von am 20. November 2015

wochenschau_47-15-2Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Ein Drama für Arme ist der Streit um die Notünterkünfte auf dem Tempelhofer Feld. Stand bis vor Kurzem: Der Senat plante ursprünglich temporäre Warmlufthallen für die Refugees im Winter. Nun ist dessen Position: Die Ausstellungshalle für die Landesgartenschau 2016 soll als Refugee-Camp aufgebaut werden. Die Warmlufthallen wären aber noch eine Ergänzungsoption. Zeithorizont der Maßnahmen: bis Ende 2019. Eine Steilvorlage für die Volksentscheid-Sieger, um ihr Propagandabild abzufeiern, der Senat sei eine Riege ausgefuchster Polit-Machiavellis. Die Wahrheit ist banaler: Es sind Stümper. Laut RBB Abendschau wollte Berlins Bürgermeister Michael Müller die umfassenderen Pläne schon in seiner Regierungserklärung bekannt geben; zumindest finden sie sich im Redemanuskript. Doch augenscheinlich bekam Berlins oberster Politikgestalter kalte Füße. Als salomonische Lösung erscheint inzwischen ein Vorschlag der Grünen: Das Baugesetzbuch erlaubt nach § 246 eine Ausnahmeregelung. Mit dieser im Tempelhof-Gesetz wäre es wohl möglich, auf dem Feld bis Ende 2019 Flüchtlingsunterkünfte zu betreiben. Die Regelung müsste sich mit Ablauf der Frist dann automatisch aufheben.

NK Mafia. Nicht nur Neuköllner Hotels machen ihren Reibach mit Flüchtlingen, sondern auch echte Gangster. In der Hauptstadt sind laut Berliner Zeitung arabische Mafiaclans in das Refugee-Business eingestiegen. Genannt wird das Beispiel Neukölln. Hier werden Flüchtlingsfamilien für 3000 Euro in Mini-Wohnungen gelockt; die horrende Miete ergaunern sich die Clans dann meist von der staatlichen Flüchtlingshilfe.

Neuköllner Leitkultur.

In your Face hieß es für die Kicker vom 1. FC Neukölln (wir berichteten). Für ihre antisemtischen Pöbeleien beim Spiel gegen TuS Makkabi wurden die Neuköllner jetzt abgestaft. Das Sportgericht des Berliner Fußballverbands verhängte unter anderem einen Punktabzug und eine Geldstrafe. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht – die Details im Tagesspiegel.

Mona Lisa in Neukölln. Nicht die aus dem Louvre, sondern die aus Mainz. Die alterwürdige Frauensendung des ZDF widmet einen ihrer Beiträge Neukölln. Der Teaser dreht das ganz große Rad – „Der soziale Frieden im Viertel scheint durch hohe Flüchtlingszahlen gefährdet“, heißt es auf der Webseite – das Ganze läuft am Samstag, dem 21. November um 18 Uhr.

Raus I. Eine DJ-Pyromane namens Jan fackelt Neukölln ab. Den Herren haben wir euch vergangene Woche in einem Interview vorgestellt. Los geht’s in der Kultstätte Ke//er – Freitag, der 20. November ab 22 Uhr – zur Veranstaltung hier entlang.

Raus II. Am Samstag, dem 21. November, könnt ihr schön Rocken gehen im Viertel. Dafür sorgt die deutsch-israelische Combo „Combine & Ron Stephenson“ in der Little Stage, Jonasstraße 1. Konzertbeginn ist um 22 Uhr.

Raus III. Wen die Sonntagsschlenderei in den Schillerkiez führt: Folgt den QR-Codes der „Energie-audiTOUR“. Von Neuköllner Schülern mit Liebe gemacht, erfahrt ihr dabei alles über Energiewende und Energiefluss im Viertel.

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