von am 17. August 2012

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Auf dem Tempelhofer Feld rührt sich was: Jetzt, da die Internationale Gartenschau nach Marzahn verlegt werden musste (die Planer hatten vergessen, dass das Feld zur selben Zeit schon heimlich der Bread & Butter versprochen war) ist die Debatte um die Zukunft der Tempelhofer Freiheit wieder lauter. Das ganze Kuddelmuddel gibts beim Tagesspiegel. Den Initiator von 100% Tempelhofer Feld, Lothar Köster, machen die Entwicklungen indes keineswegs glücklich: In einem offenen Brief hat er vor Kurzem seinen Frust kundgetan – und der richtet sich nicht nur gegen die Politik, sondern auch gegen die einstigen Mitstreiter. So schreibt er am Ende:

Ich untersage dem Verein und seinen Mitgliedern ab sofort die Vereinnahmung meiner Initiative durch Verwendung des von mir geprägten Titels „100% Tempelhofer Feld“ und jeder seiner Varianten, die einen inhaltlichen Zusammenhang assoziieren lassen.

Da empfiehlt sich zur Entspannung ein Besuch im Allmende Kontor zum Happening „Dein Erdanteil“ am Sonntag, 15 Uhr.

Wie lebt es sich in Neukölln? und  Stimmen die Klischees? fragte gestern der RBB in der Sendung . Leider blieben die Macher in ihrer Darstellung selbst hier und da in klischeehaften Bildern verhaftet, gucken kann man trotzdem. Persönliche Lieblingsszene: Ein Geschäft für „professionelle Soprtlerernährung“ in der Karl-Marx-Straße, „n Eiweißladen“, erklärt der Verkäufer. Drinnen greift eine füllige Frau nach den Power-Eiweißriegeln, sie schwitzt. „Was die Kraftriegel anrichten, wird offensichtlich“, sagt der Erzähler. Nachzustreamen gitbs den Beitrag in der.

Lesenswert: Szenen aus dem Wanderzirkus

Die Freitags-Bloggerin Mängelwesen hat sich in Neukölln auf die Suche nach einer politischen Heimat begeben. Erster Halt: Piratenland:

Alles wirkt reichlich skurril auf mich. Da stellt sich also ein augenscheinlich ganz netter und zumindest mit Bilanzen betrauter Schatzmeisterkandidat vor und er muss Fragen zu Holocaustleugnung und Rücktritten in Berlin-Mitte abgeben. Er tut mir ein wenig leid.

Anschließend stellt sich der zweite Michael vor. Der zweite Michael trägt ein orangefarbenes Piratenshirt. Es wird sich nach wenigen Minuten hervorragend mit seiner Gesichtsfarbe beißen. Dieser Michael ist Politologe, versteht sich als eine Art teilnehmender Beobachter und möchte daher ganz viel machen

Den wundervollen Reisebericht gibts auf freitag.de.

Pro Deutschland? Pro Gegendemo!

Die rechte Partei Pro Deutschland hat für Samstag eine Demonstration mit Kundgebungen vor mehreren Berliner Moscheen geplant. Subtiler Titel der Veranstaltung: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland – Islamisierung stoppen“. Das Ziel ist klar: Provokation in der Hoffnung auf den ersten Steinwurf. Laut Berliner Zeitung rechnet Pro Deutschland mit 50 bis 100 Teilnehmern, die mit Bussen von Moschee zu Moschee gekarrt werden.

Dass die Partei so schlecht im Mobilisieren von Anhängern ist, sollte uns jedoch nicht davon abhalten, laut zu sein. Das könnt ihr am Samstag ab 15 Uhr in der Hermannstraße, Ecke Flughafenstraße (U-Bahnhof Boddinstraße). Unter dem Motto „Pro Deutschland die Tour vermasseln“ veranstalten das Bündnis Neukölln, das Deutsch-Arabische Zentrum und der Verein Irschad eine Gegenkundgebung (Aufruf, PDF). Kommt zahlreich, denn im Gegensatz zu ProDings sind wir viele. Und das soll jeder sehen.

The return of the teletext

AUsstellungsstück: Gerüchte und Lügen by Kari Yli-Annala

Gerüchte und Lügen von © Kari Yli-Annala; www.northernvideoart.net/artists/kariyliannala.

Teletextliebhaber wissen es eh, den Rest wird diese Nachricht verwundern: „Teletext will rise again!“ Wie das ausschaut, kann man seit gestern in der Pflüger68 bestaunen. Dort gastiert das International Teletext Art Festival. Weitere Infos hier und im ARD Teletext, Seite 770.

zp8497586rq

 

Ein Kommentar: