von am 7. November 2016
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Tor für die Tasmania! Außenverteidiger Damian Tiedmann trifft per Kopf zum 1:0 gegen den SFC Stern.

Was hatte man sich vorher auf das traditionsreiche Spitzenduell der Berlin-Liga gefreut: Tasmania gegen SFC Stern, der Erste gegen den Dritten. Aber letztlich gab es weder Spannung noch einen offenen Schlagabtausch an der Neuköllner Oderstraße, sondern einen deutlichen, ungefährdeten Sieger.

Fotos: Janik Lindenblatt

Im Werner-Seelenbinder-Sportpark entfaltete sich am Sonntagnachmittag ein Spitzenspiel, das schon früh zu Gunsten der SV Tasmania entschieden war, auch weil ein Platzverweis kurz vor der Pause dem SFC Stern das Genick brach. Die Gastgeber gingen zu Beginn engagiert zur Sache. Gleich die erste Ecke verwertete Außenverteidiger Damian Tiedmann am kurzen Pfosten zur Führung.

„Da hatten wir richtig schlecht verteidigt“, konstatierte ein enttäuschter Stern-Trainer Manuel Cornelius, der im Anschluss gute 20 Minuten seines Teams sah. Woithe per Seitfallzieher (24.) und ein abgefälschter Schuss von Önal (29.), den Tas-Keeper Schelenz mit einem großartigen Reflex parieren konnte, hätten die Steglitzer zurück in die Partie bringen können.

Dem Platzverweis folgt die Vorentscheidung

Doch dann folgte die verhängnisvolle 38. Minute, in der Schiedsrichter Hornig nach einem Wortgefecht zwischen Tokmak und El-Rayan, auf Rot für Sterns Toptorschützen (sieben Treffer) entschied. Vier Minuten später erzielte der überragende Rogoli sehenswert durch eine Direktabnahme die 2:0-Führung – gleichbedeutend mit der Vorentscheidung.

Nach der Pause übernahm die Tasmania in Überzahl die Kontrolle. Cornelius hatte zwar umgestellt, den wuchtigen Heyse gebracht, um das Mittelfeld zu stabilisieren, doch nach vorne fehlten ohne Woithe und El-Rayan die Mittel. „Wir haben das heute sehr konzentriert und sauber nach Hause gespielt“, sagte Tas-Trainer Mario Reichel, der wusste, das der Platzverweis ihm in die Karten gespielt hatte. „Aber auch in Gleichzahl waren wir die bessere Mannschaft. Wir hatten heute einfach die bessere Spielanlage“, so Reichel.

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Allein gegen Zwei: Tas-Spieler Mehmet Kirli (am Ball) nimmt es gegen zwei Spieler von SFC Stern 1900 auf.

Einmal Rot, zwei Meinungen

Nach Spielschluss stand aber nur ein Vorkommnis im Mittelpunkt der Diskussionen: die Rote Karte gegen Nimer El-Rayan. Nach einem harmlosen Zweikampf und einem Freistoß gegen Tas-Spieler Yildirim Tokmak, hatte dieser dem gefoulten Stern-Stürmer eine Schwalbe unterstellt. Das wollte El-Rayan nicht auf sich sitzen lassen und zweifelte lauthals die geistige und körperliche Unversehrtheit Tokmaks an. Folge: Rote Karte! Für SFC-Trainer Manuel Cornelius eine zu harte Entscheidung: „Das war komplett überzogen.“ Gelb und eine Ermahnung hätten gereicht, zumal es eine vollkommen faire Partie gewesen sei.

Sein Gegenüber Mario Reichel hatte eine andere Meinung: „Das ist zwar hart. Wenn er das aber so gesagt hat, dann ist Rot nachvollziehbar.“ Über diese Karte hätte sich aber auch der dreifache Torschütze Salvatore Rogoli nicht beschweren können, nachdem er unschöne Worte Richtung SFC-Bank gerichtet hatte. Ob Schiedsrichter Hornig hier weghörte, wissen wir nicht, wohl aber, dass er mit seiner umstrittenen Entscheidung deutlich in den Ausgang des Spitzenspiels eingegriffen hatte.

Sei’s drum. Das klare 4:0 gegen Verfolger SFC Stern ist ein deutlicher Fingerzeig des alten und neuen Spitzenreiters SV Tasmania. Kann die Reichel-Elf ihre starke Form halten, ist sie der aktuelle Favorit im Aufstiegsrennen der Berlin-Liga.

Statistik:
SV Tasmania – SFC Stern 4:0 (2:0)
TASMANIA: Schelenz – Schmidt, Loder, Ermel, Tiedmann – Kirli, Asma (81. N. Samardzic), Tokmak, Rogoli – Karasu (72. T. Samardzic), Marjanovic (58. Sahin).

STERN: Slotta – Froelian, Miesner, Felsenberg, Fischer – Freyer, Önal, R. Schrade (46. Heyse), Höhne – Woithe (46. S. Schrade), El-Rayan.
TORE: 1:0 (8.) Tiedmann, Kopfball nach Ecke von Marjanovic; 2:0 (42.) Rogoli, Volleyschuss aus zehn Metern nach Flanke von Schmidt; 3:0 (59.) Rogoli, aus kurzer Distanz nach Rückpass Karasu; 4:0 (61.) Rogoli, aus kurzer Distanz nach Vorarbeit von Kirli.
SR: Hornig (Friedrichshagener SV) – ZUSCHAUER: 160.
GELBE KARTE: Slotta.
ROTE KARTE: (38.) El-Rayan (SFC Stern), wegen Beleidigung eines Gegenspielers.
BESTE SPIELER: Rogoli, Schelenz, Loder, Ermel .

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Ein Kommentar:

  • Gigi sagt:

    beleidigungen haben nichts auf dem platz verloren. wenn er dazu nicht in der lage ist, gibt es halt rot. das ist keine zu harte entscheidung, sondern allein die schuld des spielers. vollkommen richtiges urteil des schiedrichters!

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