Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Links der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Wir haben an dieser und anderen Stellen öfter auf die in Neukölln lebenden Roma hingewiesen. Vergangenen Dienstag berichtete das Magazin Frontal21 im ZDF über die ausbeuterischen Wohnungsbedingungen vieler Roma in Neukölln und bekam sogar einen Hausverwalter zum Interview vor die Kamera, der offen dazu steht, heruntergekommene Wohnungen an Roma zu vermieten, da diese sich weniger schnell beschwerten als andere Mieter. Der Besitzer dieser Häuser, Thilo Peter, sitzt übrigens als stellvertretender Bürgerdeputierter für die CDU im . Zum Beitrag geht es hier lang.

Als im März eine Studie (pdf) im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum Thema Gentrifizierung in Neukölln veröffentlicht wurde, verwunderte das Ergebnis. Schuld daran war vor allem die Definition von Gentrifizierung, welche die stark steigenden Mieten ignoriert, so lange keine wohlhabenderen Mieter zuziehen. Wir berichteten hier und hier. Die taz interviewte zu diesem Thema nun Olivia Reber, die in ihrer Diplomarbeit die Verdrängung im Reuterkiez untersuchte. Sie kritisiert im Interview vor allem die “Politik der Imageaufwertung” seitens der Stadt.

Diese Woche fand außerdem das erste Bürgergespräch zum Tempelhofer Feld statt. Ursprünglich sollte in fünf Gruppen über verschiedene Themen diskutiert werden. Da jedoch die meisten der Anwesenden darauf drängten,  über die Bebauung des Feldes grundsätzlich zu sprechen, wurde noch eine weitere Gruppe dazu gebildet. Die liebevoll aufbereiten Ergebnisse wurden hier zusammengefasst abfotografiert (pdf).

Der Tagesspiegel beschäftigte sich im Rahmen seiner Serie über Berliner Plätze in dieser Woche mit dem Hermannplatz und fragt nach, wieso der geplante Umbau weiter verschoben wird. Das dazugehörige Video könnt ihr hier sehen:

Heute beginnt auf dem Tempelhofer Feld die Ausstellung: “The world is not fair - die große Weltausstellung 2012“. Die Kunstschau wird veranstaltet vom HAU und dem raumlaborberlin und erstreckt sich über 15 Pavillons, die von folgenden Künstlern aufgestellt wurden: andcompany&Co., Dellbrügge & de Moll, Willem de Rooij, Harun Farocki, Lukas Feireiss, Erik Göngrich, Institut für Raumexperimente, Hans-Werner Kroesinger, machina eX, Rabih Mroué, Toshiki Okada, Tracey Rose, Umschichten, Dries Verhoeven, Tamer Yiğit und Branka Prlić. Die Neuköllner Weltausstellung läuft noch bis zum 24. Juni.

Eine weitere Ausstellung öffnet dieses Wochenende in Neukölln: Anlässlich des 275-jährigem Bestehen des Böhmischen Dorfes wird am Sonntag im Körnerpark “Das Leben ist anderswo” eröffnet. Themen der Ausstellung mit Künstlern aus u.a. Deutschland, Frankreich, Mexiko, der Türkei und Dänemark sind Glaubensfreiheit, Diversität und Toleranz.

Zum Abschluss, für alle Fotografen: Die Bürgerstiftung Neukölln veranstaltet einen Fotowettbewerb. Bis zum 17. Juni können noch Fotos zum Thema “Glück in Neukölln” eingereicht werden. Die Teilnahmebedingungen gibt es hier (pdf).

 

Ein Kommentar:

  • […] Wenngleich die Ströme von Zuwanderern in den meisten Teilen Deutschlands mehr Mythos denn Realität sind, so sind die mehreren tausend Zuwanderer aus Rumänien in Neukölln Anschauungsmaterial für Leben und Umstände von Roma und Sinti in Deutschland. Und so konnte sich EU-Kommissar Andor ansehen, wie es ist, wenn ein Dorf aus Rumänien nach Neukölln umsiedelt und osteuropäische Armutsflüchtlinge auf skrupellose Immobilienbesitzer treffen. […]

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