von am 25. Februar 2016
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Yogalehrerin Jhula zeigt den Teilnehmern, wie man beim Yoga sein Bier genießt.

Abends ein schönes Bierchen – das sorgt ja eigentlich schon ausreichend für Entspannung. Aber was passiert, wenn man das Gebraute mit ein paar entspannten Yoga-Übungen verbindet? Seit November 2015 kann man das dank Jhula beim BierYoga in Neuköllner Kneipen und Clubs ausprobieren. Die Kurse sind immer  schnell ausgebucht – wir konnten aber noch einen Platz ergattern.

Text: Ruth Wolter, Fotos: Emily Casey

Der hintere Raum in der Eckkneipe Trude Goldhammer ist bis in die letzte Ecke gefüllt. Wo sonst Gäste an Holztischen Bier trinken, liegen jetzt Handtücher, Picknickdecken und Isomatten eng aneinander gereiht. Die TeilnehmerInnen des heutigen Bieryoga-Kurses von Yogalehrerin Jhula sitzen schon entspannt auf ihren Unterlagen. Es müffelt nach Käsefüßen und altem Holz. Vor jeder Matte stehen mindestens zwei Flaschen Bier. Denn bei dieser Yogastunde steht der Gerstensaft im Vordergrund, nicht die Gelenkigkeit. Von Spiritualität ganz zu schweigen. Es soll der Auftakt für einen heiteren Freitagabend werden.

Von Asanas zu Biergymnastik

Jhula winkt uns freudig von vorne zu. “Wer hat schon mal Yoga gemacht?” fragt sie. Etwa die Hälfte der Anwesenden hebt die Hand. “Wer hat schon mal Bier getrunken?” Alle Lachen und recken die Arme. Und dann geht es auch schon los: Wir sollen ein paar gute Züge aus der Flasche zu uns zu nehmen, bevor es losgeht mit dem Sonnengruß, der hier Biergruß heißt. Ihre Ausbildung zur Yogalehrerin hat Jhula in Indien gemacht. Für das Neuköllner Publikum hat sie nun traditionelle Asanas  zu lockerer Biergymnastik umgewandelt. Mit etwas Glück sieht man während der Übungen ihre blonden Haare und roten Wangen zwischen den Reihen aufleuchten.

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Hier ist Balance gefragt, damit nach der Übung auch noch was vom Bier übrig bleibt…

Wozu das gut sein soll? Ob man im angetrunkenen Zustand Yoga machen kann? Diese Fragen stellt sich hier niemand. “Weil es Spaß macht” antwortet Jhula beherzt. “Ich liebe Bier und Yoga”. Außerdem, fügt sie hinzu, gebe es “die verrücktesten Arten von Yoga, warum also nicht auch Bieryoga”? Die Idee dazu sei auf einem Festival entstanden und tatsächlich fühlt sich die Atmosphäre an diesem frühen Freitagabend im Trude Goldhammer ähnlich an. Einfach loslegen, egal ob Yogamatte und Sportkleidung vorhanden oder nicht. Rülpsen, Umfallen, Lachen – alles ist erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht. Denn das Publikum bringt mehr als genug Gelassenheit und Selbstironie mit.

Biertrinken als Yogaübung

Auch die blutigen Anfänger stellen sich gar nicht schlecht an bei den Übungen. Dabei ist es unter diesen Bedigungen nicht leicht, einen Biergruß hinzubekommen, ohne auf dem Handtuch auszurutschen, das Gleichgewicht oder die Flasche zu verlieren. Es gibt kaum eine Übung ohne Einbindung der Flasche und kaum einen Zwischenstop ohne einen Zug daraus. So werden auch Yogaskeptiker bei Laune gehalten. “Oh, nee. Das ist nichts für mich”, stöhnt ein Teilnehmer. Die anderen allerdings sind relativ ambitioniert dabei.

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Auch mit einer Bierflasche lassen sich Dehnübungen machen.

Nach ein paar Biergrüßen, dem zur “Bierbank” umgewandelten Bankstütz und drei Partnerübungen, bei denen die Stimmung noch ausgelassener wird, ist die Stunde auch schon vorbei. Die Teilnehmer sind erwartungsgemäßg angeheitert und ausgelassen, kommen nach der Stunde zu Jhula, um sich zu bedanken – dafür, dass alles so “schön locker”, “entspannt” und “witzig” war. Und wir können jetzt auch mal mitreden, wenn das Thema Yoga aufkommt: sei es in der Uni oder auf der nächsten WG-Party.

Wer BierYoga auch mal ausprobieren möchte, kann das schon diesen Freitag, den 26. Februar, um 18:30 Uhr in der Loftus Hall tun. Eintritt: 5 Euro, plus Bier an der Bar.

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