von am 17. März 2011

Neonlicht, Deutschlandfahnen und Satellitenschüsseln an den Balkonen. „Discount Diaspora“  feiert Premiere an der Neuköllner Oper.

Fred, ein Kämpfer des Kapitals in Anzug und Krawatte ist in Neukölln eingefallen, um das Beste aus dieser elendigen Gegend herauszuholen: Geld. Neben den Immobiliengeschäften scheinen jedoch auch andere Dinge immer stärker in den Fokus seiner Aufmerksamkeit zu rücken. Schon bald verfällt auch er den mehr oder minder versteckten Reizen dieses eigenen Kosmos innerhalb Berlins und taucht ab in die Discount Diaspora.

Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, die Verfasser des Textes, pflegen schon seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit und haben sich als Autorenduo längst etabliert. Spätestens seit „Schwarze Jungfrauen“ von 2006 dürfte ihr Name in der Theaterszene ein Begriff sein. Senkel und Zaimoglu setzten sich in ihren Stücken oft mit den Belangen von Minderheiten auseinander und kennen sich mit der Thematik der Parallelgesellschaften bestens aus; beste Voraussetzungen für eine Inszenierung des Lebens hier im Kiez.

Skrupellose Immobilienhaie, überschminkte Mädchen in Hotpants, coole Jungs mit Caps und schmierige TV-Marktschreier. Eine musikalische Satire mit unverkennbarem Bezug zur Realität: wahrlich eine neuköllner Oper.

 

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