von am 22. Februar 2016
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Au Backe! Rudows Torwart Christopher Ottho (Mitte) erwischt seinen Verteidiger Nick Buchsteiner im Luftkampf mit dem Ellenbogen. (Foto: Friedmann)

In der Berlin-Liga kam es am Sonntag zum Neuköllner Derby zwischen der Tasmania und dem TSV Rudow. In einer einseitigen Partie gab es am Ende einen deutlichen Sieger und einen völlig konsternierten Gäste-Trainer.

Es gibt so Tage, da läuft einfach nichts zusammen. Tage, an denen ein Stürmer aus fünf Metern nicht ins leere Tor trifft. Als TSV-Angreifer Dennis Cuhls in der 56. Minute des Neuköllner Derbys beim Stande von 0:5 genau dieses Kunststück fertig brachte, war allen Rudowern längst klar: Heute ist ein solch gebrauchter Tag.

Zuvor war der TSV von der Tasmania nach allen Regeln der Fußballkunst auseinandergenommen worden. Dabei war der Türöffner für die Derby-Klatsche eine relativ simple Eckballvariante: Tasmanias Stürmer Salvatore Rogoli hatte den Ball flach auf den ersten Pfosten geschlagen, Verteidiger Ronny Ermel auf Emre Demir abgelegt, und der erzielte per Flachschuss das 1:0. Von einem Abwehrspieler des TSV Rudow war weit und breit nichts zu sehen.

Tasmania-Trio zerlegt Rudows Defensive

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt war Rudows Coach Thorsten Beck völlig konsterniert: „Diese Variante macht die Tasmania schon, seitdem ich Trainer bin. Wir haben das vor der Partie besprochen“, aber seine Defensive befand sich wohl noch im Tiefschlaf – wie auch in der Folge. Dabei zeigte Tasmania über die 90 Minuten nicht mal eine überragende Leistung, sondern nutzte die sich bietenden Räume spielerisch aus. Rudow ließ den Kampf und die Laufbereitschaft vermissen. Dazu hatte Tasmania ein gut aufgelegtes Offensiv-Trio zu bieten: Emre Demir und Tolgay Asma spielten ihre Klasse im Mittelfeld aus, während im Sturmzentrum mit Salvatore Rogoli ein dankbarer Abnehmer ihrer Vorlagen stand.

„Tolgay Asma hat heute mit einem Tor und zwei Vorlagen einen sehr guten Einstand im Tas-Trikot gefeiert“, meinte ein zufriedener Tasmania-Coach Mario Reichel über seinen Winterneuzugang. Reichel zeigte sich zudem sehr verwundert, dass es seiner Elf im Derby so leicht gemacht wurde. Die Tasmania will nun den zweiten Platz in der Berlin-Liga mit aller Macht verteidigen, denn Spitzenreiter Altglienicke scheint mit 12 Punkten Vorsprung fast schon uneinholbar.

„Aus der Traumwelt sind wir befreit“

Rudows Trainer Thorsten Beck war nach der happigen 0:5-Niederlage zwar zunächst sprachlos, konnte sich dann aber noch zu einem Statement durchringen: „Wir haben heute sehr ängstlich agiert. Eigentlich völlig unverständlich“, denn Becks Mannschaft hätte aus der Position des Underdogs befreit aufspielen können. Vier Siege standen zuletzt für den TSV Rudow in der Berlin-Liga zu Buche, doch was der Beck-Elf im Derby fehlte waren die Grundtugenden des Fußballs: Einsatz, Wille, Leidenschaft.

Vielleicht sind einigen die letzten Erfolge zu Kopf gestiegen, lässt Beck durchblicken. Bei Trainerkollege Mario Reichel habe er sich nach Spielschluss bedankt: „Danke für die Lehrstunde, habe ich ihm gesagt. Jetzt wird bei uns wenigstens nicht mehr nach oben geschaut. Aus der Traumwelt sind wir befreit.“

Statistik:
SV Tasmania – TSV Rudow 5:0 (4:0)
TASMANIA: Schelenz – Kirli, Bähr, Ermel, Schmidt – Tokmak, Marjanovic – Demir, Asma (72. Mätschke), Januschowski (68. Razeek) – Rogoli.
RUDOW: Ottho – Coban, Buchsteiner, Godau, Höfler – Holtz, Schlüter, Aslan (65. Sander), Matusczyk – Cuhls (85. Singh), Gaudian (65. Frazer).
SR: Lasse Koslowski (Frohnauer SC) – Zuschauer: 109.
TORE: 1:0 (15.) Demir, 2:0 (24.) Rogoli, 3:0 (40.) Asma, 4:0 (44.) Demir, 5:0 (47.) Rogoli.
GELBE KARTE: keine – Cuhls.
BESTE SPIELER: Rogoli, Demir, Asma, Ermel – keine.

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