von am 20. Dezember 2013

wochenschau_51-13Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Hiob I. Das Karstadtgebäude am Hermannplatz wurde an einen niederländischen Investor verkauft. Eine Primark-Filiale soll in das geschichtsträchtige Haus, an den Plänen wird gerüchterweise schon gearbeitet. Die Reaktionen auf Twitter lauten einhellig ungefähr so:

Die Immobilienzeitung schreibt dazu, naturgemäß in freudiger Gentrifizierlaune:

„Experten halten den Standort für durchaus geeignet für ein Unternehmen wie Primark. „In der heute Kreuzkölln genannten Gegend rund um den Hermannplatz, genau an der Grenze von Kreuzberg und Neukölln, hat das Warenhaus einen Standort, der wieder richtig hip ist, so dass für die Zukunft wirklich gute Perspektiven bestehen, gerade für ein modeorientiertes Unternehmen wie Primark“, sagt Christoph Meyer von CM Best Retail Properties.“ „Berlin Hermannplatz: Meyer Bergman plant mit Primark“ (Immobilienzeitung, 11.12.13)

Hiob II. Dogan gibt auf:  Der Besitzer des Späti International und Kiezgröße (hier im Portraitsucht einen Nachfolger. Die Institution im Kiez – mit Bier und Kippen im Vorderzimmer und Kunst im Hinterzimmer – sie wird fehlen. Ebenso wie Besitzer Dogan, der den Hipsterpionieren in Neukölln das wenige Geld anroch, und genau wusste, wie er sein neues Publikum glücklich macht. Gerade rechtzeitig hat MC Fitti dort ein Video gedreht. Ein Abschiedssong:

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

Zu vorderletzt. Neuköllner werden durchschnittlich 76 Jahre alt – und belegen bei der Lebenserwartung im Berlin-Vergleich damit den vorletzten Platz. Wer früher sterben will: Auf nach Mitte, nur da gehts noch schneller! Gleichzeitig gibt es in Neukölln die wenigsten Ärzte und die dicksten Kinder der Stadt. „Wie gesund leben die Bezirke“ (rbb).

Raus. Samstag lädt a.muse zur Finissage der „Winter Pop -Up Art Ausstellung“ ein. Die Ausstellung sorgt jetzt schon für Furore:

„Reflecting the collaborative spirit of this web-based network, online art portal a.muse is hosting an end-of-year exhibition featuring eight emerging Berlin-based artists they’ve devoted digital ink to this year.
Covering painting, photography, drawing and illustration, the exhibition can be seen as a microcosm of a thriving alternative scene that sits somewhere between mainstream gallery collections and the artwork that decorates coffee shop walls around the city.“ „Art meets social causes in Berlin“ (BBC.com, 17.12.13)

Alle Infos gibts hier.

We cannot go home now. Das Ende Neuköllns liegt weiterhin am U-Bahnhof Boddinstraße. Und das für noch länger: Die Sanierungsarbeiten an der U8 zwischen Boddin- und Hermannstraße dauern wohl bis September 2014. „Die U8 bleibt länger gesperrt“ (Tagesspiegel, 15.12.13)

P.S.: Wunschzettel für Weihnachten.

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