von am 17. Mai 2013

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Zu weit aus dem Fenster gelehnt. Staatssekretär Michael Büge (Kreis-Vorsitzender der Neuköllner CDU) wurde aus seinem Amt entlassen. Zum Verhängnis wurde ihm die Mitgliedschaft in der Berliner Burschenschaft Gothia und deren Nähe zum rechten Lager (wir berichteten). Damit konfrontiert kündigte er an, aus der Burschanschaft auszutreten, wenn diese nicht, wie andere Burschanschaften auch, aus dem umstrittenen Dachverband austrete. Seit dieser Ankündigung ist weder das Eine noch das Andere passiert, nun wurde ihm die Entscheidung abgenommen: Czaja entlässt Staatssekretär Büge (Tagesspiegel, 13.05)

Privatmann mit Rathaushintergrund. Der Tagesspiegel recherchiert weiterhin, ob Privatmann Heinz Buschkowsky unerlaubte Hilfe aus dem Rathaus für sein Buchprojekt bezogen hat. Derzeit gibt es im Bezirksamt eine Untersuchung zu den Vorwürfen. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) leitete bisher die Untersuchung, erklärte sich nun aber als befangen. Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne) übernimmt nun die Leitung der Untersuchung. Stadtrat gab Liste für Buschkowsky-Buch in Auftrag (Tagesspiegel, 16.05)

Apropos. Vor drei Wochen noch in der BVV abgestraft, wurde Bernd Szczepanski auf der außerordentlichen Sitzung der BVV an diesem Dienstag nun doch seine Amtszeit als Sozialstadtrat verlängert. 

Das war nötig geworden, da Szczepanski dieses Jahr die Altersgrenze für seine Tätigkeit erreicht. Auf der letzten Sitzung stimmten noch drei Verordnete der SPD, zusammen mit der CDU, gegen die Verlängerung.

Gentrify this. Die taz-Serie Schillerkiez blickt diese Woche auf die Entwicklung und Veränderung der Okerstraße seit der Öffnung des Tempelhofer Felds 2009.

„Keine 600 Meter ist die Okerstraße lang, von der aufgewühlten Hermannstraße bis zum weiten Grün des Tempelhofer Feldes. Noch vor ein paar Jahren genoss kein Straßenzug im Schillerkiez einen schlechteren Ruf […] Dann, drei Jahre war es am 8. Mai her, eröffnete die Wiese. Heute kann man in der Okerstraße Burritos kaufen, Malereien und Focaccia. Gleich drei Szenekneipen haben eröffnet.“

Alles anders, alles gleich (taz, 15.05)

Wasser fürs Feld. Auf dem Tempelhofer Feld beginnen im Herbst die ersten Bauarbeiten. Das geplante Wasserbecken soll Regenwasser speichern und Betriebskosten sparen. Für diesen Sonntag hat die Initiative 100% Tempelhofer Feld eine Demonstration auf dem Feld angemeldet.  Der Artikel im Tagesspiegel: Ab Herbst werden die Bagger rollen (Tagesspiegel, 11.05).

Apropos, Teil 2. Volker Hassemer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin plädierte diese Woche in der Berliner Zeitung leidenschaftlich gegen die geplante Bebauung:

„Das Tempelhofer Feld ist ohnehin ein ganz besonderer Schatz. Das für die Stadt wichtigste innere Entwicklungsgebiet für morgen ist schon heute attraktiv genutzt. Es liegt nicht nutzlos und als Brache herum. Von Bread & Butter bis hin zu den Drachenfliegern – man müsste für die aktuelle Nutzung solche Flächen geradezu erfinden, so gut und erfolgreich werden sie angenommen.“

Das hat das Tempelhofer Feld nicht verdient (Berliner Zeitung, 14.05)

Konzert. Haruko hat Fernweh nach fremden Ländern und Fantasiewelten. Ihren Indie-Folk spielt sie heute zusammen mit Tim Schmidt im Gelegenheiten. Ab 20 Uhr.

 

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