von am 24. April 2015

wochenschau_17-15Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Milieuschutz-Watch. Weil den zuständigen Politikern in Sachen Milieuschutz nicht so recht zu trauen ist, gibt’s jetzt ein Wiki, das die Forderungen des Bündnis für bezahlbare Mieten auflistet und den politischen Fortschritt (oder Stillstand) dokumentiert. Dass es weiterhin öffentlichen Drucks bedarf, zeigten jüngst die Äußerungen eines SPD-Mannes in der BVV: „Eine Veränderung der jetzigen Bevölkerungsstruktur ist ja nicht per se schlecht“. Übersetzt: Wenn die Armen wegziehen, hat Neukölln ein paar Probleme weniger.

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Milieuschutz für ganz Nordneukölln statt wie geplant nur in Schiller- und Reuterkiez – das fordert das Bündnis für Bezahlbare Mieten.


Vorzugsbehandlung für Neuköllner:
Um den Drang auf die Bürgerämter im Viertel einzudämmen, soll dort in Bälde nach dem Wohnort des Bittstellers gefragt werden, kündigte Stadtrat Thomas Blessing (SPD) in der B.Z an. Neuköllner bekommen dann bevorzugt Termine. Zum Hintergrund: Neukölln ist noch der einzige Stadtteil Berlins, dessen Bürgerämter Spontanbesuche zulassen; überall anders gilt inzwischen Terminpflicht.

Giffey träumt von weiterem Klunkerkranich. Die oberste Etage im Gebäudekomplex Alte Post & C&A in der Karl-Marx-Straße könnte eine Club-und-Kultur-Nutzung erhalten, ähnlich dem „Klunkerkranich“ auf dem Park-Deck der Arcaden, heißt es in der B.Z über Pläne der neuen Bürgermeisterin.

Blub-Abriss. Von der verlassenen Spaßbad-Ruine müssen wir uns wohl bald verabschieden. Dort brannte es in dieser Woche nicht nur (die B.Z. hat spektakuläre Fotos) – wie im Tagesspiegel zu lesen ist, will der Eigentümer das Gelände von einem Wachschutz sichern lassen – Wohnungen sollen gebaut werden. Über die Hintergründe  zur Schließung des Blubs hatten wir bereits vor einem Jahr berichtet.

Neuköllns Günther-Grass-Connection:

Raus I. Auf zwei Hochzeiten tanzen geht Freitag in der Agora. Das Impact Hub lädt zur Crowdfunding End Party (ab 18 Uhr). Hier könnt ihr das Neuköllner Team schnell noch mit einer Spende unterstützen – mit Karmapunktegarantie. Passend dazu ein Stockwerk weiter: Wie kann eine „Solidarische Ökonomie“ aussehen? Beispiele hierfür sind Genossenschaften, Einkaufsgruppen und Kollektivbetriebe in Neukölln. Wie alternative Wirtschaftsformen und Sharing Economy funktionieren können, diskutieren heute u.a. Attac-Mitbegründer Sven Giegold, Grünen-Abgeordnete Susanna Kahlefeld und Florian Hauschild von der Dezentrale in der Agora (Mittelweg 50), 1.Stock. Alle Infos hier.

Raus II. In der Galerie im Körnerpark eröffnet heute die Ausstellung „Post-Soviet Cassandras“ mit Künstlern aus Russland, der Ukraine und Belarus, die sich kritisch mit der gesellschaftspolitischen Situation in ihren Ländern auseinandersetzen. Am Sonntag um 18 Uhr findet dazu ein Artist Talk statt.

Raus III. Die Berlin-Tel Aviv-Connection ist stark, in vielerlei Hinsicht. Delfonic, der Besitzer des Oye-Plattenladens, lernte bei einem Trip in die Stadt den DJ Moscoman kennen. Der Israeli wird am Samstag bei einem Instore-Gig mit seinem Label Disco Halal im Neuköllner Laden zu Gast sein. Später legt die Crew dann in der Wilden Renate auf. Zu hören gibt es ganz famose orientalische Disco-Raritäten.

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

 

 

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