von am 27. November 2015

wochenschau_48-15-3Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Leerstand I. Am Mittwoch wurde die Alte Post von Social Center 4 All besetzt.

Worum es den Besetzern geht:

„Wir wollen ein Haus, dass auf die prekäre Schlafplatzsituation von Refugees in dieser Stadt eine Antwort gibt, aber zugleich einen Raum des Zusammenseins, des sozialen und politischen Austausches von Geflüchteten, Hilfsinitiativen und politischen Gruppen eröffnet. Wir nennen diesen Raum „Social Center 4 All“, ein soziales Zentrum für alle. Wir könnten dort von Rechtsberatung über Sport bis zu Sprachkursen nützliche Dinge zusammenführen und zugleich Refugees und uns selber einen kollektiven Ort erschließen, an dem wir diskutieren, wie wir unseren Interessen in diesem Land Nachdruck verleihen wollen. Wir wollen diesen Ort, wir brauchen diesen Ort.“ (Lower Class Magazine, 25.11.)

Die Polizei sah das allerdings anders und hat das Gebäude noch am selben Tag geräumt. Zur Freude der CDU Neukölln:

Auf Facebook kommentierte Schulze dazu bei uns, dass er das als Privatperson sage, nicht als CDU-Vertreter. Über ihn als Mensch sagt das viel. So oder so.

Leerstand II. Derweil prüft das Bezirksamt in Absprache mit dem Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales), ob das alte leerstehende C&A-Gebäude in der Karl-Marx-Straße als neue Unterkunft für Geflüchtete genutzt werden kann. Seit Mitte Oktober gehört das Gebäude einem neuen Eigentümer, viele Neuköllner fordern die Beschlagnahmung des Hauses schon lange, jetzt ist auch Bürgermeisterin Giffey dafür.

Unterbringungs-Chaos. In teilweise schlimmem Gesundheitszustand kamen Geflüchtete in der neuen Turnhallen-Notunterkunft im Efeuweg an. Die Situation bei der Ankunft vor Ort, gelinde gesagt: eine Katastrophe. Unser Autor Jan-Jonathan Bock war als Freiwilliger dort und hat seine Eindrücke von der ersten Nacht hier aufgeschrieben.

Punk is not dead. 33,2 Stunden arbeitet der gemeine Neuköllner pro Woche. Und damit im Bezirksvergleich am wenigsten. „Die Pankower sind am fleißigsten“ (tagesspiegel.de, 26.11.)

arbeit_jeden_tag

Rebellion #nkstyle

 

#DresdnerWelcome. Unsere Bildungsgreise nach Neukölln sorgt für Aufruhr. Zuerst landete unsere Feindbildsafari in der Dresdner Morgenpost, es folgte tagesspiegel.de und sogar die B.Z. schreibt darüber (hat aber ein paar Sachen nicht so ganz richtig verstanden). Den Blogrebellen hat Sabrina (Chefredaktion) ein Interview gegeben. Wir empfehlen die Kommentare bei Facebook unter dem Post der Dresdner Morgenpost. Spoiler: Unser Autor ist grünenversifft, eine Redakteurin von uns gar lasziv! Is klaa. Liebe Dresdner nicht-besorgte Bürger: ihr seid cool. Ihr anderen solltet euch unbedingt mal durch unsere Videos klicken.

Raus I. Über die Jahre sammeln sich im Plattenschrank schon mal die ein oder anderen Scheiben an, mit denen man nichts mehr anfangen kann. Darum lädt das Café Barettino am heutigen Freitag Abend zum gemütlichen Plattentausch: „Love your records – Hate your money“.

Raus II. Die Griessmühle eröffnet ihren Wintergarten, dazu kann das Wochenende durchgetanzt werden. Das Line-up gibts bei Facebook. Samstag an den Plattentellern: Cinthie.

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Ein Kommentar:

  • Bla sagt:

    Da stellt der Twitterer schon klar, dass er nicht die Meinung einer Partei wiedergibt – und ihr schreibt das trotzdem noch? Ist das der Qualitätsjournalismus, von dem alle reden?

    Und wenn ihr schon so geil auf die CDU seid, dann könnt ihr ja auch schreiben, dass nicht „viele Neuköllner“, sondern die CDU das C&A Gebäude schon vor mehr als 1.5 Jahren als Unterkunft haben wollte. Und dann kann man – als ausgezeichnete Journalisten, die ihr so seid – auch schreiben, dass das damals aus allen möglichen Ecken, vor allem aus der linken Szene, aus der auch die Besetzer der Post kommen, als „menschenunwürdig“ und absurd gebrandmarkt wurde.

    Nunja. Man könnte. Wenn es denn nicht das ausgezeichnete Weltbild ankratzen würde, gell?

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