von am 27. Juli 2015
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Foto: Anke Hohmeister

Die Berliner Zeitung hat eine bittere Wahrheit ans Licht gebracht: Neuköllns Nachtleben ist nur mittelmässig. Unser Schockkommentar.

Berliner Zeitungs-Autor Yulian Ide ist der Meinung, das Neuköllner Nachtleben sei nur mittelmässig. In seinem Artikel, der leider nicht einmal das Prädikat „mittelmässig“ sondern vielmehr die Bezeichnung „grottig argumentiert“ verdient, beschreibt Ide das für seine Begriffe weichgespülte Nachtleben in Neukölln. Zusammenfassung: Früher war’s noch düster, heute ist es „irgendwie dämmrig“. Aha.

Die Kiezkartoffel auf Kneipentour

Ide, der selbst zwischen Gneisenaustraße und Mehringdamm wohnt, also dort haust, wo Moccacino und Kokosnusswasser in Strömen fließen, beschreibt sich selbst gerne als „Kiezkartoffel„. Der BLZ-Autor möchte uns wohl damit sagen, dass er seinen Kiez nur ungern verlässt. Wir von neukoellner.net sind fassungslos. Was ist mit unserem Kiez geschehen, wenn Yulian Ide sich hier nicht mehr wohlfühlt?

Tränen auf der Boddinstraße

Dennoch möchten wir ein paar Fragen stellen, die uns auf dem Herzen liegen: Lieber Yulian Ide, warum gucken Sie sich, wenn es um einen Artikel geht, der das Neuköllner Nachtleben beschreiben soll, nur die Weserstraße an? In der Boddinstraße verdrückt ein Barkeeper gerade eine Träne, im Schillerkiez und auf der Emser Straße warten die Kneipenbesitzer vergebens auf ein Interview. Wenn schon Weserstraße, hätten wir einen Besuch im Tier (Fachmagazin Mixology: „Neukölln kann Bar„) oder in der Thelonius Bar (ebenfalls Mixology: „vereint klassische Cocktailbar mit modernen Zügen„) empfohlen. Und wenn man schon eine düstere Neuköllner-Nachtleben-Safari starten und dem Bergmannkiez entkommen will, sollte man auch eine dunklere Straße auswählen. Vielleicht eine mit weniger Laternen?

Licht aus, Herr Ide!

Ist ein Berliner Nachtleben-Redakteur, der spätestens um drei nach Hause fährt, vielleicht ohnehin eine Fehlbesetzung? Herr Ide, Sie wollen aufregendes Bier schmecken, mögen keine Kapuzenpullis und wollen in das dunkle Neukölln? Dann ziehen Sie sich was Schickes an, erstehen sich eine Palette Paderborner im Kaufland und setzen sich vors Tempelhofer Feld. Oder sie bleiben im Bergmannkiez und machen halt zur Not mal das Licht aus.

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2 Kommentare:

  • Gunter Haedke sagt:

    Da hat Euer Autor voll ins Schwarze getroffen! Wer Langeweile sucht, findet sie in Kreuzberg allemal. Vielleicht hat das Herrn Yde von der Berliner den Kopf vernebelt. Er sollte einfach mal mit offenen Augen, auch für das was sich außerhalb der eingetretenen Pfade befindet, durch Neukölln (Rixdorf) streifen.

  • Ron sagt:

    Neukölln ist scheisse und dies nicht nur mittelmässig. Wer hier schon länger lebt – und nicht einer der zugezogenen Ignorantenhipster oder Trashtouristen ist, der kommt beim Thema Absturz der Lebensqualität in den letzten 5 Jahren nicht mehr aus dem Kotzen raus. Dazu gehört auch den Knall den man als Neuköllnbesucher haben muss, wenn man vor einem Scheisshaufen steht und den tollen findet weil es so in einem Blog steht.

    Und: warum muss ausgerechnet dass „spannende“ Nachtleben Neuköllns mittlerweile in meiner Strasse stattfinden? Warum müssen Leute bis morgens um 3 auf meiner Strasse rumhängen, saufen, laut labern, streiten? Wir wäre es ihr geht einfach mal nach Hause oder in eine Bar/Club? Aber nein, alles ist ja so geil hier. Hier kann man täglich in die Hauseingänge pinkeln und das hat null Folgen.

    Was wir hier in Neukölln erleben ist rücksichtsloser Trashtourismus der übelsten Sorte – und keiner wills wissen. Ordnungsamt? Polizei? BVV? Tauchen alle weg. Weil für das bißchen Geld dieser Touristen ist jedes Mittel erlaubt. Es gibt eine Berliner Lärmschutzverordnung – nur leider ist die in Neukölln defakto nicht in Kraft.

    Ich freue mich jeden Tag auf Regen und schlechtes Wetter weil dann ein paar dieser A.schlöcher zu hause bleiben.

    Ps.: Es gibt auch Menschen unter 20 und über 30….
    Ps2.: Beste Zeile auf meine Beschwerde über Lärm um 3.30 morgens vor meiner Wohnung: Zieh doch weg du alter Pisser….von jemandem der aus Hamburg kommt. Sagt alles.

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