von am 9. November 2012

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Im Rahmen der Schwerpunkt-Serie „Der Wandel im Schillerkiez“ erschien letzten Freitag in der taz ein Interview mit Kristof Dascher, Professor für Ökonomie mit dem Schwerpunkt Stadtökonomie. Er sieht im frei zugänglichen Tempelhofer Feld die Hauptursache für die stark ansteigenden Mieten und plädiert provokant für eine starke Bebauung, um sowohl diesem Effekt entgegenzuwirken, als auch zur Verbesserung die Wohnungs- und Finanzlage der Stadt:

„Wenn die Berliner beschließen, den Park einzutauschen gegen eine weitgehende Wohnbebauung, dann verlieren die Anwohner in der Summe nichts: Ihre Mieten bleiben niedriger. Denn die Gewinner des Parks sind auch auf mittlere Frist nur die Immobilienbesitzer, deren Wohnungen etwa in der Oderstraße wertvoller und wertvoller werden. Die Allgemeinheit hat davon nichts.“

Auf Nachfrage präzisiert er seinen Alternativ-Vorschlag für das Feld:

„Die Grundstücke sollen nicht verkauft, sondern verpachtet werden; private Investoren sollen dafür auch relativ saftige Preise zahlen. Die Einnahmen daraus können – nach grobem Überschlagen – mehrere hundert Millionen Euro im Jahr betragen. Geld, dass man durchaus zweckgebunden verwenden könnte, über dessen Verwendung gerne die Bürger abstimmen dürften. Man könnte sie zum Beispiel für die Subventionierung von Sozialwohnungen auf dem Feld nutzen.“

Bei RBB-Online ist ein Artikel über den 50. Geburtstag der Gropiusstadt erschienen. Der Artikel zieht einen Rahmen, von der Planung einer „besseren Stadt“, die später stattdessen Schauplatz des autobiographischen Romans Wir Kinder vom Bahnhof Zoo wird, bis zu den aktuellen Bemühungen um eine „kontrollierte Gentrifizierung“.

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Ein Aspekt der Aufwertungsbemühungen ist die Versorgung der Gropiusstadt mit superschnellem Internet. Das wurde diesen Montag realisiert, .

Die Facetten berichten über eine gemeinsame Aktion von acht Neuköllner Initiativen unter dem Titel „Wir sind Neukölln! Neukölln ist anders“.  Ihr Ziel ist es, dem negativen Bild von Neukölln, das Heinz Buschkowsky in seinem Buch konstruiert hat, Positives entgegenzusetzen. Außerdem sparen sie nicht mit Kritik an der Politik des Bezirksbürgermeisters.  Den Bericht zur Veranstaltung könnt ihr hier nachlesen.

Im Joao Cocteau, Kienitzer Straße 98, findet heute ab 21 Uhr die OneBeat Experimental Session statt. Dort improvisiert die Band Elephant zu Stummfilmen aus den 20er und 30er Jahren.

 

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