von am 10. November 2014

TSV_RudowNach vier soliden Spielzeiten in der Berlin-Liga kämpft  der TSV Rudow in diesem Jahr gegen den Abstieg. An der Stubenrauchstraße gab es am Sonntag gegen den starken Aufsteiger CFC Hertha 06 abermals keinen Sieg. Das große Manko liegt im Angriff.

„Von der Einstellung her kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Rudows Co-Trainer Robert Marquardt nach der 0:2-Niederlage des TSV gegen Aufsteiger Hertha 06. Den Gästen reichte dennoch eine durchschnittliche Leistung für den Auswärtssieg, auch weil sie ihre wenigen Chancen nutzen konnten, im Gegensatz zu einem im Angriff abermals viel zu harmlosen TSV Rudow. Hertha 06 bleibt als Aufsteiger weiterhin das Überraschungsteam.

Mehmet Aydin macht den Unterschied

Dabei war es kein hochklassiges Spiel beider Teams im zuletzt noch mit neuem Kunstrasen ausgestatteten Stadion an der Stubenrauchstraße. Hertha 06 war zu Beginn zwar um Kontrolle bemüht, doch blieben viele Ballstafetten zu ungenau. Mängel sah Hertha-Trainer Murat Tik beim Zweikampfverhalten und in der Laufbereitschaft seines Teams. Ein Pfostenschuss vom agilen Eryigit (10.) blieb das einzig Auffällige im ersten Durchgang beim Viertplatzierten. Rudow, etwas verunsichert, kam nach anfänglichen Wacklern besser in die Partie, aber im Angriff fehlte es – mal wieder – an Klasse. Möckels Kopfball (23.) nach einer Ecke war kein Problem für 06-Torwart Korkut.

Zur Pause reagierte Murat Tik, brachte den wiedergenesenen Stürmer Mehmet Aydin für den unauffälligen Cenk Atabas. Und der Torjäger zeigte gleich bei seiner ersten Szene, welche Klasse in ihm steckt. Ein Flanke aus dem Halbfeld legte Kucak auf den 06-Stürmer ab, der den Ball gekonnt abschirmte und per Drehung in Gerd Müller-Manier flach ins Tor vollendete. Nach dem 0:1 wachte Rudow zwar auf, brachte Hertha 06 ein ums andere Mal in Bedrängnis, aber weder Jacobs (65.) noch Schlüter (Latte, 78.) konnten den starken Torwart Ömürcan Korkut überwinden. Sein Kapitän Dogukan Topuz machte kurz vor Ende alles klar für die Gäste. Fazit auf Rudower Seite: Einen Stürmer wie Mehmet Aydin könnte man derzeit sehr gut gebrauchen.

Rudows Trend zeigt nach unten

So ist das 0:2 gegen Hertha 06 die fünfte Niederlage aus den letzten sechs Partien. Erstmals in dieser Saison steht Rudow auf Platz 16 in der Tabelle – einem direkten Abstiegsplatz. Der Trend zeigt eindeutig nach unten. Was erneut fehlte, war der Killerinstinkt. „Vor dem Tor fehlt uns die Durchschlagskraft, vielleicht sieht man da einen Mangel an Qualität bei uns“, meinte ein nachdenklicher Co-Trainer Robert Marquardt, der seinen arbeitenden Chef Thorsten Beck auf der Trainerbank vertrat.

Im Sturm versuchte es Marquardt mit Frazer im Zentrum und Elezi als hängende Spitze, der vermeintliche Torjäger Jan Wittmann sollte als Verteidiger für Stabilität sorgen. Zwingende Chancen brachte das Duo Frazer/Elezi in 90 Minuten nicht zu Stande. „Es fehlt an Selbstvertrauen und in den entscheidenden Momenten an Aggressivität“, so Marquardt. Die Entscheidung, ob Wittmann nächste Woche in Staaken wieder im Sturm aufläuft, wurde den Rudowern bereits abgenommen. Durch den Platzverweis in letzter Minute wird der Spieler gesperrt fehlen.

Statistik:
RUDOW: Neumann – Schulze (71. Holtz), Fehratovic, Wittmann, Höfler – Jacobs, Schlüter, Leitgeb, Möckel – Elezi – Frazer.
HERTHA 06: Korkut – Akkaoui, Yüksel (46. Cay), Akman, Kersü – Kiyak, Topuz (87. T. Salantur) – Atabas (46. Aydin), Mengi, Eryigit – Kucak.
SR: Dickamp (SC Staaken) – ZUSCHAUER: 58.
TORE: 0:1 (49.) Aydin, Drehschuss nach Ablage von Kucak; 0:2 (86.) Mengi, Abstauber nach Pfostenkopfball von Topuz.
GELBE KARTE: Möckel –.
GELB-ROTE-KARTE: 90.+1 Wittmann, wiederholtes Foulspiel.
BESTE SPIELER: Jacobs, Fehratovic, Schlüter – Korkut, Eryigit, Aydin, Topuz.

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