von am 31. Januar 2015

Rixpack HostelRixpack-Besitzer Stefan Richter hat sich zu den Vorwürfen geäußert, Asylbewerber seien unter menschenunwürdigen Bedingungen in seinem Hostel untergebracht (wir berichteten): Er zeigt sich als kaltschnäuziger Geschäftsmann und schiebt die Verantwortung auf die Flüchtlinge und das „System“ ab.

Seine Motivation:

„Gutmenschentum spielt keine Rolle“, so Richter gegenüber neukoellner.net. Sein Hostel sei gut ausgelastet, die Unterbringung der Asylbewerber somit ein Zusatzgeschäft, das er auch weiter betreiben will. Übrigens seien die im Artikel genannten Zahlen falsch: Mit dem LAGeSO habe er eine Vereinbarung über die Unterbringung von bis zu 35 Flüchtlingen, zurzeit seien es 26. Von übermäßigem Profit könne keine Rede sein. Seit Oktober 2014 habe die LAGeSo nur ein paar Abschlagszahlungen geleistet und längst nicht alles gezahlt.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) geht unterdessen von anderen Zahlen aus, wie es auf Anfrage bestätigt hat: „Das Rixpack Hostel wird seit Dezember 2013 mit einem Tagessatz ohne Vollverpflegung von 25,00 € von uns belegt. Die Kapazität beträgt 60 Plätze, wovon zur Zeit 51 Plätze vom LAGeSo belegt sind.“

Die miesen Wohnverhältnisse:

„Für diese Klientel müssen sie eher im robusten Stil von Gefängnissen oder Kasernen bauen“, meint Richter zum Abnutzung seiner Wohnungen durch Asylbewerber. Für diese gäbe es keinen Anreiz, die Örtlichkeit pfleglich zu behandeln; schließlich seien sie nur über Gutscheine für circa zehn Tage untergebracht. Zudem sei die gesamte Immobilie verlebt, da der Hausbesitzer sich weigere, auch nur minimalste Instandsetzungen vorzunehmen.

Die schlechte Hygiene:

„Für diese Gäste hat Sauberkeit nicht die erste Priorität“, behauptet Richter. Seine Mitarbeiter würden durchputzen, viele Asylanten wenig bis nichts zum Erhalt der Hygiene beitragen. Die Unterschiede seien aber groß – „Bei einigen sieht es aus wie geleckt, bei anderen furchtbar.“

Die Beispielfamilie:

„Sind freiwillig schon das zweite Mal bei uns.“ Laut Richter handelt es sich um eine Roma-Familie, die über zwei Zimmer bei ihm verfügt, aber aus eigenem Antrieb nur eines nutzt. Das Verhältnis sei gut, seine Mitarbeiter würden unter anderem bei Behördengängen helfen.

Angst um seinen Ruf?

„Wer online recherchiert, sieht, dass wir eh nicht die besten Bewertungen haben“ – Da in die Immobilie nicht investiert werde, mache er auch nur das Nötigste. Seinem Geschäft hat das bis jetzt nicht geschadet, meint Richter. Die Kundschaft sei meist aus dem Ausland und die Fluktuation hoch.

Die Verantwortung?

„Da ich mit der LAGeSO keinen Vertrag habe, muss ich auch nichts erfüllen.“ Der Fehler liegt im System, so Richter. Die Politik sei gefragt, dafür zu sorgen, dass mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen um die Menschen vernünftig unterzubringen. Er bestreitet, dass er seine Wohnungen mit der Flüchtlingsunterbringung zweckentfremdet, diese seien schließlich als Ferienwohnungen angemeldet.

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5 Kommentare:

  • […] Der Inhaber des Hostels hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert: Er schiebt die Verantwortung auf die Flüchtlinge ab und rechtfertigt sein menschliches Versagen mi…. […]

  • […] Inzwischen hat Stefan Richter,der Inhaber des Hostels, gegenüber dem neukoellner.net zu den Vorwürfen Stellung genommen. “Gutmenschentum spielt keine Rolle” . […]

  • Johanna Selz sagt:

    Jeder, der die Wahrheit und Tatsachen anspricht, in diesem Falle, dass bestimme Bevölkerungsgruppen angeblicher „Flüchtlinge“ eben nicht die reinlichsten sind, deren Hygiene stark zu wünschen übrig lässt und keinerlei Pflege den ihnen kostenfrei überlassenen Gegenständen angedeihen lassen, wird gleich als Rassist beschimpft und verunglimpft.
    Ich sollte es wissen, ich arbeite mit „Flüchtlingen“ ( von denen viele im Grunde gar keine sind) und merke sehr oft wie Menschen, die durchaus die Chance zur Körperpflege hätten, unangenehm riechen bis stinken!
    So dermaßen weltfremd kann man doch gar nicht sein, Bjoern Müller! Sie können es sich offensichtlich überhaupt nicht vorstellen, dass diese Menschen keinerlei Zivilisation, Sauberkeit oder behutsames Umgehen walten lassen.

  • Max Büch sagt:

    Liebe Johanna Selz,

    die Zuschreibung rassistisch kam von meinem Redigat. Zitate wie “für diese Klientel müssen sie eher im robusten Stil von Gefängnissen oder Kasernen bauen” sind für mich klassische rassistische Denkmuster, die implizieren, dass der Flüchtling/Asylsuchende an sich nicht gewisser zivilisatorischer Grundlagen fähig wäre.
    Und ja: Ich halte auch Ihre Aussage, „dass diese Menschen keinerlei Zivilisation, Sauberkeit oder behutsames Umgehen walten lassen“ für eine rassistische Verallgemeinerung.

    Ich glaube Ihnen gerne, dass es Flüchtlinge gibt, die andere Vorstellungen von Sauberkeit haben wie Sie und Unterkünfte dreckig hinterlassen. Das ist sicherlich auch ein Problem – nur hat das mit der Herkunft der Leute recht wenig zu tun.

    Oder meinen Sie etwa im Ernst, es gäbe nicht auch genug Deutsche, die sich nicht viel um Hygiene scheren?

    Und Herr Richter ist schließlich nicht gezwungen, Flüchtlinge aufzunehmen. Aber wenn er dafür sogar die normalen Hostel-Sätze verlangt, soll er doch bitte auch für nötige Infrastruktur und Sauberkeit sorgen – ich glaube, dass kann man bei bei 25 Euro pro Person und Tag durchaus erwarten.

  • […] Neuköllner Hostel Rixpack seien Flüchtlinge unzumutbar untergebracht (wir berichteten und holten eine Stellungnahme des Hostel-Besitzers ein)? Zwei Grünen-Politikerinnen im Berliner Abgeordnetenhaus fragten nach. Die Antwort des Senats […]

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