von am 6. Oktober 2014
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Auf der Lauer: Torjäger Ibrahima Sory Cissé (rechts) löst sich von Gegenspieler Deniz Yesiltepe.

Der SV Tasmania bleibt Tabellenführer in der Berlin-Liga durch einen beeindruckenden 7:0-Kantersieg gegen den Berliner SC. Trainer Abu Njie war trotzdem nicht ganz zufrieden, obwohl einem Spieler ganz Großes gelang.

Wer momentan Bock auf flotten Fußball hat, der sollte in die Neuköllner Oderstraße gehen. Dort blieb dem Berliner SC am Sonntag nur die Rolle des Sparringpartners, auch weil die neue, taktische Ausrichtung des heimischen SV Tasmania in einem 3-4-3-System voll aufging. Das Gegenpressing funktionierte, im Mittelfeld herrschte häufig Überzahl und so diktierten die Neuköllner Spiel, Gegner und Tempo nach Belieben. Nach einem 5:0 zur Pause kam selbst der Coach der Tasmanen, Abu Nije, ins Schwärmen: „Direkt, einfach und dominant – das war eine perfekte erste Hälfte.“

Cissé mit vier Toren in 12 Minuten

Der junge Faruk Sentürk eröffnete den Torreigen mit einem sehenswerten Schlenzer aus 18 Metern. Was danach folgte, war die Show des Ibrahima Sory Cissé. Der Mann aus Guinea mit französischem Pass traf innerhalb von 12 Minuten viermal ins Netz des Berliner SC. Absoluter Höhepunkt sein Traumtor zum 5:0 in der 26. Minute, als er eine Flanke von rechts per Dropkick abnahm und den Ball in den rechten Torwinkel jagte. Der chancenlose Gäste-Torhüter Robin Carly konnte einem Leid tun. Fünf der ersten sechs Bälle auf seinen Kasten schlugen hinter ihm ein.

Carlys Vorderleute wehrten sich indes kaum gegen einen technisch überlegenen Gegner, wobei das defensive Mittelfeld des BSC zeitweise einem Total-Ausfall glich. Erst zu Beginn der zweiten Hälfte nahm Tas etwas das Tempo raus dem Spiel, was den ehrgeizigen Trainer Abu Njie erzürnte: „Wir dürfen da noch nicht zufrieden sein!“ Trotz einer absolut überzeugenden Leistung, scheint Njie seine Mannschaft weiterhin fest auf das Ziel Aufstieg in die Oberliga einzuschwören. Jegliches Nachlassen will der 34-jährige Trainer im Keim ersticken. Selbst bei einem 5:0-Halbzeitstand.

Gästetrainer nimmt die Blamage gefasst

Demontage, Blamage, Katastrophe – derlei Schlagwörter würden wohl einem Trainer über die Lippen kommen, dessen Team gerade mit 7:0 untergangen ist. Doch BSC-Trainer Michael Wolf nahm die heftige Klatsche relativ gefasst zur Kenntnis: „Klar ist so ein Auftritt nicht hinzunehmen, allerdings ist der Tasmania viel geglückt zu Beginn.“ Dass es zur Pause in der Kabine laut wurde, verstehe sich von selbst, so Wolf. Er wies dabei auf eine Neuausrichtung der Saisonziele des Berliner SC hin: „Für uns geht es jetzt nur um den Klassenerhalt.“

Vom Abstiegskampf war man beim Berliner SC in der nahen Vergangenheit noch weit entfernt. Zumeist landete man am Ende der Saison im oberen Mittelfeld mit Chacnen auf den Aufstieg. Die Abgänge von Arnst und Wolski, das Fehlen von Asma und Schiller sind jedoch Hypotheken, die der Kader des BSC derzeit nicht auffangen kann. Einziger Lichtblick an diesem tristen Tag: Verteidiger Deniz Yesiltepe feierte sein Comeback nach eineinhalb Jahren Verletzungspause.

Solche Sorgen kennt man bei der Tasmania aktuell nur vom Hörensagen. Die top besetzte und eingespielte Mannschaft marschiert weiterhin von Sieg zu Sieg. Der nächste soll bereits im Neuköllner Derby folgen. Am 19. Oktober (14 Uhr) steigt das Duell gegen den TSV Rudow abermals im Werner Seelenbinder Sportpark in der Oderstraße.

Statistik
SV Tasmania – Berliner SC 7:0 (5:0)
TASMANIA: Schelenz – Lentz, Bohomo Etiegie, Ermel – Isik, Aslan (71. Savkovic), Tseke (60. Tokmak), F. Sentürk (77. Hamlecioglu) – Rogoli, Maaß – Cissé.
BSC: Carly – Teetzmann, Rose, Pöthke (71. Yesiltepe), Hock – Steinert, Kersten, Harzheim (38. Göcer), Peitz – Sauer (62. Gempf) – Jeckl.
SR: Schröder (VfB Hermsdorf) – ZUSCHAUER: 115.
TORE: 1:0 (11.) F. Sentürk, Linksschuss aus 18 Metern in den Winkel; 2:0 (14.) Cissé, aus der Drehung; 3:0 (17.) Cissé, Abstauber aus sechs Metern; 4:0 (24.) Cissé, Flachschuss; 5:0 (26.) Cissé, Dropkick aus 20 Metern in den Winkel, 6:0 (72.) Cissé, flach ins leere Tor; 7:0 (76.) Rogoli, strammer Schuss aus zehn Metern.
GELBE KARTEN: – Steinert, Teetzmann, Pöthke, Rose, Jeckl.
BESTE SPIELER: Cissé, Bohomo Etiegie, F. Sentürk, Maaß –.

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