von am 23. März 2011

Game-Show-Performance mit Jazzuntermalung: The Hullabaloo Breakdown zu Gast zuhause.

„Warm“ steht auf einem Karton an der gefliesten Wand und lässt darauf hoffen, dass man sich auf der richtigen Fährte befindet. Über die weite Flur eines alten Fabrikgeländes zuversichtlich auf das kleine Gebäude zur rechten mit dem einzigen beleuchteten Eingang zugesteuert, aber kurzfristig von der Entdeckung der Indoor-Gokartbahn mit ernsthaften Zweifeln konfrontiert. Dann doch Erlösung.

Die Treppe hinunter, einen spärlich beleuchteten Gang entlang, noch ein paar Stufen abwärts und von dieser dunklen Lagerhalle geht schließlich die lang ersehnte Eingangstür ab: zuhause.

Der Laden füllt sich allmählich, die Band stimmt ihre Instrumente, dann betritt Tom Cruise mit einem strahlenden Dauergrinsen, das die blendend weißen Zähne perfekt in Szene setzt und mit seiner ebenso blendend blondierten Comoderatorin die Bühne. „Welcome to Hullabaloo.“

Die vier (beruhigenderweise im Vorfeld gecasteten) glücklichen Gäste werden auf die Bühne gebeten und haben nun die einmalige Gelegenheit, den weit über Landesgrenzen hinaus, heiß ersehnten Preis, den „Golden Balony“, ein für alle Mal an sich zu reißen. Die Spielshow beginnt und verlangt den Kandidaten konsequent ein hohes Maß an Intelligenz, Willenskraft und vor allem Durchhaltevermögen ab.

Thorsten gibt eine Party, nur weiß er nicht mehr so recht, wen er eigentlich genau eingeladen hat und muss erraten, dass bei ihm unter anderem ein Elvis mit Tourette-Syndrom, sowie ein Fernsehreperaturpornostar gastieren.  In einer anderen Runde darf Dean als Bankräuber die Bankangestellte Gloria um das Kleingeld in der Kasse bitten, bevor ihn der Polizist Harold anschließend zur Rede stellt. Leider haben es die drei Laiendarsteller mit einem äußerst peniblen Regisseur zu tun. Mit der Ballettversion ist dieser ebenso wenig zufriedenzustellen, wie mit einem Western-Remake. Nicht einmal die schlüpfrige Pornovariante kann seinen Ansprüchen genügen.

In den Pausen werden die Zuschauer von den Intermezzi der „Hullabaloo Hot Jazz Band“ bei Laune gehalten und als Zugabe nach der Show gibt es noch eine Reihe improvisierter Stücke der Musiker inklusive Gesangsbegleitungen von Teilnehmer Dean, der manchem als Rampensau (Gad Hinkis-Israel) der Band „Dirty Honkers“ bekannt sein könnte. Die (in englisch gehaltene) Show war stellenweise urkomisch, nicht immer allerings. Die Reise war’s jedenfalls wert.

 

 

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