von am 16. Dezember 2016

wochenschau_50-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Drei auf einen Schlag. In der Nacht von Sonntag auf Montag knallte es in Neukölln gleich dreimal. In der Wildenbruchstraße brachen Unbekannte das Rollo des Kollektivcafés k-fetisch auf und deponierten einen Brandsatz. Dass dieser nur das Fenster beschädigte und dann wieder erlosch, kann als Glück im Unglück bezeichnet werden. Das k-fetisch befindet sich in einem Mietshaus, in dem circa 50 Menschen leben. Erst im September hatte die Neonazi-Vereinigung „Freie Kräfte Berlin Neukölln“ eine „Feinde“-Liste herausgegeben, auf der das linke Café markiert worden war. Der Staatsschutz ermittelt.

Etwa zehn Kilometer entfernt, in der Krokusstraße in Rudow, wurde ein Buchladen zum zweiten Anschlagsziel dieser Nacht. Das Leporello ist Mitglied der Initiative „Neuköllner Buchläden gegen Rassismus und Populismus“ und führte in der Vergangenheit AfD-kritische Veranstaltungen durch. Nach Angaben des Tagesspiegel geht die Polizei im Falle des Leporello bislang allerdings nicht von einer politisch motivierten Tat aus und ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Auch die Wohnung eines linksgerichteten Erziehers im Schillerkiez wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag Ziel eines Anschlages. Er machte den Vorfall selbst auf Twitter publik.


Schwer vorstellbar, dass diese drei Vorfälle nicht miteinander zusammenhängen sollen. Wir halten euch auf dem Laufenden. Die Betroffenen haben außerdem eine Demo organisiert, die am heutigen Freitag um 18 Uhr am Hermannplatz stattfindet.

U-Bahn-Täter identifiziert. In einem anderen Gewalt-Vorfall in Neukölln, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, konnte die Polizei nun einen ersten Erfolg bei der Täter-Suche verbuchen. Bei dem Mann, der am U-Bahnhof Hermannstraße eine Frau von hinten die Treppe hinunterschubste, soll es sich um einen 26-jährigen Bulgaren handeln. Ein Haftbefehl liegt vor. Einziger Haken an der Sache: Keiner weiß, wo sich der „Treppenschubser“ derzeit aufhält und ob er sich inzwischen ins Ausland abgesetzt hat. Hinweise auf den Täter hatte einer seiner Begleiter gegeben, der zwischenzeitlich festgenommen wurde, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß ist.

Berühmt und berüchtigt. Neukölln macht oft Schlagzeilen, leider nicht immer die besten. Schon Heinz Buschkowsky konnte diesen Umstand nutzen, um möglichst vielen Talkshow-Einladungen nachzukommen. Und auch seine Nachfolgerin Franziska Giffey ist ein gern gesehener Gast in Talkrunden. Bei Maybrit Illner plauderte sie am Donnerstagabend über das Thema „Wut, Werte, Wahrheit – wie hat uns 2016 verändert?“. Hier die Sendung in voller Länge.

Achtung, Werbung! Auch wenn ihr es nach den Meldungen der Woche nicht mehr so recht glauben mögt.

… besonders, wenn das Wochenende vor der Tür steht.

Raus I. Noch bis zum 20.12. könnt ihr an sechs Orten in Neukölln Weihnachtspakete für Obdachlose abgeben. Gebraucht wird alles, was den Körper und die Seele wärmt. Also vor allem wetterfeste Kleidung und Schokolade. Die Bescherung  findet am 1. Weihnachtsfeiertag in der Tee- und Wärmestube Neukölln statt.

Raus II. Wer es bisher noch nicht auf’s Dach geschafft hat – im Klunkerkranich ist auch an diesem Wochenende wieder Weihnachtsmarkt. Zwischen 12 und 16 Uhr kommt ihr umsonst rein. Danach kostet es drei Euro pro Person.

Raus III. Da kommen Festivalgefühle auf! Dank der LED-Lichtinstallation von Moritz Wermelskirch erstrahlt der Wartheplatz derzeit im neuen Glanze.

Foto: Anke Hohmeister

Foto: Anke Hohmeister

Raus IV. Wer nach der ganzen Outdoor-Action kalte Füße bekommen hat, kann sich am 16.12. ab 22 Uhr mit dem Loveparade-Urgestein Westbam in der Griessmühle die Füße warmtanzen.

 
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