von am 4. Oktober 2013

wochenschau_40-13Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand mit den Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Kein Recht auf migrantenarmes Lernen. Die laut Buschkowsky „Irrste Klage des Jahres“ wurde vom Berliner Amtsgericht  abgewiesen. Darum gings:

„Die Eltern von drei Schülern in Berlin-Neukölln scheiterten mit ihrer Klage, in der sie die schlechten Noten ihrer Kinder mit der Zusammensetzung der Klasse begründet hatten. Der Anteil der Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sei zu hoch gewesen. Deshalb seien die Leistungen der drei Kläger-Kinder so schlecht gewesen, deshalb seien sie im ersten Probejahr vom Gymnasium geflogen.“ (Zeit Online, 28. September 2013)

Auch wenn das Urteil richtig ist, liegt im Dahinter eine unsägliche Praxis. Obwohl der Migrantenanteil im Leonardo-da-Vinci-Gymnasium nur 36 Prozent beträgt, schwanken die Anteile zwischen den Klassen stark. Und das kommt so:

„Die Schulleitung des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums erklärt die unausgewogene Zusammensetzung ihrer Schulklassen einerseits mit der Organisation einiger Schulfächer, was natürlich legitim ist. Andererseits aber mit den „sozialen Beziehungen der Schüler“. Sprich: Migranten werden zu Migranten gesetzt. Verstehen sich ja sowieso besser. Eine solche Klassifizierung nach Ethnie ist unerträglich.“ (Zeit Online, 28. September 2013)

Die Zeit entgegnet dem zu Recht: „Jeder Schüler hat Recht auf gemischtes Lernen„.

„Raus aus der Rechtfertigungsecke“. Zum Tag der offenen Moschee kamen Donnerstag mehrere hundert Besucher in die  Sehitlik-Moschee, eine der größten Moscheen Deutschlands.

„‚wir sind ganz normale Menschen‘. Muss man so etwas überhaupt noch betonen? Offenbar: ‚Es gibt immer noch sehr viele Vorbehalte gegenüber Muslimen, vielleicht sogar mehr als früher‘, sagt Çetin.“ Wir wollen Vorurteile abbauen (tagesspiegel, 3.10.13)

Trommeln fürs Feld. Die Initiative 100 % Tempelhofer Feld hat einen Film gemacht, den „Film zum Volksbegehren“. In 13min 22sec wird dargeboten, warum man für das Volksbegehren und gegen die Bebauung der Freifläche zeichnen soll. Ungewollt lustig: Die Nachhilfeepisode in Flora und Fauna ist hinterlegt mit Geräuschen, die mehr Dschungel denn Feld sind (plus Trommeln). Wehrmutstropfen: Die Darbietung der mit den Plänen für das Feld entstehenden Kosten kommt etwas milchmädchenhaft daher.

Schock der Woche. Die Rathaus Uhr Neukölln, Leuchttturm im digitalen Alltag, war plötzlich stumm.

Dann die Erlösende Nachricht:


Puh. In diesem Sinne: Wochenende. Bäm bäm bäm.

Techno Türken.Kein Döner, kein Kebab, nur Techno und Raki“ gibt es Samstag in der Loftus Hall, Maybachufer 48. Unter anderem mit Demir & Seymen, ab 23 Uhr.

Kunst und Schnitzel. Und wer vorher noch etwas Kunst inhalieren möchte: Stoßzähne spitzen und ab zur 4. ida´schen Kunstauktion in der Ida Nowhere, Donausstraße 79, mit Georg Kammerer am Pult.

P.S.: Wer unter Schmerzen das Anna Calvi Konzert im Heimathafen verpasst hat, ein kleiner Schnipsel zur Linderung.

 

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