von am 14. Juni 2012

Immer wieder freitags Ausnahmsweise am Donnerstag: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Morgen beginnt 48 Stunden Neukölln, und wir starten unsere Berichterstattung als Medienpartner. Deshalb gibt es die Wochenschau schon einen Tag früher, bevor ab morgen alles unter dem Motto „Endstation Paradies“ läuft. A propos Paradies: Neukölln ist übrigens der grünste Bezirk Berlins.

Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in ihrem Land flüchten junge Menschen  in ein Land mit niedriger Arbeitslosigkeit. Dort siedeln sie sich widerum in einem Bezirk mit ebenfalls hoher Arbeitslosigkeit an – die Macht der Gewohnheit, oder einfach nur spanische Hipster in Neukölln? Uli Hannemann widmete sich gestern in der taz den nach Neukölln gezogenen Spaniern –  wie sie von Neukölln lernen können, Krisen zu bewältigen: „Vom Neuköllner lernen heißt siegen lernen„:

„Das Rezept: Zunächst einmal die Bausubstanz und Infrastruktur mindestens hundert Jahre lang gepflegt verrotten lassen. Schulden? Einfach nicht beachten. Arbeitslosigkeit? Wer will schon arbeiten. Vierzig Milliarden Direkthilfe? Broochenwa nich! Aber hätte man sie dem Bezirk überhaupt angeboten, hätte der Bürgermeister fairerweise geantwortet, ’nein danke, das wird hier eh nur versoffen!‘ – obwohl das allemal sinnvoller gewesen wäre, als es den Banken für weitere Spekulationsgeschäfte in den Allerwertesten zu schieben. Irgendwann ist dann zwangläufig der Zeitpunkt erreicht, an dem alles derart unerträglich ist, dass es fast schon wieder schön wird.“

Das Sommerfest der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm am vergangenen Wochenende litt ein wenig unter den Rahmenbedingungen. Trotz Parkverbot und großem Gedränge auf dem für die Veranstaltung zu kleinem Gelände fanden sich über 3000 Besucher ein. Impressionen vom Sommerfest haben die Facetten gesammelt.

Auf was man sich einstellen muss, wenn man für die Verhaftung eines international gesuchten Mörders verantwortlich zeichnet, das lernt Kadir Anlayisli zur Zeit. Kadir, Porno-Killer-Entdecker, kann sich vor Medienanfragen nicht retten. Wie seine 15 Minuten Ruhm aussehen, könnt ihr hier in der Vice nachlesen. Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr mir vielleicht auch den ersten und letzten Satz erklären?

Bevor am Freitag, 19 Uhr, im Cube 48 Stunden Neukölln eröffnet wird, findet in der Karl-Marx ein Kiezspaziergang statt. Auf diesem wird ein Blick auf die „goldene Zukunft der Karl-Marx.Straße“ geworfen. Stilecht startet dieser mit einem Sektempfang vor dem Woolworth (Karl-Marx-Straße 159). Mehr Informationen bei Rixdorf.org.

Am Wochenende läuft nicht jede Kulturveranstaltung unter dem Label 48 Stunden Neukölln. Samstag veranstaltet das Tristeza vor seiner Haustür bereits zum fünften mal das Hip Hop Festival Dein Block, mein Kiez. Das Festival, inklusive Grafittiwand, läuft von 17 – 22 Uhr.

Update: Das Tristeza vermeldet, dass ihr Hip Hop Open Air verboten wurde. Laut Pressemitteilung wurde das Verbot mit Sicherheitsbedenken bezüglich der zeitgleich stattfinden 48 Stunden Neukölln begründet und weil es in den vergangenen Jahren „Probleme beim Konzert“ gegeben hätte. Das Tristeza bemüht sich per einstweiliger Verfügung die Erlaubnis doch noch zu bekommen und hat für den Fall der Ablehnung für Samstag 18 Uhr eine Demonstration angemeldet.

Update 2: Unter Auflagen wurde das Konzert nun doch gestattet. Allerdings nur noch bis 21 Uhr.

Morgen starten wir mit unseren ersten Empfehlungen für 48 Stunden Neukölln. Vorab verraten wir schon mal, was sich hinter der Ankündigung „schaunmermal“ im Valentin Stüberl versteckt. DJ Fantomas vertont Walther Ruttmanns‘ Sinfonie der Großstadt. Freitag und Samstag, jeweils so gegen 23:23 Uhr ab 20:30 Uhr. Anschließend wird zusätzlich Metropolis von Fritz Lang gezeigt.

Am Samstag, 16.6. feiert die kleine, feine experimentelle Fotoausstellung „10 days among them“ Vernissage im ORi. Zwölf Einwegkameras wurden für das Fotoprojekt an 12 Menschen auf der ganzen Welt geschickt. Zehn Tage hatten die Einwegkünstler Zeit, Alltag, Umgebung, ihr Leben zu dokumentieren. Acht Kameras sind zu ihrem Ursprungsort zurückgekehrt – die Fotografien sind bis zum 17.6. zu sehen. Aufgetafelt wird am Sonntag ab 15 Uhr, das ORi lädt zum Kaffeeklatsch mit veganen Kuchenbrunch.

 

Ein Kommentar:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.