von am 22. November 2012

Eine Revolution am Dönerspieß: Deutschlands erster Obstdöner ist jetzt auch in Neukölln zu haben. Ein Testessen.

Angeblich ist er ja , der Döner, wie man ihn hierzulande kennt. Also gewürztes Fleisch vom Drehspieß, mit Soße und Salat im Fladenbrot, vielleicht auch ein bisschen Chilipulver darüber. Als erster hat ihn in dieser Form Mehmet Aygün verkauft, der heute in der Kreuzberger Adalbertstraße das Restaurant Hasir betreibt. Gleich um die Ecke von diesem Traditionsrestaurant erlebte der Döner kürzlich eine Revolution. Die ist jetzt auch in Neukölln angekommen, nennt sich Wonder Waffel und ist zu finden in der Neckarstraße. Grellpinke Schilder kündigen werbewirksam das Wunder an: “Deutschlands erster Obstdöner”, heißt es da, und “Erschaffe (d)ein Wonder”. Das muss probiert werden.

Zunächst klingt “Obstdöner” nach einer kalorienarmeren Variante des altbekannten Fleischsandwich, das in den Neuköllner Straßen ja zu jeder Tages- und Nachtzeit erhältlich ist. Geht das neue Gericht vielleicht in Richtung der “gesunden Milchschnitte” (Quark mit Honig zwischen zwei Pumpernickelscheiben), wie sie ernährungsbewusste Eltern ihren Kids als zuckerfreien Snack andrehen wollen? Naja, nicht ganz.

Süßes Wunder

Wonder Waffels Herzstück sind heiße Waffeln, mit Liebe und nach geheimem Teigrezept frisch zubereitet. Zusammengeklappt lassen sie in ihrer Mitte Raum für allerei süße Schweinereien. Der Tresen des in Magenta- und Minttönen eingerichteten Ladens gibt zwar auch eine Auswahl Dosenobst, Himbeeren, Bananen oder auch frischen Feigen her, aber mindestens genauso groß ist das Sortiment an Smarties, Schokoriegeln, Toffifee, Oreo Keksen und Co., mit denen sich die süße Waffel füllen lässt. Zusatzfeatures wie Kokosflocken oder Krokant sind zu addieren und gekrönt wird das ganze mit verschiedenen Soßen, etwa mit Vollmilch- oder Zartbitterschokosoße. Vorsicht Zuckerschock!

Nichts für Kalorienbewusste also, aber als süßer Absacker zu später Stunde oder für einen Kuchennachmittag durchaus zu empfehlen. Und eins muss man den Obstdöner-Erfindern lassen: Sie verkaufen ihre Sache gut. Wäre ihr Laden einfach nur ein normales Waffel-Café mit der üblichen gemütlichen Second Hand-Einrichtung, würde man schnell dran vorbei gehen. Aber das knallige Design, die knackigen Sprüche und natürlich die Idee von der Dönerrevolution sorgen auf jeden Fall für Aufmerksamkeit. Vielleicht der Beginn einer fruchtigen Karriere – das Geschäftsmodell des Franchise-Unternehmens dürfte sicherlich bald noch mehr Ableger hervorbringen.

Text: Katrin Friedmann & Regina Lechner, Fotos: Katrin Friedmann

 

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