von am 4. Dezember 2012

Türkisches Essen findet man in Neukölln an jeder Ecke – was die türkische Küche alles zu bieten hat und was Essen eigentlich mit Sprache zu tun hat, zeigt Deniz Julia Güngör in  ihrem Sprachkurs „Türkisch für Feinschmecker“.

Türken lieben Essen – und ein Gericht, das verdient in der Türkei einen angemessenen Namen. Gefüllte Auberginen etwa heißen „Imam bayıldı“ – „Der Imam fiel in Ohnmacht“ und so wimmelt es in der türkischen Küche von Damenbäuchen, Politikerfingern und Frauenschenkeln.

Sprache und Essen und Neukölln, das brachte Deniz Julia Güngör auf die Idee einen Türkisch-Sprachkurs mit einem Kochkurs zu verbinden. Seit Ende Oktober bietet sie den Kurs im Langolab in der Weisestraße an. „An jeder Ecke kann man hier Döner essen, aber niemand kann einen Döner auf Türkisch bestellen“, sagt Deniz Julia Güngör.

Dabei haben viele deutsche Muttersprachler, die in Neukölln leben türkische Freunde. Das war auch der Grund für die ersten drei Teilnehmer einen Sprachkurs zu besuchen, in dem man auch noch kochen lernt.

Kulinarisch fundierter Unterricht

„Ich hoffe, dass ich Türkisch nicht mehr so schnell vergesse, weil es mich ständig umgibt“, sagt Teilnehmerin Jasmin. Patrick und Theresa sehen das ähnlich. Trotzdem wirkt die türkische Sprache erst mal fremd, weil die Grammatik nicht so vertraut ist wie die englische oder spanische.

ist Turkologin, schon in ihrer Magisterarbeit setzte sie sich mit den „türkischen Bezeichnungen für die Teile von Schlachttieren“ auseinander, ihre deutsche Mutter nennt sie eine hervorragende türkische Köchin. Naheliegend also die Themen Sprache und Essen zusammenzubringen.

Sie wünscht sich, dass Türkisch genau so selbstverständlich gelernt wird, wie andere Fremdsprachen. Ihr Unterricht ist handlungsorientiert und dreht sich rund ums Essen. Schließlich sei Essen eines der ersten Dinge, die man von einer anderen Kultur kennenlernt, sagt Deniz Julia Güngör und spiele natürlich auch in der türkischen Kultur eine große Rolle.

Was den Imam angeht, der soll der Legende nach vor Entzücken in Ohnmacht gefallen sein, als er das Gericht zum ersten Mal probierte. Das Verb bayılmak heißt nicht nur in Ohnmacht fallen, sondern auch entzückt oder begeistert von etwas sein. Woher der Döner seinen Namen hat, wird an dieser Stelle nicht verraten.

In der Weisestraße muss doch erst mal eine Stunde Grammatik wiederholt werden, bevor es dann ans Kochen geht. Deniz Julia Güngör hat alle Zutaten gekauft und schon wenig später brutzeln die „kadınbudu köfte“ – „Frauenschenkel Frikadellen“ in der Pfanne.

Deniz Julia Güngör zeigt wie groß die Köfte geformt werden müssen. „Mit Frauenschenkeln sind nicht so dünne Schenkelchen gemeint, sondern wirklich was zum anpacken.“ Warum die Namensgeber bei Köfte an Frauenschenkel dachten, überlässt Deniz Julia Güngör der Phantasie der Kursteilnehmer.

Türkisch kochen und lernen

Der neue Anfängerkurs startet demnächst, Infos gibt es hier und auf Facebook, Deniz Julia Güngör erreicht ihr über: tuerkischfuerfeinschmecker@gmail.com

 

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