von am 23. Mai 2016

wochenschau_20-16

Immer wieder freitags. Heute mal montags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Text: Torben Lehning und Fabian Friedmann

Wohnen auf dem Kindl-Gelände. Wohnen und Wirtschaften auf einem Gelände? Die taz wollte wissen, was sich auf dem ehemaligen Kindl-Brauerei-Gelände alles tut und hat sich auf der Baustelle mal umgesehen. Fazit: Es wird sich zeigen müssen, wie die federführende Maryon-Stiftung weiter agiert. Garantien für billigen Wohnraum gibt es beim Vollgut-Projekt zur Zeit nicht. Man wolle keine falschen Begehrlichkeiten wecken, so die Vertreter der Stiftung. Dafür sind Kooperationen mit Anwohnern und Nachbarn geplant, um einen „Kulturstandort, gemischt mit Wohnen und sozialen Einrichtungen“ zu schaffen. Klingt auf den ersten Blick „vollgut“. Wie das in der Praxis umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Im Wedding hat die Stiftung gerade Beef, weil sie bei einem ihrer Wohnprojekte auf Modernisierung pocht und sich dadurch die Kaltmiete verdoppelt. Wer dem Streit zwischen Maryon und dortigen Anwohnern folgen möchten, kann das auf stiftungedithmaryonklagt.de.

Am Samstag war im Rahmen eines Kiezfestes zunächst mal die Eröffnung der neuen Kindl-Treppe gefeiert worden. Die Farbgebung freute vor allem einen BVV-Vertreter der GRÜNEN.

28 Drogentote in Neukölln. Jeder fünfte Drogentote Berlins wird in Neukölln aufgefunden. Somit hat sich die Anzahl der Rauschgift bedingten Todesfälle im Bezirk verdoppelt. In Berlin stieg die Anzahl ebenfalls – um ein Viertel. Am Dienstag forderte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) eine verbesserte Hilfe für abhängige Menschen, mehr präventive Maßnahmen und ein stärkeres Vorgehen gegen den Drogenhandel. Wie diese Maßnahmen konkret aussehen sollen – bleibt bislang ungeklärt. Ob die Toten in Neukölln wohnten oder aus einem anderen Stadtteil kommen und nur im Bezirk aufgefunden wurden, geht aus der Statistik der Berliner Polizei nicht hervor.

Anton Hofreiter – A Critical Mass. Lenker und Speiche gegen Stoßdämpfer und ausgefahrener Arm. Fahrrad gegen Auto, Auto gegen Fahrrad, Fußgänger gegen Auto und Fahrrad, da kann keiner mehr die Übersicht behalten. Wer zwischen Sonnenallee und Herrmannstraße mit dem Zweirad unterwegs ist, sollte lieber an Ganzkörperschutzkleidung und eine sehr gute Unfallversicherung denken, als nur an einen läppischen Helm. Der Volksentscheid Fahrrad sammelt nun Stimmen für 10 Ziele, die einen sicheren Verkehr garantieren sollen. Auch die Bundespolitik solidarisiert sich mit dem ausgebremsten Bezirk. GRÜNEN-Fraktionschef Anton Hofreiter lädt am heutigen Montag um 17:30 zur Critical Mass durch Nordneukölln.

Comedy-Notausgang vs. Ordnungsamt. Alle Shows im Comedy Café Berlin (Roseggerstraße/Ecke Weserstraße) sind ab dem 19. Mai für mindestens zwei Wochen abgesagt. Das Ordnungsamt fordert einen Notausgang über den Keller, welcher aktuell nur zur sicheren Evakuierung von dort lagernden Bierkästen und Schildern genutzt werden könnte. Jetzt muss das Café nachbessern, denn das Amt hatte mit einer vierstelligen Geldstrafe und sogar einer permanenten Schließung gedroht, wenn weiterhin Shows stattfänden, ohne dass die neuen Auflagen erfüllt seien. Holt das Ordnungsamt demnächst zum Notausgang-Rundumschlag aus, wäre das Amüsierviertel Nord-Neukölln in seiner jetztigen Form wohl bald Geschichte.

Raus: Alle Fans des Neuköllner Sommerbads müssen sich noch ein paar Tage gedulden. The Grand Opening 2016 ist am Samstag, 28. Mai, um 8 Uhr.

Vorbei: Der Shaker (Crazy Shake) ist wieder eingepackt, die Maientage 2016 in der Hasenheide sind Geschichte. Bis zum nächsten Jahr!

 

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