von am 27. Mai 2016

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Immer wieder freitags. Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Text: Fabian Friedmann und Torben Lehning

Drohende Zwangversteigerungen: Im Reuterkiez geht die Angst um. Die böse Fratze der Verdrängung könnte bald wieder sein hässlich Gesicht zeigen. Diesmal sollen insgesamt 14 Gebäude in dem Quartier um Nansen-, Fram- und Pannierstraße zwangsversteigert werden. Die 300 betroffenen Mieter haben davon aus dem Internet erfahren. Die fünf Grundstücke gehören einer Erbengemeinschaft und könnten für sehr viel Geld unter den Hammer kommen, prognostiziert die Berliner Zeitung. Problem: Bei Zwangsversteigerungen hat die Stadt bzw. der Bezirk kein Vorkaufsrecht. Investoren könnten mitbieten und teuer neu vermieten oder weiterverkaufen. Vielen Kreativschaffenden, deren Büros und Ateliers auf den rund 1.500 Quadratmetern des Innenhofs untergebracht sind, wurde im Mai bereits fristlos gekündigt. Die übrig gebliebenen Mieter wollen aber nicht tatenlos zusehen und haben eine Initiative gegründet. Titel: Unser Block wehrt sich“. Fortsetzung folgt.

Ein Denkmal für Burak Bektaș. Am 5. April 2012 schoss ein unbekannter Mann auf eine Gruppe von fünf Jugendlichen. Einer von ihnen, Burak B., verstarb an den Folgen seiner Verletzung. Bis heute konnte eine rassistische Tat nicht ausgeschloßen und der Mord nicht aufgeklärt werden. Um auf viele unaufgeklärte rassistische Straftaten aufmerksam zu machen, plant die Initiative, die für die Aufkärung des Mordes an Burak B. kämpft, die Errichtung eines Denkmals an der Rudower Straße.

Buschkowskys Bike-Boykott. Ach es war so lange still zwischen Sonnenalle und Hermannstraße. Doch plötzlich hallt sie wieder donnernt von den grauen Häuserwänden des Bezirk, die Stimme des altbürgermeisterlichen Heinz Buschkowsky. Er hat ein Anliegen, wenn alle Fahrrad fahren wollen, dann will er nicht mehr. Der Ex-Mayor, ist aus dem Fahrradclub ausgestiegen. Der Grund: Das Allgemeinwohl fährt nicht Fahrrad, das Allgemeinwohl ist Buschkowsky.

Al-Nur radikal, Al-Nur kuschlig? Die Al-Nur-Moschee, die seit 2009 vom Verfassungsschutz beobachtet wird und vom Berliner Boulevard gerne als „Hass-Moschee“ bezeichnet, ist vom Stadtmagazin Zitty durchleuchtet worden. Fazit: Die Auslegung des dort praktizierten, sunnitischen Islam ist zwar streng, aber von Terror und Dschihad wolle man nichts wissen, obwohl dort bereits einige IS-Kämpfer in der Vergangenheit verkehrten. Der ehemalige Imam Abdul Adhim Kamouss, durch seinen Auftritt bei Günther Jauch bundesweit bekannt, sagt, dass viele Jugendliche dort empfänglich seien für Extremisten, doch die Radikalisierung eher im Netz und in Hinterzimmern stattfände, als in der Moschee.

Raus I. Die Griessmühle hat mal wieder aus unerfindlichen Gründen drei Tage lang offen stehende Türen. Na gut – wenn die Türen schon offen sind, dann kann man ja auch mal rein gehen und sich der einen oder anderen Verrücktheit hingeben. Finster wird’s bei Cases of Madness:

Raus II. Interessant, aber doch etwas unklar: Die Villa Neukölln wird heute zur Villa Cabaret umfunktioniert. Präsentiert wird der Abend von der Improvisationstheatertruppe Improfusion, die sich für die Veranstaltung in Lyrik versucht hat: „Der Frühling ist wieder da – Die Körper entblössen sich – Auf der Bühne der Villa – Komm, es ist gut für Dich.“ Klingt obszön… das ist schön. Was man aber genau erwarten darf? Lasst Euch überraschen!

Raus III. Das Sommerbad Neukölln öffnet diesen Samstag wieder seine Pforten. Wir warten gespannt auf die erste Schreckensmeldung von den Kollegen aus dem Boulevard!

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Ein Kommentar:

  • Bla sagt:

    Die Logik ist eine Diva, gell? Eine rassistische Tat ist nicht ausgeschlossen, also muss ein Denkmal gegen rassistische Taten her.

    Geilomat. Ich nenne so etwas eher politische Instrumentalisierung. Das Opfer und dessen Familie haben so etwas nicht verdient.

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