von am 14. Mai 2017

Wer kräht wie oft in 45 Minuten? Damit beschäftigte sich die Hähnewettkrähmeisterschaft.

Ob Huhn oder Ei zuerst da war, ist an diesem Tag im Mai egal. Hähne und Kaninchen sind die Stars auf dem Rasen am Rande Berlins und erstere fordern schon von Weitem lauthals Aufmerksamkeit ein.

Fotos: Emmanuele Contini
Text: Karoline Spring

U Wutzkyallee – Ein Halt vor Endstation der Linie 7 steigen nur wenige Menschen aus. Es ist ein frühlingshafter Sonntag im Mai und die Wolken ziehen schnell über die kistenhaften Hochhausbauten von Gropiusstadt. Im Garten hinter dem Haus auf der Neuköllner Straße 297 findet die 29. Hähnewettkräh- und Hauskaninchenmeisterschaft zu einer Zeit statt, zu welcher man entweder noch tanzt oder schon dem sonntäglichen Katerfrühstück frönt. Der After-Party- Zustand lässt sich jedoch nur schwer mit der erstaunlichen Lautstärke von 60 sich gegenseitig anfeuernden Hähnen vereinen. Darum empfiehlt es sich entweder direkt am Bierstand weiterzumachen oder sich halbwegs ausgeruht nach Rudow zu begeben.

HIer wird jeder Ton gezählt. Die freiwilligen Helfer beobachten die Konkurrenten genau.

Im Wettbewerb an sich geht es jedoch nicht um die Lautstärke, sondern darum, wie oft ein Hahn innerhalb von 45 Minuten kräht. Ehrenamtliche und Kinder beobachten dafür je drei Tiere und führen Strichlisten. Dass der Gewinner des Spektakels, ein Zwerghahnmischling, direkt neben dem einzigen Kampfhahn einquartiert wurde, der permanent alles und jeden anpicken will anstatt zu krähen, hat bestimmt nichts mit dessen Sieg zu tun. Immerhin krähte das Federvieh geschlagene 72 Mal. Da freuen sich die Nachbarn.

Dietrich Kunte (Mitte), Gewinner mit Oskar (72 mal krähen in 45 Minuten), Franziska Giffey (Rechts) und Altbürgermeister Bodo Manegold (Links) bei der Preisverleihung

Während die alten Herren sich mittels ihrer gefiederten Stellvertreter messen, tragen die Kinder einen eigenen Wettbewerb aus: Die Hauskaninchenmeisterschaft. Durch die erfahrene Jury der Kleintierzüchtergruppe D34 Berlin-Rudow und die Stimmen der Zuschauer gewinnt Maya mit ihrem Schwarzloh-Farbenzwerg Basti. Ihr Großvater hat fünf von sieben Enkeln mit seinen Kaninchen ins Rennen geschickt. Ein Schelm, wer da Berechnung riecht.

Hauskaninchen-Meisterschaft Gewinnerin Maya mit dem Pokal.

Drei vom billigen Bier begeisterte WG-Freunde aus Friedrichshain haben ihre ganz eigenen Wertungskriterien für die Hähne aufgestellt und das hässlichste Tier ist schnell gefunden: der Kampfhahn. Ein schnauzbärtiger Züchter hinter ihnen grummelt empört, dass jedes Tier auf seine Art schön sei. Hier noch eine heiße Empfehlung der Drei bevor sie sich noch ein großes Stück vom selbst gebackenen Kuchen gönnen: Die Marmelade von Oma Ruth, welche sie auf den Stock gestützt an einem Campingtisch feil bietet. Im September geht der Spaß mit der 58. Sommerschau und viel mehr Tieren übrigens weiter. Das Highlight für Kinder ist das Schaubrüten bei dem alle paar Minuten ein neues Ei aufknackt.

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.