von am 1. August 2014

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Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende. 

Außenansicht. Deutschland, „die Hoffnung für unzählige Menschen aus dem Süden Europas“: Leicht überoptimistisch beschreibt die Washington Post die Willkommenskultur unseres Landes, dem die Politik noch vor wenigen Jahren attestierte, kein Einwanderungsland zu sein. Und, sonst würden wir hier jetzt nicht darüber schreiben, auch Neukölln wird erwähnt. In feinstem, internationalen Immobilienmaklersprech liest man, der Stadtteil sei

„a center of global hipsterdom where English, Spanish, Italian and Turkish are almost as common as German at independent coffeehouses, pop-up art galleries and vinyl record shops.“  The new land of opportunity for immigrants is Germany (Washington Post, 27.07.2014)

Friedhofsnöte. Auf dem muslimischen Friedhof der Sehitlik-Gemeinde wird es eng. Eine Erweiterung in das Gebiet des Tempelhofer Parks war ursprünglich mal vorgesehen, die ist aufgrund des erfolgreichen Volksentscheids von 100% Tempelhof jetzt unmöglich. Gesucht wird nun eine neue Fläche in der Nähe des Columbiadamms, um eine „wohngebietsbezogene Versorgung“ sicherzustellen. Gräber auf muslimischen Friedhöfen werden immer knapper (Berliner Morgenpost, 29.07.2013)

Üble Nachrede der Woche.

Gut, dass Sabrina, dieses böse Gerücht ein für alle mal aus der Welt geschafft hat:

Nur zur Erinnerung: Eigentlich brauchen wir hier kein Meer. Wir haben das Columbiabad.

Todesfall. Dr. Axel Stoll, nach eigener Auskunft promovierter Naturwissenschaftler, ist offenbar Anfang der Woche verstorben. Das berichten VICE und die Ruhrbarone. Stoll war durch seine abstrusen Verschwörungstheorien bekannt geworden. Dabei ging es um die mögliche Flucht der Nationalsozialisten auf die dunkle Seite des Mondes bzw. nach Neuschwabenland, einem unterirdischen, nationalsozialistischen Utopia, dessen Eingang in der Antarktis zu finden ist. In den letzten Jahren war er durch seine knarzende Stimme und seinen Catchphrases wie „Muss man wissen“ zu einem kleinen Internetphänomen geworden. Mit seiner „Neuschwabenland“-Gruppe hielt er alle zwei Wochen Treffen in Britzer Restaurant Roseneck ein Treffen ab. Wir haben im März letzten Jahres darüber berichtet: Wenn Nazis mit Ufos die Welt erobern werden (neukoellner.net, 18.03.2013)

Verzögerungen. Eigentlich sollte die U8 zwischen Boddinstraße und Hermannstraße seit Mitte Juli wieder fahren. Da sie es offensichtlich nicht tut, hat die Berliner Woche bei der BVG nachgefragt. Antwort: Spätestens Mitte September soll alles wieder normal fahren. Auf der U7 zwischen Grenzalle und Rudow berücksichtigt die U-Bahn übrigens die Partyfahrgäste. „Im Prinzip sind wir fertig“ (Berliner Woche, 28.07.2014)

Raus. Heute abend in der Loftus Hall: Lize Invites mit DJ Tree (Slow Life) und Yoshi (Libertine). Hört sich so an:

Raus 2. Bewegungsfreiheit für alle! Immer! Überall! Das Partykollektiv lädt ins Böhmische Dorf zur Soliparty. Mit Grizzly (voodoo rhythm), rampue (audiolith) und mehr. Alle Infos hier.

 

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