von am 31. August 2012

Wochenschau_35-12Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Piknick-Area sticht Friedhof: Die Farce der Woche leistete sich der Berliner Senat. Die Leittragenden: gläubige Muslime. Die hofften bis vergangenen Montag darauf, dass der islamische Friedhof an der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm gen Tempelhofer Feld hin erweitert wird, da kaum mehr Platz für 50 Gräber bleibt. Nun hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Antrag abgelehnt. Grund: Die Pläne der Tempelhofer Freiheit sehen dort eine „Picknick-Area“ vor. Und die könne schlecht verlegt werden, da sonst nirgends schattige Bäume stehen, argumentierte die Grün Berlin GmbH.

Du hast Angst vorm Gesundbrunnen!

Neukölln ist eines der gefährlichsten Pflaster Berlins, so sagt man. Die neue Kriminalitätsstatistik zeichnet ein anderes Bild: In Spandau, Mitte und Tiergarten passieren mehr Straftaten und selbst bei der Auswertung einzelner Kieze verliert Neukölln gegen den Wedding. Insgesamt kann Neukölln 12 083 Diebstähle und 2808 Fälle von Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung für sich verbuchen. Vorne dran ist Neukölln nur noch in Sachen Drogendelikten. Die Zahlen im Detail gibts im Kriminalitätsatlas Berlin (Achtung PDF).

Falken haben es schwer in Neukölln: Nach Brandanschlägen auf das Anton-Schmauch-Haus (wir berichteten) wurde ein Falkenmitglied Opfer Rechtsextremer Gewalttäter. Vergangenen Freitag wurde der 17-Jährige niedergeschlagen, nachzulesen auf der Falken-Webseite.

Immerhin eine gute Nachricht kann das Britzer Kinder- und Jugendzentrum verkünden: Für die Errichtung eines Schutzzauns um das Gelände, den sie brauchen, da sie sich ob der Anschläge sonst nicht mehr gegen Schäden versichern können, kamen 100.000 Euro zusammen. Die Spendenaktion läuft noch bis Jahresende.

Der Blutwurstritter geht um

Foto: Schweinefüße auf dem Metzertisch

Das letzte bekannte Opfer des Blutwurstritters. Foto: kiezradio.org.

kiezradio.org haben Marcus Benser, den Inhaber der Blutwurstmanufaktur besucht. Den ehrenhaften Titel des Blutwurstritters hat Benser vom Orden der Blutwurstritter erhalten, und damit steht der Metzgermeister in einer Reihe mit Paul Bocuse, dem weltbekannten französischen Nouvelle- Cuisine-Koch. Auch der Kanzlerin soll die Blutwurstspezialität aus Neukölln schon gut bekommen sein.

Die taz sprach in dieser Woche für den neuen Teil ihrer Schillerkiez-Serie mit Helen Acosta Iglesias und Eva Hübner vom Schillerpalais über den Boomerang der Kunst in Neukölln. Die Miete des Ateliers wird kommendes Jahr um 300 Prozent erhöht werden. Dass sie Opfer ihrer selbst sind, da sie als Künstler die Aufwertung des Kiezes mit bewirkt haben, glauben sie nicht. „Wir Künstler sind auch Opfer der Verdrängung“ – ein lesenswertes, streitbares Interview.

Abseits des Geredes wird indes geprüft: Auf Druck der SPD-Fraktion hin wurden zusätzlich zu den bereits freigegebenen 14 Grundstücken aus öffentlicher Hand 10 weitere  für den Wohnungsbau freigegeben, unter anderem in Neukölln. Nun prüfe man „welche dieser Flächen gebraucht und für wen dort gebaut werden soll“, schreibt der Tagesspiegel. Darüber hinaus soll der Umgang mit landeseigenen Grundstücken zukünftig an Kriterien wie bezahlbare Mieten gebunden sein. Dagegen stellt sich Finanzsenator Nußbaum (parteilos): die Liegenschaftpolitik solle weiterhin der Haushaltskonsolidierung dienen. Das bedeutet, dass Grundstücke schlicht an den Meistbietenden verkauft werden. In dem seit Monaten andauernden Streit droht die Partei nun gar mit einem Verkaufsstopp für alle öffentlichen Immobilien, ausführlich nachzulesen im Tagesspiegel. Eine der freigegebenen Flächen befindet sich in der Flughafenstraße Hafenstraße – eine Baulücke.

Hafenstraße? Richtig gelesen. Die liegt jetzt nämlich direkt am Meer.

Rixdorf am Meer

Und Berlin liegt doch am Meer! © http://www.berlin-am-meer.eu/

Carlos Borrell und Stephan Moskophidis heißen die Macher der Karte. Und weil wir die so gelungen finden, wollen wir euch dieses Fundstück trotz PR-Hintergrund nicht vorenthalten.

Zuhause im Sommerbad um Samstag in der Mühle

Samstag grüßt Sankt Veit die Grießmühle: Oder die Tanzwut. Ab 16 Uhr, 2 Euro Eintritt.

Unbedingteste Wochenend-Empfehlung: Das große Sommerfest von zuhause e.v. und fuchsundelster vom 7-9 September. Ganze drei Tage lang wird im Sommerbad Neukölln drinnen und draußen zusammen gefeiert, getanzt, performt und wer weiß schon, was sonst noch alles. Weil es dafür Karten im Vorverkauf zu erwerben gibt, der Hinweis schon eine Woche verfrüht: Tickets gibts seit Mittwoch, den 29.08, unter anderem im fuchsundelster, und alles was ihr wissen müsst gibts hier.

In diesem Sinne entlassen wir euch mit Fokko Wolkenstein, zu erleben beim Sommerfest, ins Wochenende: Sommer in Berlin!

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