von am 19. September 2014

wochenschau_38-14Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Milieuschutz. Letzte Woche musste die SPD böse einstecken. Erst verkündeten sie, sie sind für einen Milieuschutz, dann lehnten sie einen entsprechenden Antrag der Grünen im BVV-Ausschuss ab. Diesen Mittwoch wurde nun in der BVV ein neuer Antrag eingereicht, und siehe da: er hatte Erfolg. Dass das alles einen etwas faden Beigeschmack hat, haben wir schon gestern erklärt. Die SPD äußert sich trotzdem freudig und beruft sich auf ihr Augenmaß. Die Grünen sind einfach happy. Die Wochenschau übrigens auch.

Schottland, Donau-/Ecke Weichselstraße

Schottland, Donau-/Ecke Weichselstraße

#indyref #voteyes. Schottland will unabhängig werden und Neukölln zittert mit. Gestern Abend gab es in Das Gift die ultimative Party für die Befürworter der Unabhängigkeit. Haggis für den Magen. Bier für die durstigen Kehlen. Sogar die ZDF-„heute show“ in Person von Carsten van Ryssen machte die Aufwartung, sodass wir heute Abend um 22:30 Uhr wahrscheinlich was zu sehen kriegen.

Generell war viel los. Neben der Welt…

…war auch die Berliner Zeitung da:

Am Ende – das wissen wir jetzt – siegten die Abhängigkeitsbefürworter.  


Fashionhero. Der Tagesspiegel würdigt unseren Scoop, trotz Anfragen aus aller Welt die erste Publikation gewesen zu sein, die den Gentleman unter den Gentlemen, Ali Akdeniz -bekannt durch den Blog What Ali Wore – interviewt hat. Etwas traurig zeigt man sich am Askanischen Platz, dass Ali gedenkt, unser Viertel zu verlassen und zurück in die Türkei zu gehen. (Tagesspiegel, 17.09.)

Alterspläne. Ali ist nicht der einzige, der sich Gedanken um seine goldenen Jahre macht. Rund 72.000 der 311.000 Menschen in Neukölln sind über 60, viele – das wird kaum überraschen – mit Mitgrationshintergrund. Altersarmut und fehlende Angebote für ältere Mitmenschen waren die Hauptthemen beim 3. Interkulturellen Seniorentag am Alfred-Scholz-Platz. Facetten war da und zeigt sich ein wenig enttäuscht über die unterdurchschnittliche Besucherzahl. (Facetten, 15.09.)

“Gerade für ältere Menschen mit Migrationsgeschichte gibt es bei altersgerechten Angeboten großen Nachholbedarf.”

Barbara Loth, Schirmherrin des Interkulturellen Seniorentags

Widerstand. Kamyar und Dzeko sind 15, kommen aus Fulda und haben was zu sagen. Sie sind angepisst vom Rassismus à la Sarrazin. Außerdem sind sie Rapper und werden vom sozialen Projekt „Von der Straße ins Studio“ unter Schirmherrschaft von Eko Fresh gefördert. In ihrem neuen Song „Generation Sarrazin“ wenden sie sich gegen rassistische Vorurteile. Das Lied ist mit Abstand das Intelligenteste, was lange zu dem Thema veröffentlicht wurde. Das Video wurde zum Teil in Neukölln gedreht. Hier lassen die beiden ein Sarrazin-Double durch die Straßen laufen. Zeit Online hat Kamyar und Dzeko interviewt. ( „Nee, du bist kein Deutscher“, Zeit Online, 16.09)

 

Raus. Die neukölln-amerikanische Drag Queen Pansy ist zurück aus der Sommerpause und präsentiert heute Abend in der Loftus Hall eine neue Ausgabe ihrer Partyreihe Sissy. Aus San Francisco kommt die queere HipHop-Künstlerin MicahTron und auch die Berliner Drag Queen Marina Bitch tritt auf. Dazu ein paar DJs. Los geht es um 23 Uhr. Sissy @ Loftus Hall

Raus II. Vor einigen Tagen haben wir euch schon Gordon vorgestellt, das israelische Café/Label/Plattenladen/Booking-Agentur in der Allerstraße. Heute Abend feiern sie die offizielle Eröffnung. Musik gibts von ihrem eigenen Label, dazu hausgemachte Spezialitäten. Los geht’s um 17 Uhr. Gordon Grand Opening

Raus III. Streetfood, Gaukler, Modemacher. Der Alfred-Scholz-Platz wird immer mehr zum Zentrum für Nordneuköllner Straßenfeste. Und legt deshalb an diesem Wochenende unter fragwürdigem Namen noch einen drauf: Kultkölln – Jahrmarkt der Manufakturen. Heute und morgen von 14-22 Uhr.

 

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