von am 27. Januar 2017

wochenschau_04-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Von Karina Henschel

Autobrände in Neukölln. In der Nacht zu Montag wurden in Neukölln weitere Autos in Brand gesteckt. Sie gehören zwei Männern, die sich aktiv und offen gegen Rechtspopulismus und rechte Politik engagieren: ein IG Metaller, der sich unter anderem gegen die NPD einsetzt, und der Besitzer des Buchladens Leporello, der die Initiative „Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus und Rassismus“ unterstützt.

Der polizeiliche Staatsschutz prüft, ob es sich bei den jüngsten Brandstiftungen um eine politisch motivierte Tat handelt. „Eine rechtsextreme Motivation kann nicht ausgeschlossen werden. Ein zeitlicher und örtlicher Zusammenhang der Taten liegt nahe“, zitiert der rbb eine Polizeisprecherin. Die Brandstiftungen geschahen innerhalb einer halben Stunde, die Tatorte liegen etwa drei Kilometer auseinander.

AfD in Neukölln. Bernward Eberenz von der AfD ist am Mittwochabend in der BVV zum Stadtrat gewählt worden. Bei der ersten Wahl im Dezember war er dort noch an zu wenigen Stimmen und viel Gegenwind gescheitert. Damit ist er nun der sechste AfD-Stadtrat in Berlin.

Dabei ist Eberenz nicht gerade das, was man von einem typischen AfD-Mitglied erwartet. Er lebt schon seit Jahrzehnten offen homosexuell, tanzte 2001 mit Claudia Roth, weil die Homo-Ehe in Deutschland gesetzlich erlaubt wurde und arbeitet unter anderem als Deutschlehrer für Geflohene. Was ihn trotzdem für die AfD qualifiziert? Dass ihm in seiner Biografie Dinge passiert seien, für die er ein System verantwortlich mache, analysiert die Berliner Zeitung in einem ausführlichen Portrait.

Müll in Neukölln. Das ewig leidige Thema: Ja, es liegt viel Sperrmüll auf den Straßen. Niemand sieht wirklich, wer ihn da hinpackt, auch wenn manche schnell ihnen genehme Sündenböcke ausmachen. Die Berliner Stadtreinigung beseitigt alleine in Neukölln etwa 800 Tonnen illegal abgelagerten Sperrmüll im Jahr. Zu den Hotspots gehören der Mittelbuschweg, die Saalestraße und das Weigandufer.

Damit ist Neukölln nicht alleine, aber die Neuköllner CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer schlägt ganz CDU-linientreu Kameraüberwachung vor, nachdem sie knallhart und mit analytischem Blick festgestellt hat: „Irgendwas läuft hier schief.“http://www.tagesspiegel.de/berlin/muell-in-berlin-neukoellner-strassen-werden-zur-muellhalde/19298494.html

Niederlage in Neukölln. Auch im Wasser läuft es leider momentan nicht so super. Und auch hier galt es, einem schwierigen Gegner Paroli zu bieten. Der Wasserball-Meister Deutschlands Spandau 04 hat der SG Neukölln am 6. Bundesliga-Spieltag den Liga-Abstieg beschert. Der Tabellen-Zweite war dem Vierten in allen Belangen überlegen und gewann die Partie mit 23 zu 7, berichtet die Morgenpost.

Lichtblick I: Bouldern in Neukölln. Kommen wir zu den erfreulicheren Nachrichten. Die Boulderhalle in der Thiemannstraße hat seit dem 21. Januar 2017  wieder auf. Das ist ja schon mal was!

Und weitere Lichtblicke:

Raus I. Für Leute, die lieber Kunst gucken, anstatt zu klettern: Die Ausstellung der zehn Künstlerinnen und Künstler, die für den erstmals verliehenen Neuköllner Kunstpreis nominiert waren, läuft noch bis zum 26. März.

Jury-Mitglied Martin Steffens vor der Arbeit "Event Horizon" vom Künstlerduo Janine Eggert/Philipp Ricklefs

Jury-Mitglied Martin Steffens vor der Arbeit „Event Horizon“ vom Künstlerduo Janine Eggert/Philipp Ricklefs

Raus II. Das SchwuZ feiert am Freitag das chinesische Neujahrsfest. Die L-Tunes Partyreihe begeht den Anfang des Jahres im Feuer-Hahn-Zeichen. Musikalisch gibt es House, Elektro, 80er, 90er Discotrash und einen Special Act.

Raus III. Am Samstag gibt es dann eine neue Ausgabe der Reihe African Acid is the Future in der Loftus Hall. Da passiert musikalisch so einiges zwischen Afro Beat und Techno – schwer zu beschreiben, gut zu ergrooven.

Und dann? Dann ist auch schon wieder Montag.


 

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