von am 25. November 2016

wochenschau_47-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Wir sind schuld. Wer #Neukölln hin und wieder auf Twitter verfolgt (siehe Seitenleiste), weiß wie oft der Bezirk für die schlechten Launen von Pegida und Konsorten (Stichwort: Messerstecherei) herhalten muss. Aber diesmal waren wir’s vielleicht wirklich. Also genauer gesagt die Vögel-Fütterer vom Maybachufer. Und der Markt und sein Müll. Das vermutet der Berliner Ornithologe Klemens Steiof laut rbb zumindest: „Da werden Vögel massiv gefüttert“.

Klingt massiv und ein wenig lustig ist es aber nicht. Die Vogelgrippe hat Berlin erwischt und bereits vier Schwäne vom Landwehrkanal dahingerafft. Das sei für Steiof der Nachweis dafür, dass das Virus im Handel bereits weit verbreitet sein müsse.

Wir sind vorne. Um das mit der Vogelgrippe zu kompensieren, wird sich hier immerhin dem To-Go-Becher-Müllwahnsinn angenommen. Ulrike Gottschau und Clemens Pech von just swap it aus Neukölln gehen mit gutem Beispiel voran. Mit ihrem Mehrweg-Bambusbecher wollen sie eine Alternative zu den Einweg-Pappbechern schaffen und damit die rund 460.000 To-Go-Becher nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe in Berlin jeden Tag in Berlin verbraucht werden. Dass Bambus hierzulande nicht unbedingt der nachhaltigste Rohstoff sein dürfte, haben die beiden auch noch auf dem Schirm: „Der Materialmix aus Bambus mit Kunstharzen ist bisher noch nicht das nachhaltigste, was es gibt. Daran arbeiten wir noch. Aber erst mal testen wir, ob sich mit den Bechern ein Pfandsystem aufbauen lässt.“

Zwischenmeldung.

http://rixdorfrowdy.tumblr.com/post/153606097549/kalt

Wir sind vorne, die Zweite. Um das mit der Nachhaltigkeit von diesen Bambusdingern wiederum zu kompensieren weil wir erstens damit ja quasi Haufenweise Müll einsparen (werden) und uns zweitens allzu viel Öko und Bio irgendwie auch verdächtig erscheint  stellen wir alle einfach unseren Sperrmüll auf die Straße. Der Bezirk ist, Überraschung, Spitzerreiter! Und unsere Frau Bürgermeisterin, Franziska Giffey, die sagt es auch: „Wir sind Spitzenreiter bei der illegalen Sperrmüllentsorgung.“ Olé olé olé olé, 800 Toooonnen im Jaaahr.

Spaß beiseite. Vielleicht haben die Bambusbecher-Kollegen ja noch ein paar andere gute Ideen zum Thema Müll. Ansonsten hat Frau Giffey im Interview mit der Berliner Morgenpost ihr Wunschprogramm erläutert und über die (zahlreichen wie facettenreichen) Probleme des Bezirks gesprochen. Aber wer hier wohnt, kennt das ja ohnehin.

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Guten Morgen Neukölln, du kannst so hässlich sein. Die Neuköllner Oper hat sich von Peter Fox‘ „Stadtaffe“ inspirieren lassen und daraus das Musical „Affe“ gemacht. Nein, bitte, zurück, MOMENT! Es ist KEIN Musical. Und schon gar kein Peter-Fox-Musical!!! Nie! Nein! Mehr so „schauspielerischer und düsterer“ sei das. Sagt der Regisseur des Stückes Fabian Gerhardt im Interview mit dem rbb: „Ganz wichtig: Die Produktion wird jetzt überall ‚das Peter-Fox-Musical‘ genannt – aber sie ist nicht das Peter-Fox-Musical. Erstens ist es kein Musical, zumindest nicht, wenn man an das denkt, was wir klassischerweise unter Musical verstehen (…).“

Birgit Walter von der Berliner Zeitung sieht das anders. Es ist eins Musical, nur eben ein gutes: „alles live, druckvoll und spannend“. Und wer sich jetzt einfach selbst eine Meinung bilden möchte, sollte sich einigermaßen schnell um Karten kümmern, weil einige Vorstellungen schon ausverkauft sind. Na gut: Hier geht’s lang.

Abgelehnt. Die Linksfraktion der Neuköllner BVV hat beim Amtsgericht Klage eingereicht, weil sie mit der Sitzverteilung in den Ausschüssen nicht einverstanden ist und sich im Vergleich zum Wahlergebnis benachteiligt fühlt, wie die Berliner Woche berichtet. Wegen der noch nicht entschiedenen Klage sei die letzte BVV am 16. November abgesagt worden. Die Klage wurde abgewiesen und weiter geht’s mit der nächstens Instanz. Die nächste BVV ist bisher noch für den 7. Dezember angesetzt.

Habemus Festivalthema.

Raus I. Es ist kein Musical (diesmal wirklich nicht, echt jetzt), aber auch hier geht’s düster zu, „dunkle Schwingungen“ inklusive. Das Little Stage feiert am Samstag die GotH – Gate of the Hell Party: „wenn Schwarz deinen Stil, deine Philosophie, dein Leben erfüllt, dann bist du hier am rechten Ort.“ Mal was anderes, als sonst so.

Raus II. Ok, es ist noch ein bisschen hin (ab Donnerstag, 1.12. bis zum 3.12.), aber klingt spannend. In „Gropiusstadt reloaded“ werdem die Sieger-Entwürfe von Kindern und Jugendlichen präsentiert, wie sie sich die Gropiusstadt bauen würden. Die Virtual Reality Ausstellung zeigt, was die fünf Gewinner aus den brachen Flächen der Berliner Gropiusstadt machen würden.

 

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