von am 26. April 2013

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Die politische Woche stand ganz im Zeichen des Heinz Buschkowsky. Angefangen hatte es mit der schon des öfteren diskutierten Frage: Wo hört der Neuköllner Bezirksbürgermeister auf und wo fängt der Privatmann und Buchautor an? Letzterer ließ angeblich Angestellte des Bezirksamtes an seinem Buch mitwirken: Amt arbeitete für Buschkowskys Buch (Potsdamer Neueste Nachrichten vom 19. April).

Die Mitarbeiter sollen dabei im Glauben gehandelt haben, es gehe um eine amtliche Veröffentlichung und taten dies während ihrer Dienstzeiten, Buschkowsky bestreitet das: Ein guter Deal für Heinz Buschkowsky (Tagesspiegel vom 19. April).

Alles „völliger Quark“, Produkt der „Missgunst“ eines „Rufmord-Journalisten“ ()? Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Bezirksamt nun den Stadtrat Bernd Szczepanski (Bündnis 90/Die Grünen) mit der Befragung der Mitarbeiter beauftragt, die Ergebnisse sollen bis zum 7.Mai vorliegen (Pressemitteilung des Bezirksamts).

Pikant: Der beauftragte Stadtrat ist nunmehr bald kein Stadtrat mehr. Szczepanski wurde Mittwochabend in einer turbulenten BVV-Sitzung abgewählt (Update/Korrektur: Sein Amt wurde nicht verlängert). Vermutlich brachten ihn Gegenstimmen aus der SPD zu Fall, die Opposition ist empört. Eine machtpolitische Retourkutsche?

 

Buschkowsky bleibt Bürgermeister. Trotz seiner gegenläufigen Bekundungen ließ sich Heinz Buschkowsky erneut zum Bürgermeister wählen (genauer: er ließ sich die Amtszeit verlängern). Über die turbulente Amtszeitverlängerung Heinz Buschkowskys, die Farce um Bernd Sczepanski und was sonst noch alles in der BVV geschah (Alkohol im Spiel), gibts morgen mehr, im Online-Magazin eures Vertrauens.

Kaufen und Versteigern. Die Buwog, eine österreichische Immobiliengesellschaft, möchte knapp 2000 Wohnungen in Neukölln kaufen. Allein das Kartellamt muss noch zustimmen, vermeldet der Immobilenmanager.

Und während die einen kaufen, müssen andere gehen: Am Mittwoch wurde ein Haus in der Mareschstraße 12 trotz Gegenwehr der Anwohner zwangsversteigert. Das Kiezradio war bei der Zwangsversteigerung in der Mareschstraße 12 dabei, nachzuhören gibts die Geschichte hier. 

Der Club ist tot, es lebe die Kunst? Ein Schweizer Ehepaar hat Teile des ehemaligen Kindl-Brauerei-Geländes gekauft und möchte die heiligen Bierhallen in einen riesigen Kunstraum verwandeln. Name des Projekts: „Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst“. Nachzulesen hier: Die Hefe dieser Stadt (tagesspiegel.de, 19.04). Da stellt sich die Anschlussfrage: Was ist eigentlich aus dem Cube geworden? Das sagt die Homepage.

Raus. Das Fuchs & Elster feiert am Wochenende „Große Helden & Fabulöse Wiederkehrer der Herzen“. Das klingt dann nach Fokko Wolkenstein live, Herr Hobrecht an den Scheiben und noch viel mehr. Hoffentlich nicht alles Quark.

P.S. an alle, die gerne vor dem Rathaus lungern: Das geht jetzt auch mit Internetverbindung. Auf Antrag der Piraten gibt es um das Rathaus herum jetzt freies W-Lan, wie es dazu kam, berichtet Anne Helm.

 

4 Kommentare:

  • Marko sagt:

    Das stimmt nicht ganz. der grüne Stadtrat wurde nicht „abgewählt“. Der Antrag seiner Fraktion auf Verlängerung der Dienstzeit über das im Gesetz vorgesehene Höchstalter hinaus wurde abgelehnt. (leider) D.h. erstens, dass er bis zu seinem geburtstag (der NACH dem 7.5. liegt) im Amt bleibt, und zweitens, dass es möglich ist, bis zu diesem erneut einen Antrag einzubringen, der dann die Mehrheit bekommen dürfte.

  • Karsten Schulze sagt:

    In dem Artikel gibt es definitiv zwei Falschbehauptungen.

    Der Sozialstadtrat wurde nicht abgewählt und ist folglich noch im Amt. Am Mittwoch wurde ein Antrag von der Fraktion der Grünen gestellt, die Amtszeit des Stadtrates, der nach dem jetzigen Stand mit Vollendung des 65. Lebensjahr aus dem Amt scheidet, bis zum Ende der Wahlperiode zu verlängern. Dieser Antrag erhielt 15 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen. 23 Bezirksverordnete enthielten sich. Damit bleibt es – Stand jetzt! – dabei, dass B. Sczepanski zum 65. Geburtstag im August aus dem Amt scheidet. Noch ist der Zug für einen erneuten Antrag allerdings nicht abgefahren.

    Für die Abwahl eines Stadtrates bedarf es einer 2/3-Mehrheit der Mitglieder der BVV. Das ist in diesem Fall zu keiner Zeit gegeben.

    Folglich wurde übrigens auch Heinz Buschkowsky nicht wiedergewählt, sondern lediglich dessen Amtszeit verlängert.

  • Sabrina Markutzyk sagt:

    @Karsten Schulze:
    Das sollten keine Falschbehauptungen sein. Aber ich habe schlampig formuliert, das ist natürlich nicht korrekt so. Danke für den Hinweis!

  • […] Woche ohne Heinz. Nach Politiker Buschkowsky, Privatmann und Buchautor Buschkowsky, präsentierte uns Die Welt in dieser Woche “Heinz, der Urlauber”. Bei einem […]

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