von am 12. Juni 2015

wochenschau_24-15Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Das Kopftuch und das Amt. Der Fall der 26-jährigen angehenden Juristin Betül Ulusoy hat die vergangenen Tage für viel Wirbel gesorgt. Die Muslima hatte die Befürchtung, dass ihre Bewerbung beim Neuköllner Bezirksamt abgelehnt werde, weil sie ein Kopftuch trägt. Ulusoy darf nun ihr Referendariat beginnen, allerdings gelten gewisse Einschränkungen. Wir waren bei der Debatte in der BVV dabei. Fazit: Der Berliner Senat ist gefordert!

Straßenweisheit. Wer in Neukölln braucht schon Heinz Buschkowsky, wenn er Ali Bumaye haben kann. Im Gegensatz zum ehemaligen Bezirksbürgermeister ist der Rapper seiner Nachbarschaft treu geblieben. „Für die, die hier herkommen, ist das alles schlimm, aber wenn du hier groß geworden bist, ist das normal“, sagt der wuchtig-sympathische Mann, der in diesem Jahr sein erstes Album rausgebracht hat. Überall sei mal jemand krank im Kopf, ganz normal, erzählt Ali Bumaye. Finden wir auch. Das komplette Interview von Backspin gibt’s auf Youtube.

Große Kunst. Touristen sind in Neukölln nun nichts Neues, egal, ob mit Rucksack oder Rollkoffer. Einen kreativen Knall lieferte allerdings eine Schweizer Website mit Reisetipps: „Und wenn Berlin das Louvre der deutschen Touristenziele ist, dann ist die Gegend zwischen Kreuzberg und Neukölln seine Mona Lisa.“ Chapeau, wir hätten es nicht besser sagen können!

Leider keine Babynahrung. Auch die Bunte empfahl kürzlich einen Ausflug nach Neukölln. Von Kreativität allerdings ist in dem Beitrag der Illustrierten keine Spur. Bei jedem Satz stellt sich uns das Nackenhaar auf. „Hip, hipper, Hipster.“ Das Auge weiß gar nicht, wo es hängenbleiben soll. Die Rede ist von Oberlippenbärten und Soja-Latte. Oh je. Spätestens dann, wenn der Text „eine urige, internationale Hipster-Kneipe wie aus dem Bilderbuch“ empfiehlt, hört man auf, das H-I-P mitzuzählen. Hätten die doch mal lieber etwas über hippe Babynahrung gebracht.

Neukölln zieht nach. Was Kreuzberg kann, kann Neukölln schon lange. Nachdem am Kottbusser Tor bereits im Mai mehrere Hanfpflanzen gefunden wurden, zieht Neukölln nicht nur nach, sondern legt sogar noch einen drauf. Ein Fotograf der BZ will mehrere verdächtige Pflanzen auf der Sonnenallee vor der Polizeiwache des Abschnitts 54 gesehen haben. Ein Polizeisprecher spricht von nur einer. Fall zu den Akten.

Raus I. Du hast zu viel Zeug? Willst es loswerden und dafür neue schöne Dinge bekommen? Dann solltest du am Samstagnachmittag auf die Clothing Swap Party in den Raum B gehen. Tatsächlich dreht sich das Ganze nicht nur um Klamotten, sondern auch um Bücher und Schallplatten. Mehr Infos gibt’s auf Facebook.

Raus II. Samstagnacht im Sameheads in der Richardstraße gibt es was auf die Ohren: Soul, Funk, Disco und Afro für Kenner und Liebhaber – „deep and real“. DJ Amir ist zu Besuch und wird dafür sorgen, dass bis in die Morgenstunden der Schweiß von der Kellerdecke tropft. Der Mann hat schon bei Gilles Peterson’s World Wide Show oder bei Boiler Room aufgelegt. Mehr Infos gibt’s hier.

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