von am 12. Oktober 2012

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Die Veröffentlichung von „Neukölln ist überall“ hat die Integrationsdebatte zweifellos wieder angeheizt. Die meisten Kommentare zum Buch Buschkowskys behandeln jedoch nur die umstrittenen Aussagen, die in der Bild veröffentlicht wurden. So kommentiert zum Beispiel Barbara John im Tagesspiegel, dass Buschkowsky mit dem Buch das Image von Neukölln lediglich manifestiert hat. Dem setzt sie entgegen, dass Migranten einem verlassenen Neukölln neues Leben eingehaucht hätten:

„Denn die deutschen Geschäftsleute sind nicht vor den Ausländern geflüchtet. Ihre Läden fanden damals keine Kunden mehr, nachdem viele Einheimische die Kieze verlassen hatten. In den Neubauvierteln lebte es sich einfach besser. Nun bestimmen ehemalige Bewohner aus Flüchtlingslagern im Libanon und aus unterentwickelten Teilen der Türkei das Geschäfts- und Nachbarschaftsleben in der Neuköllner Innenstadt. Sie brauchen Beratung, nicht Kränkung.“

Zum ganzen Kommentar, bitte hier lang. (Danke für den Hinweis, Joachim)

Wie es aber weiter gehen soll, wird selten diskutiert. Eigentlich schade, dass sich so die gesamte Debatte auf Provokation und Empörung reduziert. Einen Schritt zurück, zum Konstruktiven, machte Buschkowsky während der Präsentation seines Buches selbst.

„Buschkowsky setzt auf Bildung, das kann man getrost als Fortschritt betrachten. Noch vor ein paar Jahren hätte er vielleicht Ausweisung gepredigt? Jetzt aber spricht der Bürgermeister von verlorenen Generationen, die das Land so dringend braucht. Nötig seien die Kitapflicht, flächendeckend brauchte Deutschland die Ganztagsschule. Und zwar die Gesamtschule.“

Zum gesamten Artikel der Zeit über die Veranstaltung in der Urania, bitte hier klicken.

Mal sehen, ob sich Debatte und Politik auch noch hin zum Konstruktiven verbessern. Unser Kiezkopf aus dieser Woche, Gaby Hundertmark hätte da einen ersten Vorschlag, der vielleicht einen Deckel auf die Debatte um Buschkowskys Buch setzen könnte:

„Wie wäre es denn, wenn Buschkowsky die Einnahmen spendet? Zum Beispiel an das Netzwerk Schülerhilfe Rollberg. Das ist ein tolles Projekt, das augenblicklich sehr gefährdet ist.“

Das Bundesverwaltungsgericht hat am Mittwoch über den Weiterbau der A100 entschieden. Die Klage gegen den Weiterbau wurde abgewiesen:

„Die von den Klägern angezweifelte Verkehrsprognose hält das Gericht für plausibel. Eine Staugefahr rings um die Anschlussstelle am Treptower Park, dem zumindest vorläufigen Endpunkt der Trasse, sehen die Leipziger Richter nicht. Die Knotenpunkte seien hier 'hinreichend leistungsfähig', sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier in der mündlichen Begründung.“

Der Weiterbau kann laut Tagesspiegel bereits in der ersten Hälfte von 2013 beginnen.

In der Nacht zum Dienstag wurde das Anton-Schmaus-Haus erneut angegriffen. Diesmal wurde ein Zaun unschön beschmiert. Weitere rechte Aktionen gab es in dieser Nacht vor einem Flüchtlingsheim in Waßmansdorf und in Britz. Gemein hatten die drei Anschläge das Bekenntnis zur Gruppe Nationaler Wiederstand Berlin.

Das Anton-Schmaus-Haus ist nicht zum ersten Mal Zielscheibe von rechten Attacken. Nach zwei Brandanschlägen soll aktuell ein Schutzzaun gebaut werden, weil die Versicherung sonst den Vertrag nicht weiterführen will. Innensenator Frank Henkel sicherte dem Jugendhaus ab sofort einen Wachschutz für die Nacht zu.

Dazu berichtet die taz hier und hier.

Samstag beginnt im Eisstadion Neukölln die neue Saison. Um diese anzukurbeln, findet heute zwischen 16 Uhr und 19 Uhr ein Tag der offenen Tür statt: Umsonst Eislaufen in Neukölln statt zu einem sehr günstigen Preis wie zu allen anderen Zeiten. Das Eisstadion befindet sich im Werner-Seelenbinder-Sportpark in der Oderstraße.

Mehr Informationen findet ihr hier oder im folgenden Video, das sich leider nicht einbetten lässt. Dann eben zweimal klicken…

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