschaftler Roger Behrens und der Stadtgeograph Kris Maschewski zu einer Podiumsdiskussion geladen.

Ausgangspunkt der Veranstaltung war die immer hitziger geführte und zunehmend vielschichtige Gentrifizierungsdebatte in Berlin. Darauf aufbauend sollte die Diskussion ausloten, ob für marxistische Utopien urbanen Lebens in der kapitalistischen Stadt des 21. Jahrhunderts noch Platz sei. Soweit zumindest die Ankündigung.

Lange Beiträge, kaum Diskussion

Doch statt einer lebhaften Diskussion zu dieser Frage gab es vor allem langatmige Beiträge und Thesen, die mal mehr, mal weniger nah am eigentlichen Thema waren. Schon in ihren einleitenden Beiträgen schilderten die Teilnehmer so teils derart ausschweifend ihre Standpunkte, dass bereits erste Zuhörer den Raum verließen. Selbst Moderator Ivo Bozic von der Jungle World konnte manchmal nicht verbergen, wie zäh er die Vorträge empfand. Doch hatte er mit dem Versuch, die Redner zum Ende zu bringen eher geringen Erfolg.

Wer hoffte, mit Beginn der eigentlichen Diskussion würde die Veranstaltung an Fahrt gewinnen, sah sich eines Besseren belehrt. Denn auch hier ging der Themenfokus schnell verloren. Stattdessen folgten ausufernde Beiträge, die sich oft nur ansatzweise aufeinander bezogen: So ging es thematisch sprunghaft von Touristenhass in Neukölln zur Idee der funktionalen Stadt, oder vom Tempelhofer Feld zu Hepatitis in brasilianischen Favelas.

Immer länger wanderte die Diskussion ohne roten Faden vor sich hin. Mit der Zeit verließen daher immer mehr Gäste den Raum. Auch die noch verbliebenen Gäste hörten oft nur noch sporadisch zu. Doch dürften auch sie nicht allzu viel verpasst haben. Zum eigentlichen Thema gab es von den Diskussionsteilnehmern kaum noch etwas zu hören.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte: hier der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung

 

Ein Kommentar:

  • Tilly sagt:

    stimmt schon. aber mit verlaub; der job eines moderators ist es, das ding am laufen zu halten und sich nicht in manchmal hilfloser, manchmal ignoranter langeweile zu ergehen – eine etwas schmissigere und intelligentere moderation hätte dem ganzen sicherlich keinen abbruch getan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.