von am 26. September 2014

wochenschau_39-14_1Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Selbstschutz. Das war es dann wohl. Diese Woche haben sich die Piraten aufgelöst. Mehr oder weniger zumindest. Auch Anne Helm, Neuköllner Abgeordnete, hat sich von ihrer Partei verabschiedet. Ihr Mandat will sie aber bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben. Laut Tagesspiegel ist Anne Helm mit dem Kurs der Bundes-Piraten nicht zufrieden. Helm, die sich seit Jahren für Flüchtlinge einsetzt, fürchte wohl, die Partei rücke nach rechts, vermutet die Zeitung. (Tagesspiegel, 20.09.)

Fritz Felgentreu, Neuköllner Abgesandter für die SPD im Bundestag und seit neuestem Twitter-Nutzer, unterstützt Helm bei ihrer Entscheidung, fordert sie aber auf, nicht aufzugeben.

„Jetzt wollen hier wieder viele wohnen.“ Die taz analysiert 15 Jahre Quartiersmanagement im Schillerkiez und zieht eine weitgehend positive Bilanz. Der Kiez sei freundlicher geworden, es gebe mehr Angebote für Jugendliche. Dass die Entwicklung aber nicht nur Vorteile bringt, sieht unter anderem auch Elisabeth Kruse, die Pfarrerin der Genezareth-Kirche. Trotz spürbar mehr Taufen. (Brave new Neukölln, taz, 24.09.)

Eilverfahren. Das vor vier Jahren eingeführte „Neuköllner Modell“ in der Jugendrechtsprechung soll fortgeführt werden. Zwar findet es in nur einem Prozent der Fälle von Jugendkriminalität tatsächlich Anwendung und gilt auch nicht als Allheilmittel. „Es ist aber ein kluges Instrument, das man ausbauen und optimieren sollte“, zitiert die Morgenpost den Kriminologen Claudius Ohder, Leiter einer Studie über das Modell. Das „Neuköllner Modell“ sieht vor, jugendliche Straftäter so schnell wie möglich vor Gericht zu stellen. Die angepeilten vier Wochen nach der Anzeige werden zwar noch nicht erreicht, aber immerhin sind es im Durchschnitt 57 Tage. Das Modell geht auf die verstorbene Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig zurück. (Berliner Morgenpost, 24.09.)   (Berliner Zeitung, 24.09.)

Gangsterleben. Für Intensivtäter wird das „Neuköllner Modell“ im Übrigen nicht angewendet. Einen solchen hat Christian Stahl für sein neues Buch „In den Gangs von Neukölln“ begleitet. Der Autor und Regisseur der Doku „Gangsterläufer“ begleitete Yehya E., lernte sein Umfeld kennen, war vor Gericht und im Knast mit dabei. In der Welt erzählt Stahl ein bisschen über Yehya und wie er, Stahl, einmal eine Staatsanwältin angekackt hat, weil sie eine ziemlich dumme Frage stellte. (Die Welt, 22.09.)

Da wo es brennt. Falko Liecke ist überall. Der Neuköllner Jugend- und Gesundheitsstadtrat wurde allein diese Woche drei Mal mit drei verschiedenen Themen in den Medien erwähnt. Am Dienstag berichtete die B.Z., Liecke habe mit der Neuköllner Bundestagsabgeordneten Christina Schwarzer (CDU) einen 7-Punkte-Plan zur besseren Integration von Roma erarbeitet. (B.Z., 23.09.) Ebenfalls am Dienstag berichtete das RTL-Nachtjournal über Lieckes Pläne, die Arbeit des Jugendamtes im Kindesschutz zu verbessern (rtl.de, 23.09.)

Bereits am Montag (22.09.) kündigte Berlinonline eine Informationsveranstaltung zum Thema Demenz an. Mit dabei: Falko Liecke. Wer Beratung und Hilfestellung zur Pflege von Demenzkranken braucht, kommt heute ab 15 Uhr in die Liebig Schule, Efeuweg 34, 12357 Berlin.

Stecker gezogen. Apropos Christina Schwarzer: Während die Welt über ISIS debattiert, tritt die Bundestagsabgeordnete in Aktion. In einem Brief an Apple forderte sie, dass die Songs von Deso Dogg, alias Denis Cuspert, dem deutschen ISIS-Posterboy von iTunes entfernt werden. “Machen wir uns nichts vor”, zitiert die B.Z. die 38-Jährige, “das Geld, das er mit seinen Songs verdient, würde er in Waffen stecken.” (B.Z., 24.09.) Apple reagierte übrigens sofort. 

Raus I. Ganz am Anfang hat der neukoellner dort seine Redaktionssitzungen abgehalten. Jetzt wird die Ida Nowhere fünf Jahre alt und feiert sich morgen selbst. Mit Schnitzeljagd, Vokü, Lesungen und Musik. Und natürlich Kaffee und Kuchen. Wir sind auch mit vor Ort und sammeln Anekdoten und andere seltsame Geschichten aus Neukölln. Von 14 bis 22 Uhr. 

Raus II. Man könnte den Nachmittag aber auch anders nutzen: Das idrawalot lädt morgen von 12 bis 18 Uhr zur Tattoo-Session mit den talentierten Christopher Robin und Pete Corrie. Anmeldung und Info

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