von am 11. Februar 2014

Gnocchi de moniatoDas Feliu ist ein katalanisches Restaurant, dessen Einflüsse aber bis nach Südamerika und Japan reichen. Zum Nachkochen von der Speisekarte: Süßkartoffelgnocchi mit Spinatsalat und Oliven.

Die Wände sind mit dunklem Holz vertäfelt, Dutzende Kerzen in den Hälsen alter Weinflaschen erhellen das große Schaufenster. „Im Winter ist das Feliu besonders gemütlich“, sagt Josep, der hier als Kellner arbeitet und sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Im Feliu kann man eine katalanische Küche kennen lernen, die weit mehr ist als nur Tapas. Alle zwei Monate wechselt die übersichtliche Karte. Kein Fünf-Euro-Imbiss wolle man sein, aber gehobene Cuisine zu einem erschwinglichen Preis anbieten, sagt Josep.

Calçots, Ceviche und das katalanische Sashimi

Der Besitzer, der auch die Tapas-Bar Gastón in der Weserstraße betreibt, benannte das Feliu nach seiner katalanischen Heimatstadt Sant Feliu. Manche Gerichte sind an deftige Landküche der Region angelehnt, wie Calçots mit einer Romesco-Tomatensoße. „Calçot ist eine spezielle Zwiebel, die in Katalonien gegrillt wird. Man zieht das verkohlte Äußere ab und isst das saftige Innere“, erklärt Josep. „Das ist immer mit einem großen Grillfest mit vielen Freunden verbunden.“ Der Bacallà, der getrocknete Stockfisch, wird auch in  Italien und Portugal gegessen. Aus Südamerika stammt dagegen die Ceviche, ein mit Limettensaft marinierter roher Fisch, während sich hinter „Tonyina Marinada“ ein roter Tunfisch verbirgt, der ein wenig an japanisches Sashimi erinnert.

„Moniato“ – die würzige Süßkartoffel

„Japan ist bei den spanischen Köchen derzeit total angesagt“, sagt Josep. Diese neue katalanische Küche, wie sie vor allem in Barcelona entwickelt wurde, ist experimentierfreudig, hat aber viel Respekt vor den einzelnen Produkten, die gerne frisch auf dem Markt eingekauft werden. Köchin Alejandra kommt ursprünglich aus Chile, lernte aber in Barcelona den späteren Gründer von Gastón und Feliu kennen und beschloss, mit ihm in Berlin zusammenzuarbeiten. Ihre Gnocchi de Moniato sind natürlich von der italienischen Pasta beeinflusst, bekommen aber einen besonderen Dreh durch die würzige Süßkartoffel, die man auf Katalanisch „moniato“ nennt.

Zutaten für 6 Personen

600 g Süßkartoffelpürree (Süßkartoffeln schälen, kochen, zerstampfen und etwas abkühlen lassen.)
500 g Mehl
1 Ei + 1 Eigelb
5 g Salz
etwas gemahlener Pfeffer und Muskatnuss

Das Süßkartoffelpürree mit den Eiern und nach und nach mit gesiebtem Mehl mischen. Die Konsistenz ist richtig, wenn der Teig nicht mehr an den Fingern kleben bleibt. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Auf einer bemehlten Fläche eine etwa 3-4 cm dicke Wurst daraus formen und mit einem Messer etwa 2 cm breite Stücke abschneiden. In der Mitte sollten sie schön weich sein, außen glatt und mit etwas Mehl bedeckt. Die Gnocchi in kochendes Salzwasser geben. Sie sind fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmen.

Gnocchi à la Feliu

Man kann die Gnocchi ganz pur essen oder wie im Feliu servieren: Etwas Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, einige Salbeiblätter hineingeben und die Gnocchi darin kurz anbraten. Auf einem Teller anrichten mit Spinatblättern und schwarzen Oliven, fein gehobelten Parmesan darüber geben.

Die ungekochten Gnocchi kann man gut einfrieren, wenn nicht so viele Portionen gewünscht sind.

Restaurant Feliu
Pflügerstr. 4
Mo-Sa 19-23 Uhr

 

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