von am 25. Oktober 2013

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Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Zuzug (1). Im November soll bereits die erste Party des SchwuZ („Berliner Schwulenzentrum“, gegründet 1977) in der ehemaligen Kindl-Brauerei starten. Das nimmt die Morgenpost zum Anlass um über den Umzug von Kreuzberg nach Neukölln zu berichten und die Frage zu stellen, wie das SchwuZ in seine neue Umgebung passen wird: 

„Letztlich, das weiß auch Thomas Sielaff, ist das ‚SchwuZ‘ ein Teil einer Gentrifizierung, einer Aufwertung der Gegend. ‚Wir kommen nicht hierher, um den Leuten zu zeigen, wie sie zu leben haben‘, sagt er, ’sondern wie man auch leben kann, denn wir haben auch einen gesellschaftlichen Auftrag.‘ Als homosexuelle Institution soll das ‚SchwuZ‘ deshalb auch sichtbar sein – nun eben in Neukölln. ‚Verstecken werden wir uns jedenfalls nicht.'“ Das traditionsreiche „SchwuZ“ zieht nach Neukölln um (Morgenpost, 23.10.)

Zuzug (2). In der taz wurde Marius Krauss vom Verein Amaro Foro zum Thema Antiziganismus interviewt. Dort wird über Vorurteile und über die alltägliche Diskriminierung von Zugezogenen aus Rumänien und Bulgarien gesprochen, sowie die besondere Situation in Neukölln beleuchtet:

„In Neukölln gibt es einen ganz speziellen Fall: Hierher zogen mit der Zeit 1.500 Menschen aus demselben rumänischen Dorf namens Fontanelle. Sie sind der Grund, warum man über den angeblichen Massenzuzug nach Neukölln redet. Außerdem fallen sie auf, sie tragen Kopftuch und viele Röcke und haben viele Kinder. Was niemand sagt: Sie gehören zu den evangelikalen Pfingstlern und dürfen nicht verhüten. Aber weil sie auch Roma sind, ist für die meisten die Sache klar: Roma und viele Kinder gehört ja zusammen.“ „Diskriminieren, wo es geht“ (taz, 24.10.)

„Neues von unseren MdBs“, Folge 2: Kann losgehen. 

Diese Woche fand die konstituierende Sitzung des Bundestags statt. Christina Schwarzer fühlte sich soweit schon ganz familiär und studiert erstmal die Farbsprache innerhalb ihrer Fraktion.

Eine Frage dazu: Was sagt eigentlich Mutti dazu, wenn sie von MdBs aus der eigenen Fraktion öffentlich „Mutti“ genannt wird? Fritz Felgentreu scheint unterdessen wenig übrig zu haben für Farbenspiele und gibt sich ganz fokussiert auf seine zukünftige Aufgabe.

 

Apropos Neukölln in den Bundestag: Wer das wörtlich nehmen möchte, kann seine Anliegen am kommenden Dienstag mit Fritz Felgentreu besprechen. In seinem Wahlkreisbüro in der Sonnenallee 124 findet die erste Bürgersprechstunde statt. Für die Sprechstunde anmelden könnt ihr euch hier: fritz.felgentreu(at)bundestag.de

Nochmal Apropos. Eine Sprechstunde der ganz besonderen Art gab es diese Woche in der Genezareth Kirche. Dort sollte eigentlich über die Aufwertung im Schillerkiez diskutiert werden, aber die Unterhaltung geriet schwer aus dem Ruder. Nachzulesen hier bei uns oder im Facetten Magazin:  Austausch von Antipathie (neukoellner.net, 24.10.) / “Das werden auch Sie nicht verhindern können!“ (Facetten Magazin, 24.10.)

Call for movies. Das Loophole, Boddinstraße 60, veranstaltet im Februar die zweite “Boddinale“. Bis zum 15. Dezember können sich Filmschaffende aus Berlin mit ihrem Werk bewerben. Alle weiteren Infos gibts hier.

Raus. King of Kotelett war gestern, morgen ist im Oblomov, Lenaustraße 7, Klaus of Kiez. Beim „Kiez-Konzert im Reuterkiez“ spielen Dangaa und Kasim und Maschine Untenrum. Ab 20 Uhr.

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