von am 21. Oktober 2016

wochenschau_42-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Text: Torben Lehning und Karolina Spring

Dein Bezirk braucht deine Hilfe. Im Sommer riecht es überall nach Pisse. Im Herbst fällt abgestorbenes Laub auf die kotigen Hinterlassenschaften von irgendwelchen Drecksvierbeinern und egal zu welcher Jahreszeit – alle stellen ihren Müll auf die Straße. Sofas wollen wir hier nicht! Anstatt immer und überall nur über die Vermodderte inkompetente Verwaltung des Bezirks zu meckern, kannst jetzt du: jung, aufstrebend, ein bisschen lebensmüde und ohne Schamgefühl – deinen Bezirk unterstützen. Anstatt sich nur zu beschweren, könnte man zu Abwechslung auch mal anpacken und mithelfen. Zu besetzende (Ausbildungs-)Stellen gibt es genug.

Sofas wollen wir hier nichts?! Dann machs halt besser.

Sofas wollen wir hier nichts?! Dann mach’s halt besser. Foto: Anke Hohmeister

Veggiehipster vs. Expats. Alles hockt drinnen, die Herbstmelancholie tappt heran, der Launepegel sinkt und die Stänkerlust steigt. Perfekter Nährboden für einen Clash der Stereotype: Expats vs. Hipster. Zwei Gattungen, über die sich Ur-Berliner mit größter Leidenschaft ereifern können. Manchmal regelt sich das ganz von alleine. Wir servieren frisch frittiert und aufgebauscht den Skandal: In ihrem Artikel über den im April diesen Jahres eröffneten veganen Imbiss „Dandy Diner“ der zwei Modeblogger und Vorzeigehipster Jakob Haupt und David Roth, wagen es die Kollegen vom Exberliner doch tatsächlich das fehlende Müllbewusstsein der Veganer zu kritisieren. Wir sind schockiert! Als wären eine gesunde, tierfreie Ernährung und Fast Food noch kein Widerspruch – was aber bisher sonst keinem merkwürdig vorzukommen scheint. Gähnend hocken wir hinter nassen Fensterscheiben und hoffen doch noch auf Bärteziehen und Wollmützenmopsen, wenn es schon keine Aussicht auf’s Suchtmittel Sonnenstrahlen gibt. Fight!

Die Schönheit der Platte. Neukölln ist nicht nur Schillerkiez. Neukölln hat über 300.000 Einwohner und ein beträchtlicher Teil davon wohnt hier: in braungrauen Häuserschluchten, die etwas für sich haben. Wochenendausflugstipp – einfach mal hinfahren und angucken.

Gropiusstadt

#NKinsta – Sofas wollen wir hier! Wir gehen mit der Zeit und rüsten auf. Wir haben uns eure Burger-, Hosen-, Maybachufer-Post lange genug angesehen. Es wird Zeit mitzumischen. Die Augen sind ein Spiegelbild der …. Bullshit! Deine tägliche Dosis Neuköllner Realität in Bildern ohne schöne Sprüche findest du auf unserem Instagram-Channel. Aber mit Filter. Weil es zum Glück keinen gibt, der den Müll von den Straßen und die Farbe von den Wänden verschwinden lässt.

Raus I. Stirbt man am zerrissen sein, am stark sein oder am klug sein? Dieser Frage widmet sich die Opern Performance Hauen und Stechen der beiden Regiesseurinnen Julia Lwowski und Franziska Kronfoth. Das ganze findet im Rahmen des „In Schönheit sterben Festivals“ der Neuköllner Oper statt. Sollte man mal vorbeiwehen – habt euch nicht so technohaft!

Raus II. Am Samstag serviert der Keller wieder feinstes vom Feinsten. Kellergedeck steht auf dem Speiseplan. Also Bäuche reiben und in den Ke//er gehen. Foolik aus dem Sisyphos kommt auch. Also habt euch nicht so opernhaft!

Raus III. Monoglot live at Peppi Gugenheim. In der Weichselstrasse wird es am Samstag indie-jazzig. Das ist live von einer Band mit echten Instrumenten vorgetragen. Unfeierbar, denkste dir? Dann zieh dir erstmal die elektrolastigen Remixe rein, mit denen die Herren on Tour sind und entscheide neu.

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