von am 15. April 2016

wochenschau_15-16Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Die Müllsammlerinnen. In Neukölln gibt es zwei Damen, die groß ins Entsorgungsbusiness einsteigen wollen. Der Grund: verbesserte Gewinnchancen laut Wahlkampfklimaindex bis zum September, wenn in Berlin Wahlen sind. Als Müllsammlerin unterwegs ist zum einen die CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer. Schon seit einer Weile führt sie eine kleine Müllkampagne auf Twitter: „Autoreifen stehen hoch im Kurs im Mittelbuschweg in . – wo bist Du?“. Schwarzer hätte auch twittern können: „Franziska Giffey, wo bist Du?“. Bezirksbürgermeisterin Giffey (SPD) hat diese Woche reagiert und den Müll-Hotspots (siehe unten) den Kampf angesagt. Ihr Mittel der Wahl: verstärkte Kontrollen des Ordnungsamtes. Das Ganze nennt Sie Aktion „Anti-Müll“.  Die Achillesferse des Konzepts: Ab 22 Uhr ist Schichtende für das Ordnungsamt. Wer zu später Stunde sein Gerümpel irgendwo in Neukölln auskippt, hat kaum etwas zu befürchten. Schwarzer legte sofort nach und fordert nun private Sicherheitsdienste nebst Kameraüberwachung der Müll-Hotspots. Klare Angaben zur Finanzierung ihrer Idee konnte Sie auf Nachfrage der Redaktion allerdings nicht machen. Mehr zur Politik Neuköllns: Unser Bericht frisch aus der Bezirksverordnetenversammlung.

Vermuellung

Screenshot Pressemitteilung Bezirksamt Neukölln

Ein Aufschneider. Sich vom Arbeitserfolg Anderer ein Scheibchen abzuschneiden, so es ein wenig Glanz verspricht, ist des Politikers täglich Brot. Der Neuköllner CDU-Politiker Falko Liecke schneidet besonders gerne und üppig. Diese Woche war Festbuffet angesagt: Großrazzia der Polizei gegen einen berüchtigten Familien-Clan in Neukölln. Liecke auf seiner Homepage über Liecke:  „Liecke schaut sich direkt vor Ort um und spricht mit Anwohnern. Die von der Polizei geöffnete Tür wird gerade weggetragen“. Nachdem die Polizei ihre Arbeit gemacht hatte, schritt Liecke zur Tat und verfasste (mal wieder) ein Trittbrettfahrer-Pamphlet: „An alle kriminellen Familienclans: Raus aus unserem Neukölln!“ Unseren Kommentar dazu findet ihr hier. Seinen Politikstil beschreibt Liecke in einem Wahlkampfclip wie folgt: „Ich gehe dahin, wo es raucht und stinkt. Ich will den Neuköllner Unternehmen den Roten Teppich ausrollen.“ Treffender wäre: „Ich warte, bis sich der Rauch verzogen hat und rolle mir dann selbst den Roten Teppich aus.“

Sie kommen, die internationalen Organisationen; jetzt wo die Clans besiegt sind, und auch der Müll bald nicht mehr das Neuköllner Straßenbild ziert …

Gut. Die Gemeinde der Aleviten bekommt ihren eigenen Friedhof in Neukölln. Details dazu in einem Beitrag des Tagesspiegels.

Junkie-Jogging und andere Eigenheiten Neuköllns entedeckte die B.Z. bei einer Kiez-Reportage.

Hörtipp. Chefredakteurin Regina ist heute Mittag – 12.20 Uhr- auf FLUX FM zu hören. Die Themen: Ein Jahr Franziska Giffey als Bürgermeisterin von Neukölln, unsere Familienclans und die Müllkampagnen.

Raus I. Mit einem „Haydengewackel“ startet der Keller, am Freitag, dem 15. April ins Wochenende.

Raus II. Keep it simple: Bier und was Gutes auf die Ohren. Am Samstag, dem 16. April, legen Zola & Sterneque in der Kindl Stubn auf der Sonnenallee auf.

Raus III. Die „Allmende-Kleingartenkolonie“ auf dem Tempelhofer Feld feiert am Samstag, den 16. April, ihr fünfjähriges Bestehen.

Dreingabe der Woche auf Grund der harten Wahlkampfzeit: Battlerap von Mofa-Jungs aus Neukölln:

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