von am 10. Dezember 2016

wochenschau_49-16_bigImmer wieder freitags und auch mal samstags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Spoiler-Warnung. Diese Wochenschau ist aus aktuellen Anlässen leider voll mit Gewaltmeldungen. Wer die Woche schon genug schlechte Stimmung hatte, sollte die Punkte I. bis III. überspringen.

Gewalt I. Die „U-Bahn-Treter“ haben es zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht und sind bereits weit über die Grenzen Berlins hinaus in aller Munde. Die veröffentlichten Aufnahmen von einem Mann, der eine Frau von hinten die Treppen vom U-Bahnhof Hermannstraße hinuntertritt, zeigen allerdings auch einen derart widerlichen Grad an Verrohung, der in seiner Feigheit und Brutalität sehr selten ist. Warum der Vorfall von der Nacht auf den 27. Oktober erst jetzt publik wurde, erklärt der Sprecher der Berliner Polizei Winfrid Wenzel der Welt.

Wer sachdienliche Hinweise hat: bitte der Polizei melden! Und wer jetzt mit Angela Merkel und Flüchtlingspolitik kommt: einfach mal die Fresse halten!

Gewalt II. Auch mit einer anderen Form der Vorrohung hat es Neukölln diese Woche in die Schlagzeilen geschafft: Der Bezirk ist trauriger Spitzenreiter bei den Fällen von Kindergefährdung in Berlin. Laut Tagesspiegel waren es 2040 Fälle, in denen die Behörden tätig werden mussten. Davon waren es 985 Fälle von akuter Kindeswohlgefährdung, bei 406 Fällen handelte es sich dabei um Vernachlässigung.

Gewalt III. Vergangenen Sonntag wurden zwei Männer am U-Bahnhof Boddinstraße beleidigt und getreten. Der Grund: Homophobie.

Goldene Regel. „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Das gilt für alle von Euch da draußen! Denn wer hat’s gesagt? Alle: von Konfuzius über Buddha bishin zu Kant plus sämtliche Weltreligionen. Keine Ausreden jetzt mehr: machen! Prost, Amen und Inschallah.

Mahnwache für mehr Vorsicht im Straßenverkehr

Lichtblick I. Die Silberstein-Grundschule geht neue Wege und arbeitet aktiv gegen ihren schlechten Ruf. Die Schule ist eine von zehn Berliner Schulen, die besonders große Schwierigkeiten haben und in das „School-Turnaround-Programm“ der Bildungsverwaltung aufgenommen wurde. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, hat der neue Schulleiter Sergej Afonin viel Tatendrang und einen eigenes Konzept mitgebracht: „Zu Beginn dieses Schuljahres hat er Kulturfächer eingeführt, in denen die Kinder in Sprache und Kultur ihres Herkunftslandes unterrichtet werden. Zurzeit lernen 280 Kinder aus 26 Nationen an der Silberstein-Schule.“ Seine Schüler kämen bereits mehrsprachig an, während anderswo Eltern viel Geld dafür ausgeben, dass ihre Kinder so früh wie möglich eine zweite Sprache lernen würden. Word.

Lichtblick II. Neuköllner Mädchen und Jungen sind im Schulsport große Klasse. Im vergangenen Schuljahr haben fast 200 Neuköllner Schüler rund 220 Top-Platzierungen erreicht, wie die Berliner Woche berichtet. Als Dank gab es Urkunden von Stadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD) überreicht. Immerhin. Wir gratulieren natürlich auch aus vollstem Herzen und hoffen inständig, dass es ein paar von diesen Sportskanonen bald in die Reihen des SV Tasmania schaffen. Die könnte ein bisschen Unterstützung gebrauchen.

Stillleben.

Raus I. Keyner veys nit vemen der shukh kvetsht, nor der vos geyt in im. Is klar, ne?! Ist ein altes jiddisches Sprichtwort und heißt: „Keiner weiß wie der Schuh drückt, nur wer ihn trägt.“ Das Festival Shtetl Neukölln feiert die jiddsche Kultur und zeigt, was die Neuköllner Klezmer Szene so zu bieten hat (natürlich einiges!). Also raus mit den Tanztretern und ab zum Klezmer Dance Ball diesen Samstag, bis Du weißt, dass es Dein Schuh ist der drückt.

Raus II. Wer sich vorher noch ein bisschen schick machen (lassen) möchte, dem sei das Tattoo Festival in Huxley’s Neuer Welt empfohlen. Es gibt Demo Paintings, Tattoo Shows und eine Autogrammstunde mit Magneto.

 

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