von am 23. Mai 2014

wochenschau_21-14Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Der Moment der Entscheidung ist da: Am Sonntag wird über die Zukunft des Tempelhofer Feldes entschieden. Monatelang hat man sich nun gestritten, ob es bebaut werden soll oder nicht. Häufig eher hyperventilierend als sachbezogen. Wenn etwas Gutes für alle dabei rauskommt, dann wäre es ein nüchterner Austausch darüber, wie Berlin mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen will. Mit mehr Menschen, die hier wohnen wollen. Mit dem Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum. Darüber, inwieweit die Bürger der Stadt mitentscheiden sollten, was hier entstehen soll. Und wo die Grenzen der Teilhabe sind. Jenseits der Frage, was den nun aus dem Tempelhofer Feld wird.

Rückblick. Auch wir haben in den letzten Monaten über das Tempelhofer Feld berichtet. So waren wir erst letzte Woche bei einer Diskussionsrunde, stellten einen Roman zum Feld vor, zeigten historische Aufnahmen aus dem Archiv der British Pathé, die mit dem Wind spielenden Drachen, kommentierten den Mangel an Vision, sprachen mit 100% Tempelhof über das erfolgreiche Volksbegehren, berichteten über die Stimmung im Schillerkiez und das gleich zweimal, brachten einen Kiezradio-Bericht von einer Demo und ein Tempelhofer-Feld-Gedicht zum Neujahrstag 2013. Dazu kamen unzählige Meldungen in den Wochenschauen.

Das Gefühl der Freiheit. Was will noch mal 100% Tempelhof? Die Berliner Woche interviewt dazu Kerstin Meyer von der Initiative (19.05.)

Das Central-Park-Gefühl. Wer den dumpfen Verdacht hat, dass ein paar neue Häuser doch nicht so schlecht wären, bisher aber nichts gesagt hat, weil sein Umfeld die ganze Zeit „Natur!“ brüllt, dem könnte Nikolaus Bernau ein paar Argumente liefern. Das Tempelhofer Feld muss bebaut werden (Berliner Zeitung, 20.05.)

Besser gehts nicht. Viel Sorgen sollten sich die Befürworter von 100% Tempelhof  aber nicht machen. Umfragen sehen sie vorne und none-other-than der deutsche Johnny Cash, Gunter Gabriel, hat seinen Song „Hände Weg von Tempelhof“ in einer Akustik-Version als „THF100-Edition“ am Flugfeld neu aufgenommen. Das sollte den letzten Schwung geben. Klappt es mit dem Volksentscheid, kann also fett gesungen werden. Und alle…

Auf dem Feld selbst durfte er übrigens nicht drehen. Das hat die Parkaufsicht verhindert. Gunter Gabriel singt für das Tempelhofer Feld (B.Z., 13.05.)

Im Glanze Wowereits. Felix Herzog, die wohl lauteste Stimme von 100% Tempelhof, freut sich übrigens wie Bolle, dass Klaus Wowereit ihn kennt. Der Bürgermeister hatte ihm auf dem Parteitag der Berliner SPD vorgeworfen, nicht für das zu brennen, was er macht, sondern eher eine „akademische Feldstudie“ zu betreiben, „rein wissenschaftlich und professionell“. Wowereits Statement über mich (19.05.)

Tranzparenzhinweis: Bis etwa Anfang 2012 war Felix Herzog Mitglied unserer Redaktion. Sein Engagement bei 100% Tempelhof begann, nachdem er bei neukoellner.net ausgetreten war.

Und sonst so?

Schreibwütig. Der Neuköllner Bestseller-Autor und Talkshow-Grande Heinz Buschkowsky schreibt ein neues Buch. Glaubt man der Projektbeschreibung, will er dafür mit echten Migranten reden. Buschkowsky schreibt ein neues Buch (Tagesspiegel, 18.05.)

Präsidial. Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer gibt sich schelmisch und postet ein Bild von einem Gullydeckel, während sie auf Bundestagspräsident Norbert Lammert wartet.

Europa…was? Bevor am Sonntag die Europäer entscheiden wie toll sie Europahasser wirklich finden, gibt es heute von 16-20 Uhr noch ein Europafest auf dem Alfred-Scholz-Platz (dem ehemaligen Platz der Stadt Hof). Eröffnen wird Bezirksstadträtin Dr. Franziska Giffey. Es gibt Musik, Theater, Infostände, Streetfood und Tombola. Als Preis winken unter anderem „Freikarten für einen Roadtrip durch Europa“. Kein Scheiß.

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