von am 5. Februar 2013
Vier Frauen aus Neukölln testen jede Woche ein neues Restaurant und schreiben darüber in ihrem Foodblog hungry young men. Kürzlich waren sie im Burrito Baby. Eine neue gastronomische Entdeckungstour.

Von Laura Müller

„Burrito“ ist die Verniedlichungsform von „burro“, dem spanischen Wort für Esel. Ist nun auch der, der den Burrito isst, ein Esel? Ja und Nein. Mag man gefüllte Tortillas, deren Form an Eselsohren erinnert, ist das durchaus legitim. Geht man für diesen Genuss zu Burrito Baby in in die Pflügerstraße 11, so kann man sich danach durchaus vereselt vorkommen. So zumindest ist es Nele und mir gegangen, nachdem wir uns an einem ungewohnt kalten und gewohnt stürmischen Donnerstagabend aufmachten, um im Burrito Baby zu Abend zu essen. Der erste Eindruck ist international: Spanisch und Englisch sprechen die Gäste des kleinen, hellen und mit einem außergewöhnlich charmanten Barmann ausgestatteten Lokals.

Junge Frauen drängen sich an einem Ecktisch und geben Erlebnisse ihres letzten Backpacker-Trips zum Besten. Es wird viel gelacht, ohne dass dabei der Kajalstrich verlaufen würde und Nele und ich freuen uns, dass hier offenbar auch Alkohol ausgeschenkt wird. Doch weit gefehlt. Alkohol gibt es keinen, ansonsten auch nur fair gehandelte Limonaden. Und mir bleibt nichts anderes übrig, als anstelle meines geliebten „Schwipp-Schwapp“, ein „Misch-Masch“ zu ordern. Sprachspiele sind mir seit meinem Germanistikstudium schwer verhasst und so ist meine Laune noch bevor ich weiß, was später auf meinem Teller landen wird, nicht die beste.

Nele bestellt „Burritos Hot Mama“ und ich „Nice Tacos“ und wir unterhalten uns über anstehende Projekte. Denn das ganze Leben ist ja so eines, nicht wahr? Es kommt, was kommen muss, der nette Mann von der Bar erscheint, die braunen Bohnen seien aus, wir müssten uns mit den Damen vom Ecktisch einigen, wer die restlichen Hülsenfrüchte kriegt, es täte ihm leid, da wäre nichts zu machen. Die Damen wollen keine braunen, sondern lieber schwarze – wo ist der Unterschied? – und wir kriegen, was wir wollen. Oder von dem wir annahmen, dass wir es wollten. Denn richtig schmecken tut es nicht, was uns dann aus der Küche serviert wird. Alles sehr, sehr trocken und geschmacksarm. Ich saue den gesamten Tisch und Serviettenspender ein und langweile mich trotzdem mit meinen „Nice Tacos“. Nett ist halt immer noch die kleine Schwester von Scheiße.

Wo: Pflügerstraße 11, Telefon 030/33851520
Was gibt’s: Mexican Street Food: Tacos und Burritos
Preise: Vorspeisen ab 3€, Hauptgerichte ab 5€
Offen: Di–Do: 13–21h, Fr: 17-22h, Sa: 13–22h, So: 15–21h
burritobaby.de

 

2 Kommentare:

  • Regina Lechner sagt:

    Ich war schon ein paar Mal im Burrito Baby und fand es immer sehr lecker. Die Guacamole ist traumhaft und die Hot Mama fand ich auch sehr würzig – also gar nicht so, wie Laura es beschreibt. Manches könnte schärfer sein, aber zum Nachwürzen gab es immer verschiedene scharfe Soßen, die man gut durchprobieren konnte. Ich kann schon verstehen, dass man das Essen von Burrito Baby eher lasch findet, wenn man sich würzige Fleisch- und Käse-Gerichte verspricht. Das Essen ist vegetarisch, zum Teil sogar vegan, und obwohl ich an sich Fleisch esse, freue ich mich mal eine Alternative zu haben. Dass es keinen Alkohol gibt, finde ich nicht schlimm, gibt es z.B. in arabischen Restaurants ja auch nicht. Und es soll sogar Leute geben, die Misch-Masch lieber trinken als Schwipp Schwapp.

  • Albrecht sagt:

    – da schmeckt es echt Scheiße

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