von am 29. April 2016

wochenschau_17-16_bigImmer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Erster Mai – oder doch nicht?! Der Frühling ist da und der Mai kündigt sich an: Im Park üben schwarz Gekleidete Weitwurf und Weglaufen während die Zeitungen voll sind von dem jährlichen Vorgeplänkel. Diskutiert werden Demorouten und die Frage „Bist du Israel oder Palästina?“. Doch unvergleichlich der folgende Geniestreich: Der echte Erste Mai ist jetzt der 29. April! Demo-Traditionalisten wollen schon am heutigen Freitag ohne „kilometerlanges Spalier sensationsgeiler AmateurfotografInnen“ dem Ursprung des ersten Mai (dem Haymarket Riot 1886) gedenken. Startpunkt: Neuköllns Hermannplatz um 19.30 Uhr. Na hoffentlich vergessen die Kollegen bei dem ganzen Hin und Her nicht, dass die Kameraden vom anderen Ende des politischen Spektrums auch wieder aufmarschieren. Wär ja schade, wenn die alleine feiern müssten.

Späti-Kultur. Unsere Lokalpolitiker lassen den Wahlkampf anlaufen und nutzen den Streit um die Öffnungszeiten der Spätis für ihre Zwecke. Während sich die SPD in ihrer Mitgliederbefragung letztes Jahr klar gegen verlängerte Öffnungszeiten ausgesprochen hat, plant ein Volksbegehren nun das Gegenteil – Motto: „Ohne Spätis kein Berlin“. Für eine Gesetzesänderung in Richtung legaler Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen sprechen sich auch die Neuköllner Grünen aus. Das aktuelle Bußgeld von bis zu 2.500 Euro sei existenzbedrohlich, meint die Neuköllner Abgeordnete Kofbinger. Ziemlich unsolidarisch erscheint es dann, dass sich viele „erwischte“ Spätis angeblich auch noch gegenseitig verpetzen, wie Bezirksbürgermeisterin Giffey vor Kurzem auf einer Pressekonferenz berichtete.

Welcome to „New-Kölln“. Seit das Donau115 vom Guardian zu einem der zehn Jazz Hotspots in Europa auserkoren wurde, bekommt die Szene richtig Schwung. Nachdem wir uns natürlich schon längst mit dem Thema befasst haben (siehe hier), zieht nun auch ARTE mit einem Porträt der wachsenden Jazz-Szene nach.

Reinemachen I. Nachdem das Thema Müll von der Bezirkspolitik rauf und runter gespielt wird – man könnte meinen, es sei Wahlkampf – greifen die Anwohner jetzt selbst zum Besen. Gnade sei dem, der beim Abladen von Omis Kühlschrank auf frischer Tat ertappt wird.

Reinemachen II. Und dem ganzen Sauberkeitswahn fallen bisweilen unliebsame Botschaften zum Opfer.

Raus I. Kunst und Party passt bestens zusammen. Am Freitag stellt das der Klunkerkranich mit dem Konzert zur Temporären Kunsthalle Neukölln wieder unter Beweis.

Raus II. Neukölln macht auch an diesem Wochenende der Jazz-City alle Ehre – mit dem International Day of Jazz in der Noize Fabrik.

Raus III. Am 1. Mai gehts zum Feiern in den Keller. Hier wird unter dem Motto „Freiheit! Gleichheit! Sinnlichkeit“ der Grüne Engel auf die Burlesque Week losgelassen.

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