Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

In der BVV Sitzung letzte Woche, die noch unter den Eindrücken der Buchveröffentlichung des Bezirksbürgermeisters stand, ging es hoch her. Erst gabs Protest gegen die Veröffentlichung auf den Zuschauerrängen und dann unter den Verordneten. Kurz vor dem geplanten Ende wurde die Sitzung abgebrochen. Auslöser war die Debatte um eine Anfrage der CDU. Die wollte wissen, ob in Neukölln Zweit- und Drittfrauen auf Staatskosten leben und bezog sich explizit auf “nach islamischen Recht Verheiratete”.

Als der Fraktionsvorsitzende der Partei die Linke, Thomas Licher, anmerkte, dass diese Frage so auch von Pro Deutschland hätte kommen können, war die Geduld innerhalb der Zählgemeinschaft aus SPD und CDU am Ende. Der Ältestenrat wurde einberufen, und nachdem Thomas Licher sich weigerte, zurückzurudern, wurde die Sitzung abgebrochen.

Später nahmen sowohl die CDU als auch die Linke Stellung zum Vorfall. Die Linke betonte, dass sie es als ihre Aufgabe sehe, auf Anknüpfungspunkte zwischen Rechtsextremen und der bürgerlichen Mitte hinzuweisen. Die CDU wiederum sieht ihre Anfrage legitimiert, da ein “berechtigtes Aufklärungsinteresse” bestehe. Woher diese Berechtigung abgeleitet wird, blieb sie in ihrer Stellungnahme schuldig. Weiter kritisierte die CDU, dass der Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) in der Thematik “kein großes Problem” sehe, obwohl er keine Zahlen vorlegen konnte.

Letzten Mittwoch war neben dem Tag der deutschen Einheit auch Tag der offenen Moschee. In diesem Rahmen besuchte der Tagesspiegel u.a. die Sehitlik Moschee am Columbiadamm. Zum Bericht und zur Fotogalerie gehts hier lang.

Die Berliner Zeitung berichtete bereits vergangene Woche über die Debatte um das Tempelhofer Feld und portraitierte einen Landschaftsplaner und einen Landschaftsentwickler, die auf gegenüberliegenden Seiten stehen: Hermann Barges für die Initiative 100% Tempelhofer Feld und Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH. Entstanden ist ein angenehm unaufgeregter Text, über die Protagonisten und die politischen Umstände:

Als Schönefeld zum Skandal wurde, flatterte der Schmetterling endgültig davon. „Nicht noch ein Problem-Flughafen“, stöhnten die Leute im Senat. „Der Park war nicht mehr durchsetzbar“, sagt Schmidt.

So geht sie, die Geschichte vom Wiesenmeer. Letztlich hat wohl nicht nur die Freiheit, sondern auch die Angst gesiegt. Letztlich haben wohl Schmidt und Barges Recht, jeder auf seine Weise.

Zum ganzen Artikel geht es hier lang.

Funfact zum Abschluss: In Berlin gibt es derzeit acht offizielle Pendants zum Münchner Oktoberfest. Unter anderem an diesem Wochenende im Britzer Garten. “Original Münchener Weißwürst´l, frische Hax´n, Wies´nbier und bayrische Spezialitäten” und als Zugabe die 3 Z’widern live on stage. Zünftig.

PS: Dirk Nowitzki ist in der Stadt und er soll hier u.a. einige PR-Termine wahrnehmen. Da ist es vielleicht ganz interessant zu wissen, dass in der Albert-Schweizer-Schule heute um 15 Uhr der letzte Tag eines Basketball-Turniers stattfindet. Veranstaltet wird das Turnier durch den Sponsor von? Na? Genau: Dirk Nowitzki.

 

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